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Wiell. Donnerstag
Wiener Morftenzeitunü.
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keine Schafwolle. Ia Qualität K 490.000
Feinste Seiöenflor-DamensirßmpfE
früher K 58.000 / Jeist tt 45st00
^deslstrumpk«
nur L 7 rattnerhdf 2 (Graben)
Heft# ihre Kraft in seiner Faust Msammensaßt, sie zu
Sitter zweck- und zielklaren Organisation vereinigt.
WÄ es eine sülche Persönlichkeit# die die Schwächen der
weltbeherrschenden tttiliwrisiischott StüätSN erkennt, so
wäre düs Grauen ihr Gefolge. Wer in Europa könnte
einen neuen Dschmgiskhan abwehrön? Und wer kennt
die Gedanken Japans, das, von dem hochmütigen Ame¬
rika in seinem Stolz gekränkt, sich eben erst mit den
Feinden der europäischen Öröthiricj, fori Sowjets ver¬
stündet und durch die Sprengung der chinesischen Ein¬
heit aus dem asiatischen Kontinent sich seftsetzt?
*
Im Zeichen der Völkerburdidee, des groben und
besruchtenfon Gedankens der Schicksalsgemeinschaft aller,
hatte das Jahr begonnen. Dieser Gedanke hatte gerade
in diesen zwölf Monaten, in deren. Beginn sich die psy¬
chische Disposition der Müden und VerKveiMett für fori
Frieden verstärkt hatte, die Welt erobern können. Aber
er unterließ den Kampf und kapitulierte vor dem Si-
nowjew-Brief, vor einer Fälschung. Und das drückt die¬
sem Jahr, das wir schließen, den Stempel auf. Der
schüchterne Ansatz zur Schaffung eines internationalen
Rechtes ist wieder verloren gegangen Und dies trifft
niemanden schwerer als das jüdische VE. An einer Wich¬
tigen — freilich noch lange nicht entscheidenden — Kehre
seines politischen Weges mutz es die bittere Lehre be¬
kennen, daß es doch nur immer auf sich selbst, auf seine
seelische Kraft, auf die Entschlossenheit seines eigenen
Willens angewiesen ist. In seiner Geschichte spielt kaum
ein Jahrhundert, geWveige denn ein Jahr eine Rolle.
Wer eben jetzt hat das Judentum einsehen gelernt, daß
Wohlwollen und Freundschaft höck)st relative Begriffe
sind, die die Sonnengsut vor der PeterÄirck)s Nur schsver
vertragen. Für das.Judentum ist dieses Jahr lehrreich
gewesen und es ist ihm an der Stätte des Völkerbundes,
auf den es sein Vertrauen konzentrierte, klar geworden,
wo die Widerstande gegen die jüdische Freiheit liegen.
Sie sind dort, wo sie fett jeher lagen, im Vatikan. Hof¬
fentlich wich diese Erkenntnis im kommenden Jahr bei
uns wirken und damit den Beweis erbringen, daß die
Furcht endet, wenn sie beginnt.. ;
Sine Koßeltivnote der Alliierten au
Reöcrreichuttg anfangs nächster Woche. — Veröffentlichung
nach der Demarche. — Köln bleibt rtrttvldttruffich besetzt.
Paris, 31. Dezember. (Havas) Die Botschafter-
lovs crenz, die heute nachm ttags zu einer Sitzung zu¬
sammengetreten ist, hat den verbündeten Regierungen den
Wortlaut der Note zttgehen lasicn, d'.e sie üb^r ihre Wei-
sungcn für die betreffend die Kölner Zone an Deutschland
zu richtende Mitteilung ausgcalbcitet hat. Dst Mitteilung
wich durch die Verbündeten Vertreter in Berlin über¬
mittelt und erst nach dieser. Demarche ver-
ö f f e n t licht werden.
Die Note der Botschasterkonserenzen, die der deutschen
Negierung
anfangs nächster Woche übergebe:.
werden wird, wird dieser die Entscheidung der Alliierten»
die Kölner Zone am 10. d. nicht zu räu-
m e n, zur Kenntnis bringen Die Note wird eine
Kollektivnotc
fein uub Eurz, aber unzweideutig Und unwider¬
leglich die Gründe für diese Maßnahme dartun, insbe¬
sondere die flagrante Nichterfüllung der Deutschland
aus dem Vertrag erwachsenden Verpflichtungen,
namentlich hinsichtlich der Entwaffnung.
