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sprechen Mint Hütte
solche Gedanken sich im Wischen BMWWn fesWHtzt E-
haben, die Wische Seele erfüllen, daK'MM Frücht-Ws'
Saat, die Herzl gesät hat. Daß es 'einmal einen aMvesi -
Zustand gegeben hat, wissen viele von ttnL. heMiKr ,
nicht. Das Judentum hatte sich einmal in- ettteät
reit, verzweifelten Kampf um seine geistigen'und.
rellen Werte an die Vergangenheit an-geschlvGnz-Dk^
mutlos und ziellos in eine ungewisse Ferne. Es gahnür?
die Gesamtheit der Unterdrückung, aber keinen -irryeren
politischen Züsammerchüng. Herzl gab uns die Geürem-
samkeit wieder, er brachte uns das, was wir heute Äs'
selbstverständlichen Besitz festhalM, bte dM
Einheit des Judentums in Ost uM West, M'.WisW
NeLeMndung der Diaspora. M lDte uns W gr M
politische Pflicht, das Exil auch politisch, national,
räumlich zu überwinden. Die Befreiwig aus der Gälukh
konnte kein Geschenk sein, sie mMe erarbeitet und er¬
kämpft werden. .
An dieser NoÜveMMt - hat sich nichts Mtchert.
Der Zionismus hat die internationale Nnerkenmmg ge¬
sunden; in dem Völkerbundpakt, der . der englischen - Re¬
gierung das Mandat erteilt, tritt die Leitung!der M-.
nisüschen Organisation als Repräsentant des 'jüdischen
Voltes der-Mandatsmacht zur Seiten Der PÄWche Mo¬
nismus trägt die Vercmtwort-uri-Z für-Inhalt: und Ge»'
staltung des AufbaMverkes. Er trägt sie im vollen Be¬
wußtsein seiner historischen Pflicht, aber er kann chr
nur gerecht werden, wenn es chm gelingt/ Erez Israel
aus einent geMgen Besitz zu einem materiellen zu der-.-
vollständigen. Das zu erreichen-ist eine Aufgabe, an die
das'gesamte Volk seine Kraft und seine-Wittel setzen
muß. An das Volk hat Herzl appelliert und noch yie.
hat ein Volk versagt, wenn nian zu seiner Seele, zü sei-!
ner Sehnsucht-nach freier Selbstbestimmung Wach.'
Aus der Tragik der Verbannung kann- sich das Volk nur
selbst befreien. Englands Mandat ist nur ein technischer'
Behelf. Wir haben zu beweisen, daß wir des Vertrauens
würdig sind,, das die Völkergemeinschaft, uns zeigt, wir
haben Geld und Müschen für Erez Israel zu stellen,
das Land zu erlösen, nach dem sich- Herzl sehnte und
wohin wir das, was sterblich an ihm war, bringen
wollen. -
Herr! und der Zionismus im Urteil
eines WerreMche» Mknmten.
Das soeben-im-Ve'rlag für Kultur-
> ( Politik, München, erschienene:.Buch d^Hrei-
herrn.v.Musnlin „Das.Haus am Ball-
Platz", welches ein fesselndes .Bild der österrei¬
chischen Autzenpölitik vor dein-Kriege gibt,'ent¬
hält -eine Charakteristik des p.o l-rt'i sch"e n
Journa.bisten H erz-l in seiner P a r.ifex.
