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Eröffnung einer Erörterung über die Reparatious-sroge
biete. Die Lage, sagte Lord C u r z o n, sei
unbestreitbar ernst.
ckr erinnerte daran, daß die Regierung beständig sich be¬
müht habe, um zu einer Lösung der Frage der Sicherheit
Frankreichs za gelangen. Diese Frage wmde in besonde¬
ren Besprechungen mit dem französischen Botschafter an¬
geschnitten. Die englische Regierung hatte eMärt, daß sie
aus Entgegenkommen siir die französische
Regierung bereit sei, an die Erörterung der
Sicherheitsfrüge heranzutreten, aber in einer aus¬
drücklichen EEvung habe die französische Regierung
wissen lassen, daß sie mit Rücksicht darauf, daß diese
Frage in keinem Zusammenhang mit deL gegenwärtigen
Lage siche, sie derzeit nicht aufgeworfen zu sehen wünsche,
Frankreich, fuhr der Minister fort, erhält im
Ruhrgebiet keine Reparationszahlung.
Die Aussichten auf die Erlangung von Reparationen
schwinden immer mehr. Ein derartiger Zustand berührt
nicht nur Frankreich und Belgien, sofern auch die an¬
deren -Nationen, welche auf Reparationen Anspruch
hüben. Die Frage gcht alle Verbündeten an. Sie ist eine
europäische, eine internationale Frage, und
kann nicht von Handlungen zweier einzelner Nationen
abhängen. Das Interesse unseres Landes, dessen Indu¬
strien leiden, legt uns die Pflicht ach, nicht zuzulasien, daß
Frankreich und Belgien die Politik durchführen, die • sie
wünschen. Unser Recht ach Intervention gründet sich
ach die Tatsache der uns zukommenden Repara¬
tionen und ach die Rechte, die uns bezüglich der Rück¬
zahlung der interalliierten Schulden zu¬
stehen. Wir schon, wie Deutschland in einen Zchtand ver¬
fällt, der jede Aussicht auf seine wirtschaftliche Wi-sder-
achvichtung benimmt. Die Lage im Ruhrgsbiet übt der
uns eine Rückwrckmg aus, unter der fast alle englischen
Industrien zu leiden beginnen. Darum erachten wir es
für unsere Pflicht, im obersten Jnteresie des Landes zu
intervenieren.
Auch Australien verlaust dar Wort.
Melbourne, 2. Augcht. Der Premierminister und
Minister des Aeußevn Bruce betonte in einer im Re¬
präsentantenhaus gehaltenen Rede die Notwendigkeit der
Teilnahme Australiens an den auswärti¬
gen Angelegenheiten des britischen Reiches
und sagte hierbei betreffs,der jetzigen Krise, ex fei da¬
gegen, daß Frankreich im Ruhrgebiet ein neues
Elsaß-Lothringen schaffe.
Seutsche RuaurtzolM unv englische Arbeilr.
lofiskeit.
London, 2. August. In der . gestern stattgefundenen
lWechousdebatte Wer die Ardeitslosigkeit in England
erklärte der frühere enMche Finanzmimster Sir Robert
Ho rne, daß die ArbeitsloMeit nur -bchoben werden könne,
wenn neue Absatzmärkte für die englischen Waren ge¬
funden würden. So lange die europäische Lage nicht
geregÄi sei, werde es nicht möglich fein, den englischen Ar¬
beitern Arbeit zu geben.
