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334 המפתח . Praktische Einleitung 11 . s. w. von Leopold Löw.
däern, in deren Mitte die Judäer nach der Zerstörung des ersten
Tempels lebten, zu den jüdischen Schriftgelehrten übergegangen ist."
§ 57: ״ Die Vertauschung des !rationellen Alphabets gegen ein
fremdes war eine Neuerung."
Es ist bemerkenswerth, daß der Vers, das, waS er § 55 als
eine unbestreitbare Thatsache betrachtet, in dem vorhergehenden §
als etwas Esra Zugeschricbenes bezeichnet, ohne sich darüber ans-
zusprechen, ob es Esra mit Recht oder mit Unrecht zugeschrieben
wird; fast könnte hieraus eutnommen werden, als wäre sich der
Verf. wohst der schlagenden Gründe bewußt, die von vielen Gelehr-
ten gegen jene Ansicht angeführt wurden, in deren Folge er Esra
״ eine Neuerung" vindizirt. Allerdings wurden auch für jene An-
sicht in verschiedenen Zeiten mannigfache Gründe geltend gemacht; so
viele Schriftsteller aber auch schon diese Frage behandelten, so wird
doch fast von allen die bekannte Stelle in Sanhedrin 21 b als einer
der wichtigsten Belege für jene Ansicht angeführt; in der That be-
weist aber die citirte Stelle durchaus nichts für jene Meinung.
Abgesehen davon, daß nach Sanhedrin 22 b, und den hierher ge-
hörigen Stellen in Jeruschalmi und der Tosefta über die erwähnte
Frage eine Meinungsverschiedenheit herrschte, wurde schon von R.
Jom Tob ben Aschbili ( ריטבא ) und von R. Jakob ben Chabib
(En Jakob zu Megilla 3 a) nachgewiesen, daß auch jene Thal-
mudisten, welche behaupten, daß erst seit Esra für die Abschriften
der Thora die Quadratfchrift ( כתב אבירית ) gewählt wurde, hieniit
durchaus nicht sagen wollten, daß diese Schrift, wie der Verf. be-
hauptet, eine fremde war, sondern daß ihre Ansicht vielmehr dahin
ging, daß die Thora ursprünglich von Mosche in der Quadratschrift
geschrieben wurde, und daß man nur in den früheren Zeiten, wegen
der besonderen Pietät, die man in Bezug auf die von Mosche ge-
schriebene Thorarolle beobachtete, bet der Anfertigung von Abschriften
ein anderes als das im Originale gebrauchte Alphabet wählte, bis
dieses von Esra auch für die zum Privatgebrauche bestimmten Thora-
abschriften eingeführt wurde. Aus diesem Grunde können auch die
Worte des N. Elieser ben Jakob in Sebachtm 62 a keineswegs
als Beweis dafür dienen, daß die Thora ursprünglich in einer
anderen als der Quadratschrift geschrieben wurde. Will man
aber auch diese Interpretation nicht annehmen, so können doch