Die für die Ausrechtevhaltung der Besetzung ins
Treffen geführten
Gründe
sind: Feststellung einer Verfehlung Deutsch¬
lands hinsichtlich der Verpflichtungen militärischer
Natur, Unmöglichkeit ihrer Durchführung seitens
Deutschlands bis zum 10. Jänner. Unzulänglich¬
keit des Verhältnisses, in dem Deutschland diese Ver¬
pflichtungen bis jetzt durchgeführt 'hak, und d'w für die
Alliierten bestehende Notwendigkeit, den allgemeinen
Bericht der Kontrollkommission übzu-
iv.a r t e n, um die künftige Leistungsfähigkeit Deutschsanfo
festzn'ttslen. • ■_
Lar sranröWe AmMiegM
erledigt.
Paris, 31. Dezember, (Havas.) Die Kammer hat mit
gegen 136 Stimmen das A m n e st i e g e s e tz a u ge¬
nommen und in einfacher Abstimmung die vom Senat
zurückgelangte Gesetzesvorlage, womit die Konvention neit
MrWanqne de France gebilligt wird, angenommen.
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zionistische lopnien.
her lelrglertentag der
lieber den Beginn des deutschen Zionisten¬
tages in Wiesbaden a.M 28. DeMder bäl>eN
wir bereits berichtet. Es bW nfiö tttittNichr Vtl
folgende Bericht dorr
Gäste evichwnen. In der EröfsttritlZssitzung ei-
schienen Vertreter m Regierungsbehörden, fot Stadt
Wiesbaden, der jüdischen Gemeinde Wiesbaden und des
Rabbinats. Eine besondere Bedeutung erhielt die Tagung
durch die Anwcsenhciit des Präsidenten der Zionistischen
Weltorganisation Dr. Chaim W e i z m a n n.
Der Vousiforibe der Zidnistischett Pereiniguug. für
Deutschland, Herr Dv. Alfred Landsberg, hielt die Er-
össmrngsvede. Er sandte einen Gruß cm die Ehaluzim in
Palästina und betonte
die Notwendigkeit der Galutharbeil.
Dr. Landsberg tvandte sich darin gegett diü vom ZetttM-
verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens aus An¬
laß der bevorstehenden Wahlen iri die Landesversammlnrig
jüdischer Gemeinden Preußens ausgegebene Parole, für
keine Liste zu sttmmen, auf der Zionisten als
Kandidaten figrivierett. Herr Dt. Lattdsbetg betonte,
daß die Zionisten gegenüber dem Staate und bm Geburts¬
land positiv eingestellt sind und daß deshcklb der
«wkizioriistlscheu Paräe dös.Zentralvereins jede innere
Grundlage fehlt.
Alts die Rede Dr. Landsbergs folgten BcgrüßunM-
ansprachen der verschiedenen Vertreter.
Dr. Chaim Weizmann
das Wort zu einer mehr als einstündrgeN Rede üver die
Politische Lage des Zionismus. Er tvandte sich gegen
den Bericht der Mandatskommission <tU
den Völk e r b u ti d, der die Qualität des jüdischen Eiw
wvndererelements iri Palästina anzweifelt, tirid betonte, daß
diese Meinung der Mtglieder der MlndätÄornmisfiou
durch die stsenbareu Tatsachen widerlegt ist. Doktor
Weizmann kenngeichttete dann das Verhältnis des
K a t h o l i z i s m u i $ um Zionismus, schilderte die
Aussichten der neuen Eintvandevuug und skizzierte den
gegenwärtigen Stand der Frage der ErroMrung der
Je wist) Agsncy. Dr. Weizmann wurde vor Beginn und am
Schluß seiner Rede von den Delegierten und GM» Air-
unsch Momiert.
Hieraus hielt Dr. Artur Hantle den in der letzten Zeit
verstorbenen großen Juden, insbesondere dem Moskauer
Rabbiner Jakob M a s e und dem in Cineirinüti verstorbe¬
nen hervorvagendsn jüdrschett Lenker Dr. David Neu¬
mark, ttef empfundene Nüchmfe.
In der Nachmitfagssitzung des 28. Dezember erstattete
der Vorsitzende der Zionistischen Bereinigung für Deutsch¬
land Dr. Alfred Landsberg
de» Tätigkeitsbericht,
der sich auf die Zeit vom 1. Juli 1923 bis Ende Dazembtr
1924 erstreckte. Nachdem in den letzten Monaten des ver¬
gangenen JahveS die gesamte Arbeit ivegen der unsicheren
wirtschaftlichen Lage erheblich erschwert war, konnte am
Beginn dieses Jahres infolge der Stabilisic-
rung der deutschen Valuta zum erstenmal seit
Jahren eine ungestörte Arbeit vollbracht tverden. Das
Hauptgewicht wurde auf die N e n b e l e b n n ^ derz i o-
nistischen Propaganda gelegt. Die Bindung mit
Palästina ist in der BErichtsPeriode eine engere geworden.