Zeit, die damals.bereits den tiefen politischen
Blick Herzls bewunderte. Diese-Charakteristik und
die in Musulins Buche enthaltene Darlegung
über die Stellungnahme des ö st erreichi s men
Außenminister irr-ms zu dem von Herzl
begründeten, pok i t i s H e n Z i o n i s m n s seien
hier wiedergegeben: -
Neben meinen Sprachstudien und dem Besuche, der
Pariser Kunstsammlungen jjfög, ErMüng. der zahlreichen
gesellschaftlichen Verpflichtungen war den Abendstunden
Vorbehalten), trachtete ich, mir einen Einblick , in die poli¬
tische Situation Frankreichs, sein innerpolitisches Leben
und seine «außerpolitischen Verhältnisse zu Verschaffen, wo¬
bei mir der damalige Korrespondent der „Neuen Freien
Presse" in Paris, Theodor Herzl, in hilfreicher Weise an
die Hand ging. Herzl, der Jahre hindurch als parlamenta¬
rischer Berichterstatter die Verhandlungen im Palais
Bourbon von der Tribüne der Journalisten aus verfolgt
halte, besaß einen verblüffenden Einbl ick in das
parlamentarische Leben in Frankreich' und verband, mit
einer scharfen Erfassung der verschiedenen
inner- und außerpolitischen Probleme eine
umfassende und tiefgehende Personalkenntnis. Er war
zweifelsohne der h e r b o r r a g e n d st e' journalistische
Berichterstatter, den ich im Lause meiner Karriere kennen
zu lernen Gelegenheit hatte
Während der Zeit, da ich im Ministerium detz
Aeußeru das kultuspolitische Referat leitete/ habe ich mich
auch um verschiedene, das Judentum betreffende Fragen
bemüht. /
Wir hatten in den Heiligen Landen einige von Öftey
reichischen Juden begründete Anstalten, die allmählich 'ujb
serem Protektorate entglitten waren. Ich war bestrebt,
diese Anstalten wieder inniger mit der Monarchie zu vyr
Linden. - - - *\
Auch eine andere jüdische Angelegenheit erregte mein
Interesse. Aus einzelnen Gebieten der Monarchie, beson
ders aus Galizien und Ungarn, ergoß sich auf dem Wege
mildtätiger Sammlungen, „Chaluka" genannt, alljährlich
ein reicher Geldstrom von-vielen HunderttausendeU-/von
Kronen nach Palästina, um dort, in zahlreiche kleine-Ka¬
näle abgeleitet, zu versickern, ohne daß für das allgchsteine
Beste irgendein Nutzen zu verzeichnen- gewesen wäre. Ich
war bestrebt, ein Kuratorium,. gebildet aus. den- hervor¬
ragendsten Vertretern der Judenschaft der Monarchie, zu--
staube zu bringen, welches sich ebenso ym die Verwaltung
unserer jüdischen Pflegestätten in Palästina, wie M. eine
rationellere Verwendung. der Ehalukagelder . hatte küm¬
mern sollen. Die Schwierigkeiten, ein solches Kuratorium
zustande zu bringen, waren nicht gering,-pü es auch in der
Juderrschaft. die verschiedensten. Strömungen gattz' Mo¬
derne, Konservative, Zionisten, j
In den heiligen Landen hatte der ZionisymN um die
MchHHWtzMe hermn Mt ansehnliche ErfoW zu ver-
mrwmmmw
am 20. Tamus 1924
‘ ."DerAb'lodss^s'-ÄMs 'Äj-!;.;;'';
Massenbesuch des jH«rzl-Gräb(Bi
Jeder Jude hat »»diesem hesönckeren Gedenktag da* I
vedürkni»/drw ES^ LÄM ru obren
Laut,mit an dem Lhrenmal des jüdischen Volkes kür
, » Theodor Herzl
'dem HersUWaldln Palästina
spendet für dm Keren Kafemethi den jüdi-
' i sehen Natlon$lfonds
Bureau: UiZirkusgasseNr. 33 / jfeU 45*606
\ Postsparkassenkcmto 100.208
zeichnen; eine ganze Anzahl jüdischer kultureller Anstalten
find :dvrt. alL z^nisMei Gründungen'-entstanden; andere-
schön bestehende HEn eine zionistische Leitung erhalten.
• Jüdische Freunde, die-ich hatte-und die mich in der
Behandlung dir unsere" 'jüdischen Kölomen 'im Auslände
interessierenden Fragen, berieten, berichtete» mir mit tiefer
Rührung - den. großen Eindruck, -den. üy Wpfingen, als-
ihnen in den zionistischen Koloriten-.
Lräische wieder als eine lebendige'Spräche-äN.'das^Ohr
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getötet, als er einen öffentWeV«
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sechs Poltzeiageniten wurden .de«»!
ötraßenkSmpfe in MablM.
-Lissabon, 18. Juli, (tzavas.) Zwischen Soldaten der
rep-üblikanischen Garde und Policei'kchn es,
M einem Z u s a m m e n st o ß, wobei a ch t Personen
getötet und mehrere verletzt wurden..,
Im Geßeusatze' zü Deutschland, das die Juden, deut¬
scher Staatsangehörigkeit, auch in den Heiligen Landen
dem Deutschtum erhalten wollte, war vom Standpunkte
der österreichisch-ungarischen Monarchie- gegen die zioni¬
stischen Bestrebungen^ n> d.exen-Dienst mein Pariser Men¬
tor Theodor Herzl den Schatz seiner westeuropäischen
Kultur gestellt 'hatte, iNichts-^inzulveNden. Die Monarchie
lo^r ein Völkerstaat, die österreichischen Juden in Palä¬
stina wurden ihr nicht entfremdet, wenn sie ihre alte-
Sprache wieder -zur Geltung kommen ließen.. Das krrltur-
politische Referat im-Min i st eri u m d es A euß ern
bereitete der zionistischen Idee keine Schwierigkeiten, im
Gegenteils es war bereit, sie zu fördern.
