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Die jüdische Frau und das jüdische Haus
Ausstellung des Schwesternbundes der Li.O.B.B. Logen in Köln a. Rh.
Die Hast des modernen Lebens läßt die
Erinnerung an die traditionelle Wärme des
jüdischen Hauses in immer fernere Vergan¬
genheit schwinden. Um so mehr muß man
es danken, wenn einmal hier, einmal dort,
der Versuch unternommen wird, den Mangel
an Tradition und Überlieferung in der Fami¬
lie durch Belehrung und Einwirkung in
größeren Verbänden zu ersetzen. So unter¬
nahm es die Schweslernvereinigung der U. O.
B. B. Logen in Köln a. Rh. nach einem Ent¬
würfe von Frau Martha Coblenz in einer Aus¬
stellung im April d. J. durch sinnbildliche
Darstellung die jüdische Frau an ihre Ver¬
pflichtung, aus ihrem Heim ein j ü d i s c h e s
Heim zu seh äffen, zu erinnern.
Dreierlei sind die Anlässe, deren sich die
Ausstellungsleitung bediente, um die Verknüp¬
fung des Familienheims mit dem Glauben
und dem Volke zu veranschaulichen: der
Sabbat, die religiösen Feste und die Fami-
lienfeierlichkeilen.
Der Ausstellungsraum wurde in zahlreiche
Kojen geteilt, die jede für sich einen Raum,
der für eine dieser Feiern gerüstet ist, dar¬
stellen sollen. Meist ist es der Tisch, der den
Mittelpunkt bildet, aber die räumliche Ge¬
stallung ist nirgends vernachlässigt. Glück¬
lich ist der Einfall zu nennen, Ritual- und
Finrichtungsgegcnstände aller und moderner
Herkunft nebeneinander zu zeigen. Die Er¬
zeugnisse des modernen Kunstgewerbes, wenn
Chuppa — Hochzeitstisch
Hintergrund: Ji.ini.gc tischen in Gesamtansiclit — Jon i-cclits nach links: Kol Nidrc
abend — Chanukkah
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