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Sie VKeöerherstellnng Israels unter den ^ehämeniden.
Von Sigmund Jampel.
(Fortsetzung).
XIV. Nebemia.
G e 8 a m m t ii I) e r b 1 i c k,
Die chronologische Zusammenstellung des Buches Neh.
ist unserer Darstellung nach eine sehr regelrechte. Wir haben
die Gewissenhaftigkeit des Rcdactors dieses Büchleins schon
in Esra c. 7—10 kennen gelernt. Wir haben gesehen, dass
er die Memoiren unverändert wiedergab und sie nur, soweit es
anging, aus der Tompeiohronik zu ergänzen suchte. Als diese
Quelle versiegte, da liess er alles in seiner ursprünglichen
Form, auch wenn es noch so fragmentarisch, sinn- und zu-
sanunenhanglos aussah. Dieselbe Gewissenhaftigkeit lässt sich
auch hier in Nell, in noch weit auffälligerer Weise verfolgen.
In Neh. 1—7, 3 schildert Neh. in erster Person den
Hergang des Mauerbauea bis zur Fertigstellung desselben.
In 7, 4 berichtet er von der Ivnapplieit der Bevölkerung
Jerusalems. In 7, 5 rühmt er sich dann des glücklichen
Einfalls, diesem Mangel dadurch in geschickter Weise ab-
goholfen zu haben, dass er die Bewohnerschaft zu einer all-
gemeinen Volkszählung und Legitimierung ihrer Herkunft vor-
sammelte und dabei einen Procentsatz davon zur Ansiedelung
Jerusalems bewog (11, 1—2).
Zu dieser Volkszählung, die besonders die Hebung der
Bevölkerungszahl in Jerusalem bezweckte, benutzte er auch
die genealogischen Urkunden, sowohl diejenigen Serubabels
als auch diejenigen Esras ; die Legitimierung hatte, wie Graetz
meint, wahrscheinlich den Zweck, die Echtheit derjenigen
Familien, die nach Jerusalem ziehen sollten, festzustollen, da
N., wie es scheint׳, nur völlig legitimierten Familien die An-
Siedlung in Jerusalem gestatten wollte. Leider sind die
Nehemiamemoiren hier abgebrochen, und der Corapiiafcor war
daher genöthigt, so weit es anging, das Folgende aus der
Tempelchronik zu ergänzen. Sicherlich enthielten die Memoiren
Neh. ausser der Liste Serubabels auch noch diejenigen Esras.
Bis wohin die eigentlichen Memoiren Neh. in der Liste Se-
rubabels reichen, lässt sich, mit Sicherheit nicht featstellen.
MonaUgobrlft, 47. Jahrgang;. 13