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Erzeuger:
Alexander Kalmar, Wien,II, Nordbahnhof
Zer zentralrat der Agndah in Polen.
Warschau, 6. Dezember. (I. T. %) In Warschau tagt
gegenwärtig btx Landeszen4ra-I>ra-t b -cr Agu b ah
im Beisein der Mitglieder des Weltzentralrates Rabbiner
Horowitz (Wien), Fakob Rosen-heim ^Frankfurt
>ll. M.) und Dr. P i n k <i s C o h u.
Herr Dr. Pinkas Cohn gab in der Ecösfnuugsrede
cnut-cn Uc>b erblick über di-e geistige und ulaterielle Lage der
Agudah in Polen, die viel e s z u 'w ü n s ch e u it brig
l äß t. Er berichtete fobamt über die Verha n d ln n ge n
util der Zionistischen Weltorganisation.
Es -wurde beschlossen, das; keine poliitische Aktion ohne die
Zustim-nulng des großen Rabbinerrates untrrnmnrnen wer¬
den solle. *
Kine KinheiiMte bei de» Breolaner
Mischen Vemeindewahlen.
Breslau, 4. Dozemlber. (I. T. A.) Die Wahlen zur
jüdischen Goineindcoevtretnng sind .für Sonntag den 7. Fe¬
bruar 1926 ajusgeschrioben worben. Bk die ,/Jüdische Zeitung
s->ir OstdenMand" erfährt. wurde in einer Sitzung der Ver¬
treter der Parteien der Breslauer Gemeinde ein-
stMMig Heischlossen, eint Einheits'liste sämtlicher Par¬
teien aus der Basis des Wahlergebnisses vom Febvimr 1925
Mahle,! Knin PceuWcheu LandesveÄaitd). ulchalstellen.
Danach' müchen erhalten: die liberale Fraktion 16, die ver-
oiimgte i)'ionist isch-mis r achiiftische - Fraiktion
(unter Berücksichtigung der ost-j-üdi'schen Kreise) 4 nnd der kon-
-fervative Födderungäverein (einschließlichAgudah und Achduth)
4 Sitze.
Nene Zchtsierigkeiten im polnischen Kabinett.
Das Expose des Finanz,niilistcrs verschoben.
(Eigendienst der „Wiener Ador-genMitung".)
Warschau, 8. Dezember. Das Expose, das -der
F i n a n z m i u i st e r morgen im Sejm hätte halten sollen,
wird einstweilen'nicht vorgelegt werden. Es .verlautet, daß
diese Verschiebung in-solge neuer iSchwierigkeiten -im iKabi-
n>ctt notwendig geworden ist.
(Miyittiui
» Jiii, >
s. WkMM
Set Steiger-Prozeß.
Sin Wienet Nelaftnngszenge.
(Bon unserem ».-Korrespondenten.) z
m, ■
In einem großen Teile'unserer Auflage konnten wir
NM den vorläufigen kurzen Bericht unseres Korrespon¬
denten über die MsontagverhaMung im Steiger-Prozeß
veröffentlichen, der kein klares Bild über die Vorgänge
dieses Prozeßtages gibt. Den erst in später Nachtstunde
ciugelangten und nur. noch in einer» kleinen Teil unserer
Auflage untergebrachten ausführlichen Bericht unseres
Lemberger H-Korrespoudenten lassen wir nun hier noch
einmal folgen:
Der in der Smnstagverhandlung verlesene Bericht
des Polizeikommissärs Borvszynski, der ' nach
Wien entsendet worden war, um Erhöhungen darüber
zu pflegen, ob #
Steiger in Wien
Beziehungen zu kommunistischen Kreisen gehabt
habe, lautet negativ. Dies ist von besonderer Wichtig¬
keit, weil Leim Lemberger Gericht ein Akt erliegt, in dem
das
Referat eines Beamten der Wiener polnischen Gesandi-
schast namens Julius Frydrych
enthalten ist, der auf Grund der Angaben eines P o l i-
zeikonfidenten, dessen Namen er angeblich
nicht nennen kann, erfahren haben will, daß Steiger
in Wien 'mit einem b o l s ch e w i k i s ch e n Kurier.