Er habe letzthin mit einem Deutschen gesprochen, den er
fragte, was es für eine Wirkung aus Deutschland hätte, wenn
es der Reparationsverpflicht ungen enthoben
würde. Dieser Deutsche habe geantwortet, daß dann Deutsch¬
land dir mächtig st e Nation Europas sein würde. Sir
Rvber-t Horne erklärte, er sei zur llvberzeugung gelangt, daß
diese Antwort richtig war. Nach seiner Ansicht fei die deut¬
sche Finanzpolitik zum großen TM für den Zustand
des englischen Handels verantwortlich. Seit dem Waffenstill¬
stand habe Deutschland als Parasit der Alliierten ge¬
lebt, es habe eine Politik der Kapitalsflucht getrieben
und stehe heilte mit ein« vollständig neuen Jndustrieorgani.-
sation -da. Deutschland besitze außer den RepavÄionsschuiden
keine äußeren Schulden und der Marksturz habe
ihm und auch den Privatleuten in Deutschland gestattet, sich
der inneren Schulden vollständig zu entledigen. Wenn Deutsch¬
land der Reparationen enthoben würde so wäre es aus den
Weltmärkten stärker als vor dem 'Kriege. England habe eine
Staatsschuld von sieben Milliarden Pfund. Es wäre England
nicht möglich, mit einem Lande zu konkurrieren, das weder
innere noch äußere Schulden habe. Es wäre deshalb unvorsich¬
tig, Deutschland ein zu langes Moratorium zu ge¬
wahren. Das Moratorium von vier Jahren, das England
chm angeboten habe, sei nach seiner Ansicht schon zu groß.
Auch Frankreich sei ein gefährlicher Rivale für
den englischen Handel!. Frankreich habe sich seit dem Kriege
völlig erholt und seinen Handel und Industrie zu neuer-
Blüte gebracht. Dadurch, das England seine Steuerzahler stär¬
ker belaste, bezahle e8 feine Schulden, während andere Länder
dies nicht tun.
Die deutsche innere JoAarauIekhe.
Berlin, 1'. August. (Wolfs.) Die Reichsregierung hat
beschlossen, ein wertbeständiges A'nleihepapier in
Form von auf den Gegenwert von Dollar in Mark
lautender Anleihe mit zwölfjähriger Laufzeit
auszugeben. Die Anleihe soll von der Umsatzsieuer
und teilweise von der Erbschaftssteuer befreit fein. Für
.Kapital und Zinsen haften die ganze deutsche Wirtschaft,
die.Banken, Handel, Industrie und Landwirtschaft sowie
jedermann, der über steuerpflichtiges Vermögen verfügt.
Die Stücke von ein, zwei und fünf Dollar werden ohne
Zinsenschein ausgegeben und bei Fälligkeit am 2. Sep¬
tember 1935 mit Aufgeld von 50 Prozent eingclöst. Alle
anderen Stücke tragen 6 Prozent lLabreszinsen mit ein¬
jährigen Zinsscheine ru-
SBÄ MMgenztzirung.
3. August 1923
M. i m
ui den
13. zivnistenkongreß.
Das gaftrmnent der BodenpolM.
Bon Dr. IacqueS Adler, Leipzig.
Der Aufbau der jüdischen Heimstätte in Palästina kann
nicht von Zirkeln, Vereinen und Gruppen gÄeistet werden;
er ist Sache einer 'Volksbewegung, Aufgabe der breitesten
jüdischen Öffentlichkeit. Dieser Situation muß die Methode
genau entsprechen, wenn die Werbung unter dm Juden für
die TMnähme am Aufbauwerk sich erfolgreich gestalten soll.
Die große Oeffentlichkeit verlangt vor allem Tatsachen-, zähl-
und meßbare Dinge; dann gibt sie gern, dann beteiligt sie sich
gern. Die positive Leistung m Palästina ist daher beste Pro¬
paganda, besiere als ein jedes noch so geistvolle politische oder
kMuvelle RaisorMMent. Vielleicht wäre es manch einem
lieber, den Erfolg der Werbung in der Kraft der Ideen von
der inneren Erneuerung begründet zu sehen und nicht mt in
nüchternen wirtschaftlichen ■ und kolonisatorischen' Tatsachen.
Solche Betrachtung erübrigt sich aber, erinnern wir uns dessen,
daß die materielle Leistung, die unserem Werk das öffentliche
Interesse gewinnt» ja doch nicht aus rnater-i-ellem Antrieb her-
vorgegangm ist, sondern praktische Auswirkung der Idee s.Mst
ist. Es ist das Große an dem Gedanken der jüdischen Erneue¬
rung, daß er sich die ihm gemäße WrMDeit. schafft, daS
Wesen der Menschen umgestaltet, neue Wirtschaftsformen rnt-
wickelt, ein ganzes Land unter völlig neue ökonomische Be¬
dingungen stellt.
