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MENORAH
lamm des Lebens ob seiner Aufrichtigkeit
als Scharlatan" vcrböbnl wird. M — Ii.
HANS FALLADA: KLEINER MANN, WAS
NUN? Verlag Ernst Howohll, Berlin.
Der Roman des kleinen Mannes, den
unverständliche Kräfte der Volkswirtschaft
von Ort zu Ort, von Arbeit zu Arbeil jagen.
Im unruhvollen, gleißenden Wirbel der Gro߬
stadt, im Intrigenspiel und Spinnennelz ge¬
sellschaftlicher Konvention der Kleinstadl
wird er umhergewirbelt, bis er das ewig
menschliche Glück: Heim, Frau und Kind
findet. „Pinneberg", bald freudig vom Erfolg
des Tages erregt, bald mittellos von der Kol
bedrängt, ewig der kleine Mann bleibt Held
des Alllugs, Kraft des Volkes. //— L.
MANFRED HAISMANN: ABEL MIT DER
MUNDHARMONIKA. Verlag S. Fischer,
Berlin.
Die ganz eigenartig improvisierte vom
Glück des Erlebens übervolle Melodie der
Sprache Hausmanns fesselt von den ersten
Zeilen dieser Darstellung jugendlicher Kame¬
radschaft, ungewisser Liebe des ersten Zu¬
sammentreffens zwischen den mit der Land¬
schaft verbundenen jungen Menschen des
Nordseestrandes und dem großstadlgewölm-
len Berliner. Gemeinsames Erichen in einer
Sturmnacht- Reitung eines Madchens aus
Seenot läßt die fremde, geheimnisvolle Ge¬
stalt des Lebens erahnen, grausam, dunkel
und verlockend. Ein Buch voll von .Tugend,
glückhafter und leidvoller Liebe. F — c
LION FEUCHT WANGE R: DER .JÜDISCHE
KRIEG. Propyläen Vorlag, Berlin.
Der jüdische _ riester .Josef ben Malal-
jahu, dem es gestattet wurde, sich nach den
Gentilnamen des regierenden römischen Kai-
serhauses Josephus Flavius zu nennen, hat
als Zeitgenosse des Falles von Jerusalem
den Krieg zwischen .ludäa und Rom geschil¬
dert M den Späteren zur Warnung" (so heißt
es in der Vorrede seines Geschichlswerkes).
Mit der Feuchtwanger eigenen künstleri¬
schen Methode — am besten als die der po¬
litischen Psychologie gekennzeichnet —- ge¬
staltet der Autor das Schicksal dieses
schwächlichen Charakters und die nicht nur
für die jüdische, sondern auch für die römi¬
sche Geschichte! bedeutsame Epoche, die
durch die Zerstreuung der Bewohner von
Judäa Bahn frei macht für die Ausbreitung
der metaphysischen Kräfle von .Judentum
und Christentum. Viel Bedrückendes enthält
dieser Roman, der anzieht und abstößt zu¬
gleich. Ihm soll ein zweiter folgen, der hof¬
fentlich den Druck zu befreiendem Ausbruch
löst. S. S.
HANS STOCK: DAS ERBE DES KAPITÄNS.
Verlag Gustav Kiepenheuer, Berlin.
In der Stille der Kleinstadt am Meer
siedelt der Mann aus Übersee, den die billige
Provinzphantasie den „Kapitän" nennt. Ein
einzelgängerischer Taugenichts, der GroU-
sladt entlaufen, stört beschauliche Ruhe; er
sucht nach neuen Wegen, neuen Möglich¬
keiten — aber die Wege sind vorgezeichnel
von der Natur, keiner kann sie bauen, man
kann sie nur austreten. So stößt das rhyth¬
mische Gleichmaß einer festgefügten Ge¬
meinschaft den Fremdling aus. Es gibt
keine Hoffnung auf neuen Wegen die
Chance, das legendäre Goldstück auf der
Straße zu finden. L. M.
Neuerscheinungen
Besprechung vorbehalten
ERNST VON SALOMON: DIE STADT.
Verlag Ernst Rowohlt, Berlin.
HANS OTTO HENEL: DIE KELLNERIN
MOLLV, Fackelreiler Verlag, Berlin.
COLIN ROSS: DER WILLE DER WELT.
Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig.
IC LS IC LASKER-SCHÜLER: ARTUR ARO-
NYMUS. Verlag Ernst Rowohlt, Berlin.
JOHANNA ABELES & SOHN
MIEDERSPEZIALITÄTEN
WIEN, I, ROTENTÜRMSTRASSE 23
Herausgeber, Eigentümer und Verleger Dr. Norbert und Josefine Hoffmann, Wien, I., Zelinkagasse 13.
Verantwortlicher Redakteur Josefine Hoffmann, Wien, I., Zelinkagasse 13.
Druck der Waldheim-Eberle A. G. (verantwortl.: Adolf Willschke), Wien, VII. Seidengasse 3—11.