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Schemaja und Abtalion.
So wenig Naä>rid׳ten uns auch aus dom i'cl'cit dieser
Spnbedrial - Häupter anfbewabrt worden und so gering an Zabl
die AttSsprüede sind, die uns po» ilnien und über sie im Talmud
reserirt werde», so sind doch die Zeitverbältnisse, unter denen
sie lebten und ibre Haltung in denselben, so wie ibre ;wei Kern-
sprnche, die fu1> ;ittuklMt ans ibre eigenen Ersabrnngen bereden
aber ;»gleich von bober Bedeutung für alle Zeiten sind, wichtig
und belehrend genug, das! eine übersichtliche Darstellung dieser
Umstände und eine Auseinandersetzung dieser Aussprüche nicht
überflüssig scheinen.
Zmu bessern Berständnisi derselben sei es uns gestaltet einige
allgemeine Erläuterungen voran;uscbicken. A'iebt grosie (Ereignisse,
nicht äußere Macht und gewaltige Erobernngeit sind es, auf
welche der Forscher der jüdischen <>׳esd׳icbre sein Augenmerk ;u
richten bat; aber aueb nicht die Leide», unter denen Israel senkte,
sind an sieb Hanptgegenstand seiner Forschung, sondern der sich
ewig treu bleibende Geist Israels, das unbesiegbare Bewußtsein
der inner» Wahrheit seines Slrebens, welches, ein unsichtbares
Band, die ;erslreueten Splitter des Polles aus dem Erdenrnnde
eint, und sich bald bandelnd, bald leidend offenbart, ist das
Zeugniß der Göttlichkeit, welches seinem Streben aufgedrückt ist,
und welches den Forscher mit bober Bewunderung erfüllt.
Wie der Geist des Iudenthums die Offenbarung ist des
Einen in dem Mauuickfaltigen, des Ewigen im Vergänglichen,
deö Bleibende» im Wechselvollen, so offenbart sich dieser Geist
auch in der Geschichte der Inden, indem sic durch alle Zonen
wandern, unter allen Völkern leben, die schwersten Zeiten über-
dauern, die mannichsachsteu Schicksale tragen, an allen Bestrebungen,
an alten Geisteörichtungen der Menschheit lebhaft Tbeil nehmen,
und dennoch nicht im Fremdelt untergchen, sondern vielmehr jede
Frankel, Monalffschrifr. VII. s). 9״*