Der Krieg und nreino Berufung nach Bern habe» die
eingeleitytcn Aktionen unterbrochen.
Re
England schlägt eille Weltkonferenz vor.
'(Eigendienst der „Wiener Movgenzeitung^.) -
Genf, 18. Juli. - Die englische--Regierung.,hat den
^Völkerbund von 'ihrer Msicht verständigt, eine Konferenz
wl'l'er'Regi^erwngM-ber - Welt' einzuberufen. oder
ein'beMfen zu helfen^ die jich mit dem Plan der ä l l g e-
ni e i.n e n. A b r ü st u n g' befasse» soll. An der Kopferenz
sollen auch diejenigen. Staaten ..teilnehmen, die' noch
n i ch t dem V ö l k e r b u n d angehören.
Die Regierungskrise in IugoWwien.
Jovauobie mit der Kabinettsbilbung betraut.
s,. - (Gigeudkust -der „Wiener AwMvzeitung".)
- Belgrad, 19 .Juli. Die RegknmgMse scheint in der
Richtung zum Ko-nzentration'skabinett sich zu
entwickeln. Es '.verbautet, daß Pusie durch den Hof-
üMvschrall, . der 'gostern -bei J)nt . ut Audienz ^erschien, seine
schriftliche Demission überreicht halbe. Hm-te
vormittags erschien der Präsident der Gkupschtina Jnbo
Jov.anovi.e neuerlich^in Audienz. Nach der Audienz
verweigerte er alle Erklärungen, begab sich aber sofort-in
iden radikaben Klub, wo er anit seinen Gesinnungsgenossen
Berätuügen pflog. Es wird behauptet, daß Jovauovie das'
Mandat zur Bildung eines-! KonzentrationSkMnettS vom
König entgege-ngerrommen habe.. Nach einer in der politi¬
schen Welt Belgrads, sich erhallenden Version rechnet man
mit eindm K abi'ne t t am s Kle rikale n u nd Ra-
d i k a l c n. J-odano die hat seine Beratungen mit den
ÄMgliehern -des. dsmissionierten- Kabinetts fortgesetzt, die
jedoch' gegen jede RegierungsneUbildüng
oh n e Pa s i c sich entschieden ausgesprochen haben sollen.
Somit muß auch die Mss.ion Jovanovic bereits
alsL.-es ch -e -i t e rt ängeWn ^werden ^ -
Las Attentat aus Zagluk Pascha.
, . Zaglnl wiederhergestellt.
Beim - ägyptischen- Konsulat .in-Wien ist ^gestern fol¬
gendes T.elegranml .des' -Ministeriums des Aeußeru in
Kairo eingelangt: „Der.-Präsident.Zaglul Pascha hat
gestern abends das Spütd k V erlassen und ist in das
Volks haus (Amtssitz) zurückgekehrt. Eine enthusiasti
sche Menge drängte sich längs des ganzen Weges und
überschüttet^den Befreier des Landes mit ihren.Vivat
rufen.-Alle Straßen in dpr Nähe des Volkshauses waren
schwarz von Menschen, Die Fr'eude ist allg.ettt ein."
Bor einem Sttett der englischen tzlettrizMs
arbeiter.
London^ 19. IM. Die tm MMN Lande veransballete
AbftinMMng'unter den Ar-beitcr»der eiU.ttri»
f che n Zentralen- evgjalb eine gro ß e Me!hrhei-t
für den Sireik, uipr eine Lohnerhöhung von.-
z e h n S ch i l l i n g in der Woche durchzufstzen.-..
Lee amerttamsche Konful in Teheran
.• London,,19. ,’^uti.(Hrüter.) Aus Teh e-r an wird
gemeldet, daß der amer t!antsch e Konsul im Per
lauf^eines Aukrubrs aetötet worden sei. ^
eine italienische Anleihe fiir Fngoslawieu.
Rom, 19. Juli. Es wird beiställgt, daß die Pevhänd»'
handluingen über eine italienische Anleihe von 6Ost Mil¬
lionen L i.r-e an Jugoslawien günstig fortschreiten. Sie
werdiwo-u der Banda Cominereiale begobm'wer-,
den. Die Bedingungen würden die gleichen sein wie für di^
'Anleihe an Pole
Sie eingliedernng der farzWcheu MW in
das Heer.
