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UMSCHAU
für die Zeit vom 26. Februar bis 25. März 1928
AUS ALLER WELT
Zum Andenken an Paul Nathan wurde
seine Büste im Hause der Jüdischen Ge¬
meinde in Berlin aufgestellt. — Der nahezu
1000 Jahre alte Friedhof in Essingen bei
Landau wurde verwüstet. — Auf einer Tagung
der Landesverbände jüdischer Gemeinden
Deutschlands in Nürnberg wurde als Vor¬
stufe für den beabsichtigten Reichsverband
eine lose Arbeitsgemeinschaft der Landes¬
verbände geschaffen. — In Italien hat sich
unter dem Präsidium des Prinzen Pieitro
Lanza di Scalea ein Pro-Palästina-Komilee
konstituiert. Auch in England bildete sich
eine Pro-Palästina-Gesellschaft. — Die jüdi¬
schen Parteien erhielten bei den Sejmwahlen
in Polen 14 Mandate und 6 Sitze im Senate.
Im Gefolge der Wahlen kam es zu starken
antisemitischen Exzessen in Lemberg. — Die
russischen Behörden setzen die Verhaftung
von zionistisch gesinnten jungen Menschen
fort, die teils zu Gefängnisstrafen verurteilt,
teils nach Sibirien verbannt werden. — Nach
einer Statistik des Bureaus für Jewish social
research in New York zählt man in der gan¬
zen Welt 14*6 Millionen Juden davon 3*7 Mil¬
lionen in Nordamerika. — Die Volkszählung
in New York ergab 1,728.000 jüdische Ein¬
wohner. — General Ing. Sigm. Popper, der
Erbauer der österreichischen Großkamp f-
schiffe, feiert seinen 80. Geburtstag. — Sena¬
tor Henri Polak (Amsterdam) beging seinen
60. Geburtstag. — In Paris wurde eine „Anti-
pogromliga" begründet, der hervorragende
Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens lan¬
gehören.
EREZ J ISRAEL
Auf Grund der vor kurzem in Kraft ge¬
tretenen Gemeindeordnung haben sich meh¬
rere orthodoxe Gemeinden aus der Gesamt¬
organisation des palästinensischen Judentums
losgelöst und um ihre Anerkennung bei der
Regierung angesucht. — Schalom Schwarz¬
barth wurde die Einreise nach Palästina nicht
gestattet. — Die Arbeitslosigkeit ist im Ab¬
nehmen begriffen. — Der frühere belgische
Außenminister Vandervelde unternimmt eine
Reise nach Palästina. Nach seiner Rück¬
kehr wird er die Leitung des Komitees für
den Palästina-Arbeitsfonds übernehmen.
WANDERUNG UND SOZIALE HILFE
Aus Polen wanderten im Jahre 1927
1179 Personen nach Palästina zu dauerndem
Aufenthalte aus. — An der Bukarester Uni¬
versität studierten im Jahre 1925/26 unter
15.698 Hörem 2521 Juden, — Der Joint hat
für die jüdischen Kolonien in Rußland eine
Gesundheilsorganisalion geschaffen; acht Zen¬
tralstationen bedienen 255 Kolonien. — In
Berlin fand eine jüdisch-soziale Schulungs-
woche statt, an der Vertreter der führenden
Wohlfahrtsorganisationen und Gemeinden
teilnahmen. — Der Frauenverein der Berliner
Loge U. O. B. B. feiert sein 40jähriges Be¬
stehen. — Unter den Juden Marokkos ent¬
steht eine Bewegung für landwirtschaftliche
Kolonisation.
JÜDISCHE LEHRE UND LEHRER
Die israelitische Religionsgenossenschaft
in Frankfurt a. M. wurde durch ein Staats¬
gesetz zu einer Körperschaft öffentlichen
Rechts gemacht. — Das schwedische Parla¬
ment hat einen Gesetzentwurf, der das
Schächten verbieten soll, abgelehnt.
WISSENSCHAFT UND KUNST
Professor Leop. Jeßner, Intendant der
Staalstheater in Berlin, feiert seinen 50. Ge¬
burtstag. — Seminardirektor Professor Max
Golde feiert seinen 60. Geburtstag. — In der
Universität Marburg findet eine Ausstellung
religiöser Kunst statt. Sie enthält eine Abtei¬
lung für jüdische Kunst unter der Leitung
von Erich Toeplitz.
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