Dem Außenstehenden mag es fast märchenhaft klingen,
wenn ihm erzählt wird, daß die Juden, weil sie wieder als
ein BoÄ in der historischen Heimat auf eigener Scholle leben
möchten, in Palästina ein ganzes System großzügiger S'ed-
lungsmaßnahmen in Szene setzen, ftnanKiert aus freiwilligen
Beiträgen, vom Vermächtnis des Millionärs bis zur kleinsten
Gel-sgenheitsspende. Aber die Erzählung hat einen durchaus
realen Kern. Da liegt vor uns Haft 6 vom Juni 1983 (Tamus
5693) des „Erez Israel", Jahrbuch des Keren Kaje-
meth l'Israel (Jüdischer Nationalsonds). Dieses Heft ent¬
hält dm für den Karlsbader 13. Zionisten¬
kongreß bestimmten Bericht der ZentraLverwcrltung des
Keren Kajemech l'Israel in Jerusalem über die beiden letz¬
ten Jahre.
Dieser Bericht ist wohl das Reatlistischefte» was man sich
denken kann. Das ist seine beste Empfehlung. Er recht Tat¬
sache an Tatsache, .Feststellung au Feststellung, in sachlichem
Ton, ganz unpathetisch, kurzum er ist höchst nüchtern, insofern,
als er nur die Dinge selbst wirken läßt, und darum wirklich
interessant. . . t - .
Den Zcheck de? Schffftscvgt ffn kmMer.Satz der Ein¬
leitung an : „A llq drei Wschnitt^ des Berichtes sollen der jüdi-
schen OeffenÄichkeit eine veÄäWche Grundlage zur objektiven
Beurteilung der Leistungen, Aufgaben und der Lage des jü¬
dischen Nationalsonds bieten." Das tut er auch in ^reichstem
Maß, dieser schlichte, nüchterne, ganz und gar nicht prätentiöse
Rechenschaftsbericht.
Der Jüdische Nationalsonds erwirbt Grund und Boden
in Palästina zum unveräußerlichen Eigentum des jüdischen
Volkes. Er vergibt dm Boden .in Erbpacht an jüdische Ko¬
lonisten, er sorgt für Urbarmachung <AmeIiorierung) des
Bodms und für geeignete Aufforstung. Der Bericht, der pietät¬
voll mit einem Nachruf für den hochverdienten Leiter des
HaupÄureaus Nathan Groß s. A. beginnt, gibt uns im ersten
■ Abschnitt einen Ueberblick über die Aufbringung der Geld¬
mittel des K. K. L. Das ist heute ein äußerst schwieriges
Kapitel. Mittel- und Osteurffw, die Länder mit relativ stärk-
stem Mischen BevÄkerungsanteil, haben heute die schlechtesten
Valuten; darunter hat der Indische Nationalsonds, der seine
Gellbeingänge in die ägyptischen Pfund des hochvalutarffchrn
Palästina umrechneu mutz, empfindlich zu beiden. In den Zah
len der letzten beiden Jahre konnte dieser Schatten, den du
wirtschaftliche Niedergang des europäischen Kontinents auf di
jüdischen Aufbanboswebungen warf, nicht verborgen blechen
Doch schon ist dieser Einfluß durch erhöhte Opfevfreudigkeit
wieder überwunden, seit mehr als einem halben Jahr steig!
die Kurve erneut auifwärts. Kein Zufall, daß der neue Auf.
schwung ebenda beginnt, wo das Hauptbüveau die Arbeit vo»
seinem neuen Sitz Jerusalem aus eröffnet. Die organisa-
torischen und propagandistischen Einzelheiten gibt der Berich!
in bequemer Uebersicht. Dm Spendeneingang stellen vier
Tafeln nach verschiedenen Gesichtspunkten dar. Bon 1902 bi!
