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Der Olban in Palästina in Der tannaitischen Zeit.
Von Felix Goldm ann .
(Schluß).
91. Öl als Salbmittel.
Weit mehr als für uns ist für den Südländer wegen
des heißen Klimas und der dadurch hervorgerufenen stär-
keren Schweißabsonderung das Einschmieren des Körpers
mit fettigen Substanzen von Wichtigkeit 1 ). Vornehmlich
wird dazu Öl gebraucht, so daß שטן fast die Bedeutung
von »Salbe« annimmt 2 ). Wie im alten Hellas, war auch im
Lande Israel zu biblischer Zeit das Salben eine so gewöhn-
liehe Verrichtung, daß es fast auf eine Stufe mit Essen
Trinken und Baden 3 ) gestellt wird.
Das Zeitalter der Mischnah steht dem biblischen nach
dieser Seite in nichts nach. Auf Schrift und Tritt begegnet
man Erwähnungen des Salbens 4 ) und allenthalben wird
seine Wichtigkeit für das Wohlbefinden des Menschen
hervorgehoben 5 ). Salben zu profanen Zwecken heißt 6 פוך )
J ) Vgl. Blümner I, p. 351, Anm. 4. — In Ägypten benutzte man
dazu Ricinusöl, Strabo 18, 8,24.
2 ) Koh. 10,1. II Kön. 20,13.
8 ) Vgl. Dan. 10,3. II Chr. 23,15. — L.: Eine Stufe mit Waschen
und Baden, Joma 8,1 T. Taan. 1,6 (215), man wäscht, salbt und schmückt
die Braut. Abot de R. Natan (Schechter) 41, f. 67 a.
4 ) Scheb. 8,2, Maas, scheni 1,7, Ter. 6,1, Ed. 4,6.
6 ) Taan. 1,4.5.6. — Auf eine Stufe mit Baden neben das Essen
und Trinken gestellt. T. Taan. 4,11 (221), T. Jom kip. 5,1 (189). —
Kremer, Kulturgeschichte des Orients II, p. 184. — Bezeichnend ist
b. Chul. 24b חמין ושמןשסכתני אמי. בילדותי המד, עמדו לי בעת זקנותי • —
Die b. Oit. 70a angegebene schädliche Wirkung des Salbens beruht
auf abergläubischen Vorstellungen.
6) Die Salbung סיכה . »Gießen« vom Öl heißt יצק , Men. 3,2.
Monatsschrift, 51. Jahrgang. 9•