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Die beiden Ben-Ascher und die Masora. 53
für Jerusalem angefertigt morden. Der Eigenthümer bestimmte, daß
der Codex für immer in der heiligen Stadt verbleibe; daß daraus
nur an drei Feiertagen öffentlich vorgelesen und den Rabbaniten nur
übergeben werden sollte, um ihre heiligen Schriften nach diesem
Muster zu corrigiren, ferner, daß die beiden fürstlichen
Brüder Josia und Jechiskija darüber wachen sollten. Der Be-
stimmung des Eigenthümers entgegen finden wir den Codex in
Kairo. Wie ist er dahin gekommen? Auf der ersten Seite ist
der Grund angegeben in einigen arabischen Wörtern, welche uns
eine ganze Geschichte erzählen (bei Sapir p. 12 b; 17b): א נתקל
כחכם אלאפחכאק מן נהב ירושלם עיר הקרש תבנה ותכונן
לקהל מצרים לכניסת ירושלם תכנה ותכונן בחיי ישראל כרוך
״ .שומרו. . וארור מוכרו וכוי. Er wurde transportirt mit der Er-
l a u bniß der Fürsten von der Erbeutnng Jerusalems nach
der Gemeinde von Misr (Kairo) für die Synagoge Je-
rufalems (der Jerusalmer)" rc. Die Fürsten,( אפתכאק ), von denen
hier die Rede ist, find entschiede», dieselben, denen der Eigen-
thümer (Israel aus Bassora) des Codex die Hut anvertraut hat,
d. h. die karelischen Nachkommen Anans Josia und I e ch i s-
kija. Mit ihrer Erlaubniß winde diese Bibel von Jerusalem
nach Kairo gebracht, obwohl der Eigenthümer sie für Jerusalem
geiveiht hat. Wie konnten sie diese Erlaubniß geben, die Pro-
fanation gestatten? ״ מן נהב ירושלם vor der Erbeutung Jeru-
salems". Der Codex wäre in Jerusalem der Zerstörung aus-
gesetzt gewesen, darum gestatten ״ die Fürsten", ihn nach Kairo
und zwar für die jerusalemische Gemeinde daselbst zu bringen.
Diese Gefahr schwebte über den Codex nicht lange, nachdem er
angefertigt war. Denn die beiden ״ Fürsten", denen er anvertraut
war, lebten noch und, wie es scheint, auch der Eigenthümer I s-
r a e l aus Bassora. Darauf deuten wohl die Worte תכנה
ותכונן כהיי ישראל • Da die beiden Fürsten Josia und I e-
chiskija nicht später als Ende des zehnten oder Anfang des
eilften Jahrhunderts gelebt haben können (vergl. oben S. 7),