' (Eigerrdienst -der „Wiener Morgenzeitu-n-g".) '
Rom, 19. Juli. Die Publikation des Dekrets
über die Eingliederung der Miliz in das Heer steht uv.-',
ulittelbar bevor. Das Dekret wird die Stellung
und die F'Uuktiorlen^ der Miliz festlegett. Sie soll der in t-.
li tär is ch en Vorbereitung und gewissen territo¬
rialen Diensten züge'wiesen werden. Sie wird durch §qs.
Atinisterinm des Innern für die' S i ch e r u n g d e r V
ös fentlrchen- Qrdnung herang'ezogen werden kön¬
nen. Ferner wird die Miliz freiwillige Kolomalformptio-
uen bilden. In Kriegszerten werden alle Angehörigen der
Miliz im MMridienfte - ihren Heeresformatlonen folgen^
während andere zu territorialen Diensten h'erangezogen
werden sollen. Ein- Gesetz über die Stellung der Of».
f i z i e r e der Miliz ist in Vorbereitung und. soll der,,Kam- ',
mer vorgelegt- .werden. Die Miliz chjxd Ünler .-dew Hom- -
mando des M im i st e r p r ä s r d e n t e n stehen." r
;-■■ ■. V .. '' !
Lie llmbilvang des polnischen Kabinetts.
Witos redivivüs? ' - , , '
(Gigendienst der „Wiener M-org-mzeitung".). • '
Warschau, 19. Juli. Im Zusammenhang mit'den'
Verhandlungen T h u g u t t s- mit dem Ministerpräsiden¬
ten Grabski hat ersterer nach Niederlegung des Vor¬
sitzes -in seinem--Klub -seinen Austrittmus dem-- ,-,Wyzkvo'-
lenie" angemeldet. Es verlautete daß .Abgeordneter T h u-
gutt mit seinen nächsten Parteifreunden eine neue
Volks Partei zu bilden- im Begriffe sei. Es ist auch
nicht • ausgeschlossen, daß diese Gruppe zur Regierungs¬
mehrheit übergehen wird, in welchem Falle T h u g u t t
sicherlich ins Kabinett eintreten würde. Ministerpräsident
G r a b s k i verhandelt inzwischen mit der W i i o s-
Partei, der er die Besetzung von zwei Min ist er-
portefeuill es vorschlägt. Nach dem Mißerfolg des
Abgeordneten Thügutt hält man es für nicht ausge¬
schlossen, daß Abgeordneter Witos an die Konsolidierung
aller Volksparteigruppen herantreten und deren Führung
übernehmen wird, in welchem Falle ihm dann wiederlrm
eine führende Rolle im Sejm zukommen würde.
Ae jüdischen Minderheitrsragen 1« Pole«.
Gesetzentwürfe Über die Mischen Gemeinde«. — Vor dei
Aufhebung der Rechtsbeschränkungen.
Mgendi^nst der „Wiener Morg-euzellung".)
Warschau, 19. Juli. Der M i n i st e r r a t hat sich in
seiner letzten Sitzung eingehend mit der R e g e l u n g d e r
Juden frage beschäftigt.- Unter anderem wurde be¬
schlossen, einen Gesetzentwurf über die Regelung her jü¬
dischen Gemei.»devrdnung und die Aufhebung
der noch aus der russischen Zeit bestehenden ' gesetzlichen
Beschränkungen der Juden auszuarbeiten. ES ist
nicht ausgeschlossen, daß diese Gesetzesprojekte noch vor
Schluß der Sommerses.fi on dem Sejm v'or-
geleg't werden. Der 'Ministerrat hat sich auch ntit den letz¬
ten Vorfällen in der Eröffnungssitzung des neugewählten!
Warschauer jüdischen Gemeinderates, über die wir semer-
zeit berichteten, beschäftigt.
zehnstündentag in Pole«.
Warschau, . 19. Juli. Der Miuistervat Hat beMossen.
die Arbeitszeit in den Metallfabr-iken
P o ln i s ch - Ob erschlesiens unter der Bedingung,
aus 1V S t u nd e.n zu verlängern, daß hierdurch di« Vor-'
kriegsnorm nicht überschritten werde. Dieser Beschluß ist
durch die.ErnsÄhvung des ZchnstundentageS in der 8Mall-
^ industrie. Deutscho-ber^chlesien!s veranlaßt wo-vM.