Eine erhebliche Zahl deutscher Zionisten ist nach Palästina
übersiedelt, da runter vier Mitglieder des Lande svorstandes,
der im ganze» 15 Mitglieder zählt. Es sind dies die Herren
Felix Rosenblüth, Chaim Arlosorofs, Fritz
L ö w e n st e i n und Moritz B i! e s.k i. Die Erziehungen
arbeit innerhalb der Gmppen, insbesondere die
hebräische Sprachbewegung in Deutschland,
wurde sehr gefördert. M wurden durchgebildete hebräische
Lehrer in zahlreiche Gruppen entsendet und neue hebräische
Zentren geschaffen. Das Hauptorgan der Z. B. f. D., die
„Jüdische Rundschau", wurde Iveiter ausgestaltet, die
Abvnnentenzahl hat sich im letzten Jahre verdoppelt. Mch
wie vor war cs die ganz besondere Sorge der Z. B. f. D.,
die .Hachscharah lVotbereitung des Menschen Materials für
Palästina) zu fördern und anszugsstalteu. Auch das
PMstinaamt wurde ausgobaut und ertveitert. Die Zahl
der Zionistenstouerzahler stieg Von 3000 im Jahre 1923
in diesem Jahve auf 6900. Zum Schluß.wird geklagt, daß
durch die Exekutive in London wenig An-
regungeu kolttmetr und daß eine star t c Orgauisa"
tionszentralc fehlt, die die Binduttg unter den ein¬
zelnen Verbänden aufrechterhält.
Die siebente Landeskonferenz der Zionisten
Kongretzpotens.
Warschau, 30. Dezember. (I. T. A.) Zu Beginri der
sioeiten Sitzung der Landeskonferenz wurden Senator
Dr. B r a u d e zum Vorsitzenden, Deputierter Dr. Sch i p-
per und Leon Lewite zu Vizevorsitzenden, die Herren
M. Feldstein, Weil, Lew, Reumann, llri-
sohn, Dr. Schleicher, Ing. Temki«, Berson
und Frankel zu Beisitzeudm, Rosenhart und Rü^
binstcln zu Sekretären gewählt. Senator Dr.. Brau de
dankte in einer kurzen hobrmschen Rede für das ihm ge-
schc-urte Vertrauen und hielt den verstorbenen Mitgliedern \
deutsch«» «MM.
der Zionistischen Brgariisütiou, Rabbiner Wkase, Dr. Da¬
vid Nenlnabk» FM tzMotv, Scheinmaun, Ing. Scheiß
kiri, M. Mi FroM u. a. iri. Nachrufe.
. Dev HWritztz .^kästdent der Lande'SVWriisütlon
Ahg. Ä r ükißä ü R sprach sich im Namen der M i n d e r-
h ö i t gegen die BerMiteMrig der Basis der Jewifh
Slgency durch Aufnahme von Nichtzionisten
aus. Er sagte für den kommenden KvNgbeß Sitte» schweren
Konflikt voraus, da nicht zu erwarten ist, daß die Nicht-
zion'istischen Vertreter zustimmen wurden^ daß dev Zio-
nistenkongreß die auf der Tagesordnung stehenden Feigen
lösen soll.
M würde m\l eirir ieWxWsche BiHMWitz Ar
Londoner zionistischen Exekutive verlescu,
in der die Hoffnung aus eine erfolgreiche Arbeit Her Helden'
haften pollnschen Judeuheit ausgedrückt wird.
In dev zweiten Sitzung wurde tzer Bericht über die
Tätigkeit litt letztM Jahve verlesen» an den sich eine allge¬
meine Debatte schlöß. Es wttM darin die folgende Resolu¬
tion angenommen: Die siebente Konferenz der Ziolüsti-
schett Orgötttsvtiött Polens erklärt: So lauge der indisch'
Weltkongreß als die Vertreterschaft des gesamten jüdistbcn
Volkes, oas sein VateMntz in Paläst'nia äufbaut, nicht zu-
sairrmengüreten ist, muß der zi ö n iftlfch.v K ö nH r rst
als die einzige legittMe Vertrctüng der Nettaissti^c-
bewegung des jüdischen Volkes, als die höchste In
stü nz für alle AngäWiheitett dev,PalästlriääusbariäEei:
angesehen tvebden. Es darf kein Schritt »riterrioMiueü.
kein A 6 k ö itt ill e ri getvöffe U werden, welches direkt
oder indirekt d i e ,s o.u Vera ne Macht des zi'ö Nisi i-
s ch e n Kongresses cinsthränken konnte.