n,ci mens Roth Verkehr pflog, sowie daß Steiger
einer kommunistischen - Gruppe „M i ch a 1 1 -o w c y" an¬
gehörte. Durch die Aussagen des im Prozesse als Zeugen
vernonnnenen Chefs der Lemberger politischen Polizei
wurde bereits festgestcllt, daß die angebliche „Mi-
chailowcy"-Grr>ppe überhaupt nicht existiert hat und exi¬
stiert. Um nun die von der Anklage für ihre Indizien
gegen Steiger so dringend benötigte kommunistische Be¬
tätigung Steigers vollends uns der Welt zu schassen, be¬
antragte Verteidiger Dr. Landau, den erwähnten
Frydrych als Zeugen vorzuladen und ihn unter
E n thebu n g v om Di enstgeheimnis dazu zu
zwingen, daß er den Namen des Polizeikonfidenten nenne,
dem er seine Mitteilungen verdankt. Dr. Landau begrün¬
det seinen Antrag damit, daß Roth, mit dem Steiger
Verkehr gepflogen haben soll, zur Zeit des Wiener Aus- *
enthaltes Steigers, überhaupt n i ch t i n Wien, sondern
in Berlin war, das; er ferner kein bolschewikischer
Agent, sondern ein
Agent provocateur ver Horthy-Regicrurrg
sei. Diese- Angaben könnet, von seiner in Wien lebenden
Gattin bestätigt werden, deren Vorladung Dr. Landau
ebenfalls beantragt. Ztl bemerken ist noch, daß Steiger
wiederholt über seine Beziehungen zu Roth beftagt wurde
und jedestnal erklärt hat, daß er Roth überhaupt nicht
kennt; ferner hat die als Zeugin vernommene Lokomotiv-
sührersgattin Viktoria L e d l aus Wien in ihren auch
sonst sehr phantasievollen Aussagen etwas von einem
Wiener Polizeikommissär erzählt, der ihr gesagt habe,
Steiger sei ein polizeibekannter Kommunist. Es scheint sich
hei den Aussagen der Ledl um eine schlecht wiedergegebene
Vorlage gehandelt zu haben.
So bewegt sich in den letzten Tagen der Prozeß
eigentlich auf Zwei Geleisen, der Olschanski-Spur und den
Indizien über Steigers kommunistische Betätigung. Die
Verteidigung muß der Entkräftung dieser letzteren Indi¬
zien naturgemäß erhöhtes Augenmerk zuwenden, da es der
Staatsanwaltschaft, der bie immer klarer zutage tretende
Attentatsspur, die nach dem ukrainischen Lager weist, un¬
angenehm ist, und die naturgemäß
einen Kommunismus Steigers
MN jeder, Preis als Beweis dafür beibri Ilgen will, daß
er das Attentat begangen haben könnte. Mihsam sucht
nun die . Verteidigung alles zusammen, was ihr ermög¬
lichen würde, das Gericht zu einer Überprüfung des
Geständnisses des Ukrainers Olschanski zu veranlassen.
Daher hat sie auch den Antrag gestellt, den angesehenen
Lemberger Advokaten
Dr. Baezynski,
früher Mitglied des ukrainischen Klubs (nicht wie es in
unserem gestrigen Bericht, infolge eines Schreibfehlers
heißt, des Polenklubs. Die Red.) des österreichischen Reichs¬
rates als Zeugen zu vernehmen. Dr. Wladimir Baezynski
sagte aus, er habe nicht lange nach dem Lernberger Atten¬
tat, jedenfalls noch im Sepien,der 1924, einen bekannten
ukra n i s ch e n Gelehrte n, mit dem er befreundet
sei, getroffen. Dieser Gelehrte, der, da er in der ukraini¬
schen Bewegung eine hervorragende Rolle spielt, ständig
im Auslande lebt, und nur von Zeit zu Zeit mrch
Lemberg kommt, habe ihm (Baczynski) gesagt, das
Attentat sei von einem Mitglied der geheimen ukrainischen
Militörorganisation verübt
worden, und ihm dabei auch genau geschildert, wie der
Attentäter, ein ukrainischer Stuben t, sein
Leben rottete: als der Attentäter nämlich die Bombe ge¬
schlendert hatte, blieb er starr auf seinem Platze
stehen und ergriff nicht wie-alle übrigen Umstehenden
die Flucht. Dies rettete ihn, da niemand gegen ihn Ver¬
dacht schöpfte. Diese Angabe ist von großer Wichtigkeit,
da sie den Mitteilungen Olschanskis, wie er sich beim
Attentat verhielt, vollkommen entspricht.
