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Befremdend ist cs auch, daß der Verfasser S.11
bei seiner Zusammenfassung des Inhaltes der schrift-
lichcn Thora non den ״ unsterblichen" zehn Geboten
spricht-, es könnte hierdurch bei dem Yefct* der Irrthum
cn!stehen, als ob hinsichtlich der fortdauernden Ver-
pflichtungskraft ein Unterschied zwischen den ״ zehn" und
den anderen Geboten cxistirc; und dieser Irrthun! könnte
um so leichter provozirt werden, als in der vorliegenden
Schrift bei Ucbersetznng des achten Glaubensartikels
das Wort בל und die Worte המצוי' עתה בי^ו nnübcr-
setzt geblieben, und von der Erklärung des neunten
Glaubensartikels Umgang genommen wurde.
S. 1b hätte auf die Frage: ״ Was verstehen wir
unter Messiasrcich'?" auch die Zurück!!! hrnng des jndi-
scheu Volkes in das heilige Land nnd die Wieder-
Herstellung der Davidisehen Dynastie erwähnt sein sollen.
S. 179 heißt cs, daß es sich beim Hintcrthcil der
Sängcthiere ״ nur um die Spannadcr" handelt, was
aber nicht richtig ist. da es sich dabei (mit Ausnahme
von Hirsch und Neh) auch um die Entfernung der
verbotenen Fctttheile und ihrer Verzweigungen handelt.
Da durch die oben angeführten Stellen bei den
Lesern Anschauungen provozirt werden können, die der
jüdischen Lehre diametral entgegenstehen, wäre es
wünschenswert!), wenn der Herr Verfasser im folgenden
Theile sich über die genannten Stellen genauer erklären
und so den angcdcuteten Irrthnmern entgegentreten
würde.
* *
63 » vd)l lUlrf) ZUM selbst'
. /M 1)6® 'A 1 unterricht im babyloni
scheu Talmud. Bearbeitet von PH. Lederer,
Rabbiner in Gablonz a. N. i. Heft. Verlag
von Joseph G sch i h a y in Marienbad. 1883.
8. 96 S.
Der Verfasser dieser Schrift hatte den originellen
Gedanken, durch seine Arbeit zum autodidaktischen Ver-
stündniß des Talmud zu führen, und übersetzte zu
diesem Zwecke den im S. Incha sin sich befinden den
Brief des N. Scherira Gaon, die Einleitung des
N. Santuel Hanagid, das erste Blatt des Traktates
Vcrachot, eine Stelle des zweiten Blattes, 18 Stellen
ans dem Tr. Baba mezia, die aber zusammen kaum
fünf Blätter dieses Traktates ausmachcn, ferner die
erste Mischna dcS Tr. Sanhcdrin und zwei dazu ge-
hörige Stellen, die ungefähr ein Blatt ansmachcn,
acht hagadische Stellen aus verschiedenen Traktaten und
eine Anzahl talmv.discher Sprichwörter. Obgleich nun
der Verfasser den von ihm übersetzten Stücken Wort-
präparationen Vorausgeschick! und der Uebersetznng das
zum Verständnis; Nöthigc aus Naschi beigesügt, können
wir doch keineswegs der vom Verfasser ausgesprochenen
Meinung zu immcn, daß Jemanden, der auf diesem
Wege sich das Versländniß des Talmud zu erwerben
sucht, die Erreichung dieses Zieles gelingen wird. Selbst
wenn der Verfasser, der im Vorworte ein zweites Heft
anknndigt, eine weit größere Anzahl von Talmndstellen
mit etymologischen Erörterungen übersetzt hatte, würden
wir es doch nicht für möglich halten, daß, wie der
Verfasser meint, mittelst der in dieser Schrift durch-
geführten Methode jeder mit dem Hebräischen Ver-
traute sich das Lesen des Talnind mit Versländniß
des Gelesenen anzueigncn vermag, da dieser Erfolg nur
durch gründlichen, in den Geist des Talmud eindrin-
gendcn und die talmudischen Diskussionen reprodu-
zirenden Unterricht angebahnt werden kann.
lieber ein linier 11 11 lerne bim '11 schreibt M* ״Hamburger
•Vunbcloblatt" in Nr. 1*078 F-oldendes: ״Im Verlage von
Herrrke st vebeling in Stell in erscheint demnächst all.
moimtlid) der Deutsche 5iol o in e - 2lnzeiger als bas von
vornherein verbreorlste Iiiserlions-Srgan für den deutschen
cklport. Ter Anzeiger wird in 21 780 ckremplarcn den bc״
tanntesrcn deutschen Zeitungen Nord- und Südainerikas auch
DJ 1 crifoö י und Australiens zngesaiidt nnd von denselben laut
kontraktlichen V e r p s l i ch t n n g c n mit den Zeitungen
zligleich ansgegeden. Ans diese Weise wird mit einem Schlage
eine beispiellos gros;e .Zirkulation erreicht, die sich im Ganzen
ans ea. NO ONO Cremplarc belaufen dürste. Die Kontrakte mit
den anoländischeu Zeitungen sind bei dein Notar nnd Inslizrath
Lcistiiom in Stettin deponirt. Der Bering von Hcrrcke so
A'bcting, in welchem auch die Deutsche Fischerei-Zeitung"
erscheint, ist eine Garantie für die tüchtige Anssührnng des
jedenfalls sehr praitisch geplaluen Unternehmens, tvelches unserer
Grport-Jndnslrie znm grösilcn N'nsien gereichen kann." — In«
serlionsaiisträge sind direkt an die Verleger zu richten.
Inserate werden die gspaltige Petitzeilc
oder deren Raum mit 25 Psg. berechnet.
Für den Inhalt derselben übernimmt die
Redaktion keinerlei Verantwortung.
JnsertionS- und Abonnements-Annahme für Frankfurt a. M. auch bei Herren I. Kanssmann und A. I. Hofmann
daselbst, ohne Preiserhöhung.
In meinem Hanse können noch einige
Knaben Aufnahme finden. Dieselben em-
pfangcn bei vorzüglichster Pstege eine sorgfäl-
tige Erziehung.
Isuac Hirsch,
Hannover, Theodorstraße 5.
Plantage,
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unter Aufsicht der Nabbiiiate der beiden Gemeinden.
Takle d’höte 5 ג ; י Uhr.