Ein Vertreter der jüdischen .Hattdiverker pMHierte
gegen die E i N w » n d e r tt tt g s ß v s ch r ä tt k tt N g ö tt i n
Palästina iri einer Zeit, da der Msche HandMicker.
überall bedrangt, in ftitt Land will.
Jahveskottfevettz der hoüünvischen Zionisten.
Iri R ö tte vdä m hät ain 24. ttnd LZ. Dezeürber die
?5. Konferenz des NiMrländischtztt Zionrstenbundcs statt-
gesunden. Voir den Beschlüsse,t ist der wichtigste m einer
Resolution eütHallen, wonach die z i o n i st i s ch e u
K tlraioreu Keren Mjesiod den Beschlüssen der Jahres-
oersanrmlung unterstehen. Die neue Loituug wird erst in
einer demnächst stattfindenden Versammlung gewäb'«-
werden
Die Emigrationskottfereriz \n Tel-Äwitv.
Wie schon berichtet, fand Mitte Dezember mr Herst-
Gyurnasitmr in TelMvrw eine von der
Exekutive und denr Waad lenmi eiinberufene Mrvftrcn>',
zur Beratutvg der Frage der ElMvandeMing der Jrcheu in
Ereg Israel statt. Die Kmlferer^; protestierte gegen den Be¬
richt der ständigen MaindaisEomittisston des VöltkerbltttR's.
llcher den Verlauf der Kmfferenz liegt uns folgender Bei
richt vov:
Den Vorsitz führte der Bürgermeister von Tel-Atviw»
Herr Diseugofs. Der Präsident des Waäd leniui,
Dr. Ja^oib Thön, betmtte, daß diese Körperschaft stets
großes Interesse am J-MmigrattonsPtMem nimmt, und
polentisterte gegen die Velhäuptidttg des Berichtes der
MandatÄonrtnission. daß den jüdischen JnMigraniei,
laMvivtsch.Etliche EigttMg und Evfalhttmg aWihe. -
Herr Mete rit t tt § I h» als Vertreter dev Arbeiter¬
schaft, sprach über das den Jrittnigvatio'NsNovNEtt -'zu¬
grunde liegende Prtnzih, wonach die Einwanderung ge,näß
der Mrsnabmesrihigkeit des Landes beschränkt sei. Er führte
Fälle an, m boueu Schwestern und Bräuten Vertveigert
wurde, ihre Brüder oder künftigen Eheimäuner gu be¬
gleiten. Auch Miestieue er on-ergifch geger: A^
Weisungen «ns politischen Gründen.
Die Lage der mir einigen Mitteln ansgestatteien Im -
Migranten wurde von Herrn Snprasky, einem führeir
den Mitarbeiter der Gemeinde Tel-Awim, besprochen. Er
glaubte, E'mwmrderer dieser .Kategorie zu besondere r
Ä o r s i ch t mahnen zu müssen Und schlug die Bildung
eines Koniitees zuur Etttpsang der Jrnmigranten, zur- Re-
gckuing der brennenden Wohmulgssragc und zur Bevsor-
gn-ug von Krediten vor. ^ Insbesondere lvarnte er vor
Ausivüchsen der Bodenspekulation.
Herr Sprinzak, vom Avbeitsdeparteinent der
Zionistischen Exekutive, legte die Lage und Anssichteu der
Arbeiter dar. Zurzeit haben 1500 Arbeiter in der In'
dustrie und 2500 in den verschiedenen landwirtschaftlicheu
icdlungen Beschäftigrlng gefunden. Von itlsgesamt
13.000 Personen» die physisch arbeireu, sind zurzeit nur
wenige hundert arbeilslos.
Herr Z. Butkowsky (Ehedera) als Bertteter der
K v i o n i st e n begrüßte es, daß deren frenndlichere .Hal¬
tung gegenüber der Arbeiterschaft vielen Arbeitsrn den
Zn.tritt in die Kolonien ermöglicht hat.
Van Brie Stand, Schatzrueister der Zi-omstischeu
Palästinaexetütive, lwies ans die ab n eh m ende Z tft
f c v des C ha tuz - Elementes in der Emtvande- .l
rung hin. Hingegeit steige die Zahl der bemittelteu-
Einwanderer, welchw' allein von Ms bis Oktober!
zirka 840.000 Pfund Sterling dem Laude z-rlgeführt haben.
Herr P i ch Mitglied des Zionistischen Jmmigra»!
liousfopariemeuts, hieß die Mitarbeiter der Oefsentlichkeit.
tvillkommen. Der nächste Zmnsteukongreß müsse unbe«.
dingt ein größeres Budget für Jmntigratio» aus fori Mt-!
telu des Keren .Hajcsfod bewillige». . ' !
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