1988 ncchm der Jüdische Nationalfonds insgesamt 959.8011
Pfund Sterling ein. Die Leistungen der-einzelnen Länder —
insgesamt sind es 56 in allen Teilen der Erde — werden in
Landeswährung und Pfundwährung mitgeteilt und ntiiciit*
ander verglichen. An erster Stelle steht Nordamerika. Wichtig
ist, daß Palästina selbst auch heute schon bedeutende Beträge
zusteuert. Land für Land wird genau, erörtert, gleichzeitig eine
interessante, allgemein wirtschaftliche Studie. Vor allem kommt
es im Interesse des Erfolges darauf an, daß die großen
Spmdensonds, Jüdischer Nationalsonds und Keren Ha-jffsvd,
nnlbffchadet ihrer durch die besonderen Zwecke gebotenen
organisatorischen Selbständigkeit, ihre Werbetätigkeit nach'den
beiderseitigen Bedürfnissen einwichten, Ausgleichen und ab¬
grenze n. Der Jüdische Nationalsonds ist „das Instrument der
Mischen Bodenpolitik in Stadt und Land", wie bisher, so auch
heute und künftig. Er schafft das Fundament, den Boden,
dies wortwörtlich.
Der zweite Abschnitt behandelt die Verwendung des
Geldmittel durch Bodenerwerb (72,4 Prozent), Amoliorations-
arbeiten (16,4 Prozent), Aufforstung (8,2 Prozent), Bau von
Avbeitechäusern und Bau- und Amelivrationsdailehen (6 Pro-
zent). Der Bodenbesitz des K. K. L. wurde in den letzten, drei
Jahren fast verfünffacht, von 21.230 auf rund 100.000 Dunam.
In dieser Zeit wurden rund 100.000 Pfund Sterling in¬
vestiert. Das bedeutendste Ereignis war die Einleitung der
landwirtschaftlichen Großkolonisation im Emek Iesreel. Be¬
sondere Auftnerffamkeit verdienen die Mitteilungen über die
neue rationelle Forstwirtschaft.
Für real- und wirtschaftlich interessierte Menschen beson¬
ders fesselnd ist dann der dritte Abschnitt, der die Finanzlage
beharchelt. Da erscheint eine ausführliche Bilanz mit sehr ge¬
nauen Erläuterungen. Man hat den Eindruck einer äußerst
soliden, vorsichtigen- und daher erfolgreichen Geschäftsführung:
Das Mische Geld ist in guten Händen. Den Schluß bildet em
Bericht über die im letzten Jahve vorgenoMmme Einschätzung
der Besitzungen des K. K. L. in Palästina. Das Resultat ist
schr erfteulich. Fast durchwegs ist eine Wertlsteigenmg wahr¬
zunehmen. Diese über wird gemäß dem bodenvfformerischsn,
gemeinnützigen Grundcharakter des Jüdischen Nationalsonds
niemals einzelnen zum Gewinn, sondern drückt sich als innere
Reserve des jüdischen Ausbauwwles ans, als ifa' Frucht der
organisierten Mbewußten Arbeit für die Erneuerung des
jüdischen Volkes durch produktives Schaffen. Denn der K. K.
L.-Boden ist unveräußerliches, Eigentum des jüdischen Volkes.
Daß er durch die Bearbeitung im Werte -steigt, hat also zwar
keine unmittelbar finanzielle, wohl aber eine starke moralische
Auswirkung. Wir wissen, daß das Prinzip des Jüdischen
Nationalsonds gesund, vernünftig und segensreich ist.
Der Rechenschaftsbericht in seiner schlichten Aufmachung
ist der erste Führer durch die neu erstehende jüdische Volks.
Wirtschaft in Greg Israel.
Zer Arzt an Wmeichr Krankenbett.
—rä. Wien, 3. August.
