Seite
XVIII. Jahrgang,
H«'»'over, den U- fÄf.it
zur Förderung jüdischen Geistes und jüdischen Lebens
in Haus, Gemeinde mrd Schule.
Uegrüiidet von Slwlsmr Nllphael Hirsch, JinßDiurr 11. Isrncfiiifdtni JlofigionsgcfÄafl zu Fmii^sliri a.Ä
Neue Folge. - Dritter Jahrgang.
Herausgegeben unter Mitwirkung des Begründers und bewahrter Genossen von AsrMc KirsH,
Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — AbonnemcntSpreis bei allen Postanstalten
und Buchhandlungen 2J& 50 für das Biertctjahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Helwing'sche Berlagsbnchhand-
lnng zu Hannover. — Die Expedition versendet auch direet und franko unter Streifband den Jahrgang für 12 ji oder
7 Gulden österr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich ; für t4 M oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. —
A»zeigen werden mit 25^Z f. d. :!gespaltene Pctit^eile oder deren Nauru berechnet. — Expedition: Hannover, Actilleriestr. 20
An schltrinigste Eriicucriliig des Aboiuiemcnts,
iimueutlich bei der Post, wird criiiiiert.
Are Hrpedition des ״Zeschrrrun".
Inhalts-Verzt'ichttLß von Nr.53 ׳.-
Moses Mendelssohn. — Zur rumänischen Jndenfrage. —
Zmn Kapitel brr Mcnschcnschätzung. — Die wirkliche Sendung
Moses (Fortsetzung). ״״ Johann Zcstowitz (Schlnst). — Korrc«
spondenzen und Nachrichten: Berlin. Posen. Treysa, Wien
Aus Böhmen, Amsterdam (2), Notterdam, Kopenhagen, Paris,
Rumänien. — Inserate. ,
Asses Mendelssohn.
Hundert Jahre sind verflossen, seitdem einer der
edelsten Söhne des Hauses Israel seine irdische Pilger-
fahrt beendigt, hundert Jahre, seitdem Moses Mendels-
sohn inr noch nicht vollendeten sicbmundsünfzigsten
Lebensjahre eiugcsammclt worden ist zu seinen Genossen,
den Gerechten und Tugendhaften im Gefilde der
Seligen.
Sein Gedächtniß lebt aber unvergessen in! Kreise
der Sterbliche». Sic weihen ihm, der Weisesten Einem,
den Zoll der Dankbarkeit und Verehrung ob des un¬
vergänglichen Guten, das er gewirkt, da er auf Erden-
gewandelt, ob der Saat des Heiles, die er cingestreut
in die Furchen des Ackers der Menschheit, auf welchem,
dereinst die herrliche Frucht der allverbreiteten un-
getrübten Erkenntniß der Wahrheit erblühen wird an
dem entzückenden ewig dauernden längst verhicßenen
Morgen, den sein Auge vorahnend geschaut, nach dem
sein Herz sich gesehnt, ״da die ganze Erde voll sein
wird der Erkenntniß Gottes, wie Wasser des Meeres
Tiefen bedecken," des Tages, von welchem cs heißt:
״Es wird kein Mann seinen Freund lehren, noch ein
Bruder den andern und sagen: Erkenne den Herrn,
denn Alle werden ihn kennen, beide Klein und Groß."
(Nachcrinneruug zu dem Schreiben LavaterS an MendelS-
sohn vom 14. Februar 1770.)
Wahrlich, Moses Mendelssohn zählt zu den Er-
lesencn und Hochbcguadeten, deren Leben und Wirken
ausschließlich und bewußt der Förderung dieses wahr-
hastigen Heiles gewidmet gewesen. Er nimmt seinen
Platz rin unter den Weisen der Welt, unter den Lehrern
der Wahrheit, unter den Vorbildern der Tugend, zu
welchen noch die svätgeborensten Enkel beivundernd und
verehrend emporschauen, um aus ihrem Munde Weis-
heit, aus ihren Lehren Wahrheit zu schöpfen und an
ihrem Beispiele sich zur Uebung der Tugend zu de-
geistern.