Page
438
Italien
Rom. Der ״N. Pr. Z." von hier wird unterm 6. April geschrieben:
״Ein Ereiguiß hat sich kürzlich hier zugetragen: ein Römer trat heim-
lich.zum Judenthum über und heirathete hier eine wohlhabende Jüdin
aus dem Ghetto. Doch die Sache ward ruchbar, und letzte Woche hol-
tm die Sbirren der Inquisition den Apostaten wahrscheinlich zu immer-
währendem Gefängniß ab."׳
R n # l a n
Unter den früheren Regierungen hatten die russischen und polnischen
Juden Schwierigkeiten Unterstützungsspenden ihren nach Jerusalem gewan-
derten Brüder zukommen zu lassen. Während des letzten Krieges waren
diese Sendungen sogar aufs strengste verboten und man weiß von welchen
traurigen Folgen dieses Verbot für die jüdischen Bewohner der heiligen
Stadt gewesen. Die Zeiten haben sich jedoch geändert. Kaiser Alexander
duldet nicht nur diese Spenden der Wohlthätigkeit und der Religion,
sondern er hat selbst ganz kürzlich durch Vermittelung des Fürsten Gor-
zakow dem Präsidenten des Jsr. Consistoriums (?) zu Warschau I. Togend-
told eine Summe von 1200 Fr. zugesendet, um in Jerusalem den dort
aus Polen und Rußland befindlichen Juden ertheilt zu werden. Außer-
dem soll der׳ Czar in wohlwollendster Weise eine Summe von 1200
Fr. bewilligt haben, um den vom Fürsten Paskiewitz zur Ausstattung
armer jüdischer Mädchen in Warschau gestifteten Fond zu vermehren
und zugleich 12,000 Fr. zur Unterstützung dürftiger Juden daselbst ge-
schenkt haben. Man hofft in Polen allgemein, daß Hand in Hand
mit solcher Milde des Kaisers Alexander IX auch die Gerechtigkeit seine
Regierung in Betreff der Juden leiten werde. (ftt. Jsr.)
Anzeige.
Die Gemeinde Bnai ■ Jeshurun ״ ju Neu-Nork sucht einen
חזן ובעל קורא , welcher fähig ist, einen Chor zu unterrichten und zu leiten,
und alle Theile des öffentlichen Gottesdienstes—taut מנהג פולין ואשכנז ,—
mit Würde und vollkommener Sachkenntniß zu dirigiren. Salair für's
erste Jahr nicht über Tausend Dollars. Die Wahl wird im Laufe des
Monats Junius stattsinden. Candidaten, welche ihrer Fähigkeiten sich bewußt
sind, werden eingeladen, sich auf eigene Kosten und spätestens zu Ende
Mai hier zur Prüfung zu stellen und mit ihren Zeugnissen zu melden bei
dem Vorsteher David Samson 267. Washington-Street Neu-Vork.
Für den Synagogenbau in Bindsachsen sind bei uns eingegangen:
von Herrn O in G. . . . 5 Thlr. P. Ct. D. N.
Druck von Neinhold Saist. — Redakteur: Rabbiner Hirsch in Frankfurt am Main.