Der gestern veröffentlichte fünfte Bericht des 'General¬
kommissärs Dr. Zimmerman Über die Situation Oester¬
reichs enthält naturgemäß für den heimischen Kenner der
österreichischen Verhältnisse nicht viel Ueberraschendes. Der
Generauommissär, der im wesentlichen nach einer gebun-
: Marschroute zu operieren hat, beklagt sich wohl über das
langsame Tempo des Beamtenabbaues und weist auf' das
sehr ernste Problem der Eisenbahndefizite hin, welche mehr
als die Hälfte des gesamten staatlichen Defizits betragen,
. aber andererseits ist sein Bericht auf einen recht hoffnungs¬
vollen Ton gestimmt, der allerdings zu einer Zeit abge¬
faßt wurde, als die Anleihen vor der Türe standen.
Es bedeutet wohl keine Majestätsbeleidigung, zu sagen,
-baß nicht alle in dem Berichte Dr. Zim.nrermans
angeführten Momente ein klares Bild der wirklich gege-
benen.Situation zu geben vermögen und so manches darin
gewinnt ein anderes Gesicht, wenn man nach den Ursachen
der Erscheinungen forscht, ebenso wie zum Beispiel eine
Statistik der Automobile in Oesterreich keineswegs einen
Rückschluß auf die ökonomische Situation des Staates zu¬
läßt, die wohl kaum mit der wirtschaftlichen Lage etlicher
Schichten kongruent ist, und der erhöhte Eingang der in¬
direkten Steuern noch kein Recht gibt, daraus einen Auf¬
schwung des Staates abzuleiten.
Es ist feilte neue Erkenntnis, baß das Werk der Sa¬
nierung Oesterreichs durch den Völkerbund seine Mängel
und Einseitigkeiten, hat, aber diese Einsicht genügt nicht,
um das Werk abzzllehnelt, das begrüßenswert ist, schon des¬
halb, weil es eben ein Werk des Völkerbundes ist.und
> Oesterreich unter eine strenae Kontrolle von außen stellt
dessen demokratisch gewählte Vertreter durch etliche Jahre
unfruchtbarste Parteipolitik statt konstruktiver Staatspolitik
getrieben haben.
Die österreichischen Majoritätsparteien, welche einen
stillen Pakt geschlossen haben und recht siegessicher in - den
Wahlkampf eintreten, tun nunmehr so, als wäre Oester¬
reich schon über den Berg und das kräftigere Anziehen der
antisemitischen Register entspringt der Ansicht der „boden¬
ständigen" Politiker, daß man sich, nachdem die Genfer
Anleihe vollzogene Tatsache ist, in dieser Hinsicht keinerlei
Zurückhaltung aufzuerlegen brauche. Aber es wird sich
empfehlen, über die geglückte Sanierung nicht zu vorschnell
zu triumphieren. Noch gestattet Oesterreichs Lage nicht,
Triumphgesänge anzustimmen und sich mit den Lorbeer-
kränzen des Sieges zu umwinden, an dem übrigens jüdi¬
sche Arbeit, wie männiglich bekennt, nicht ganz unbeteiligt
ist. Der Völkerbund hat getan, was er nach Maßgabe seiner
Kräfte und in Berücksichtigung der gegebenen Situation
tun konnte; er hat eine finanzielle Aktion unternommen
und glücklich zu Ende geführt. Aber Herr Jonvenel, der
im „Matin" ausführliche Betrachtungen über Oesterreich
anstellt, weist mit Recht darauf hin, daß diese exklusiv
finanzielle Aktion auf die Dauer nicht genügen kann, wenn
sie nicht durch eine internationale wirtschaftliche Aktion er¬
gänzt wird, wobei er sich unter anderem auch auf Aeußc-
rungen des Generalkommissärs selbst beruft. In dieser Hin¬
sicht ist Oesterreichs Position freilich mehr die des Objekts,
aber gerade aus dieser Schwäche resultiert die Notlvendigkeit
für Negierung und Parlament, den Weg zu einer Sanie¬
rung aus sich heraus unverdrossen zu suchen, die sich nicht
allein auf die Finanzen des Staates, sondern auch auf die
Fundierung des Wohlergehens, der Bswölkpruila.- erstreckt.