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Abb. .'). Ein Mosrukfrar/ment
In diesem Zusammenhange möchte ich
nicht unerwähnt lassen, dal.) farbige Mosaik¬
fußboden in den Synagogen jener Zeiten keine
Sellenheil waren. Als Beispiel diene die Syn-
;i^i>f»t» in Naro. Xordal'rika (Ahl). 7i: aul' dem
palästinensischen Boden: die zu Naaran bei
.iericho wo auch die Slernzeieben das
1 iaii|)lin()ti\' bilden — und die vor einem
Jahre in (ieraseh. Transjordanien, gefundene
Synagoge. Diese lclzle Entdeckung hat eine
englische Expedition gemacht, l'nter den
Trümmern einer byzantinischen Kirche fand
man unerwarteterweise die Resle einer Syn¬
agoge mit 'Feilen eines reichen farbigen
Mosaikfußbodens, l'nter anderem ist dorl die
Arche Noahs sichtbar, aus welcher die Tiere
paarweise in Hit; Well herausgehen. Die Bil¬
der haben hier ein künstlerisch viel bedeu¬
tenderes Niveau erreicht, als es denen von
Helh-Alfa beschieden war. Leider isl der
Fußboden wie auch der (rrundril.t der Mauern
nur fragmentarisch erhallen. Ks hat sich eben
nicht so glücklich gefügt wie bei dem etwas
späteren Haue von Reih Alfa. wo. als einst¬
mals die Synagoge einstürzte und zwar
infolge eines Erdbebens ihr Blair, nicht
mehr verbaut wurde, sondern auf den Spaten
des Archäologen unter der schüIzenden Erd¬
schichte wartete.
Diese und auch ändert 1 Synagogen-
l'unde in weit voneinander entfernten Orlen
gehen nicht nur- wiehlige kunst- und kultur¬
historische Aufschlüsse, sie sind auch beredte
Zeugen einer breiten und starken jüdischen
Besiedlung Palästinas zu beiden UVrn des
Jordan noch vor vier/.ehnhundert Jutiren.
Abb. 6. Ein Mosaikfragment