Aus die Frage des Vorsitzenden, wer sein Informator
sei, erklärte Zerrge Dr. Baczynski, er könne den Namen
nicht nennen, da er
ehrenwörtlich zum Stillschweigen verpflichtet
wurde. Einem seiner Freunde namens R a w i c z Habs
er von dieser Begegnung Mitteilung gemacht. Rawicz
habe ihm während des ersten Steiger-Prozesses vor dem
Standgericht ersucht, sich ^ als Zeuge zu melden, und auch
Rawicz als Zeugen anzusühren. Dr. Baczynski habe
jedoch dieses Ansuchen mit Rücksicht auf seine Schweige¬
pflicht abgelehnt, um so mehr als er damals fest über¬
zeugt gewesen fei, Steiger werde freige¬
sprochen werden. Nach der Verhaudlung vor dem
Standgericht habe er, Dr. BaezynsN, sich zweimal brief¬
lich an seinen Informator mit dem Ersuchen gewendet,
ihn von der Schweigepflicht zu entbinden, jedoch beide
Male sei sein Ersuchen abgelehnt worden. -
Die Aussage Dr. BaeZynskis machte geradezu sensa¬
tionellen Eindruck. Die VertMgung beantragte sofort
die Einvernahme des erwähnten Rawicz als Zeugen. Das
Gericht wird über alle Anträge seine Beschlüsse Mittwoch
bekanntgeben. Nachdem noch der Hauptmänn R o m a-
n o w s k i als Zeuge einvernommen worden war, der er¬
klärte, er sei gleich nach dem Anschläge am Attentats¬
ort erschienen, habe jedoch ans der Suche nach Spuren
und Resten der Bombe nichts Aufsälliges gesunden, auch
keine Spuren eines
Glasröhrchens,
von dem Olschanski in seinem Berliner Geständwis bei
Beschreibung der Bombe spricht, vertagte der Vorsitzende
die Verhandlung aus Mittwoch.
Sie bMosen Senemle.
Paris, 8. Dezember. (Wolfs.) Nach,einer Meldung
des „Nelv-Nork Herald" aus Madrid ist eine baldige
Umbildung des neuen Zivilkabinetts, das
an die Stelle des bisherigen Direktoriums getreten ist,
vorgesehen. Die jetzige Negierung könne wegen der poli-
tischen Unerfährenheit ihrer Mitglieder
keinen langen Bestand 'haben. Es sei klar/ daß sie das
Parlanrent nicht znsanrinenbernfen werde, da ja ihr Be-
stchen von der Aussetzung der versassungsmäßigen Rechte
abhänge. Das Kabinett könne als ein Uebergangs-
k a b i n e 11 angesehen werden, das als Ausgangspunkt für
die Wiedereinsetzung einer verfaissungs-
nt äßigcn Regierilng diene. Alle diesbezüglichen
Pläne seien indes von der unbekannten Haltung ab¬
hängig, die das Heer unter dem neuen Regime ein¬
nehmen werde.
Ser deutsche Arichstag.
Berlin, 8. Dezember. Morgm nehmen der Reichs-
k a g und der p r c u ß i j ch e L a n d i a g nach kurzer Pause
ihre Arbeiien wieder auf. Auf her Tagesorduuug der
Reichstagssitzung, die uiu 2 Uhr nachutittags beginnt, steht
die Fortsetzung der dritten Lesung des Neichshaushalls-
vor-anschlages, und zloar für' das ErnälMngsminilsteriunr
und Landwirtschaftsminilsterium.
Im Reichstag ist ein Auirag des Abgeordneten
Müller (Frankeu) eingegaugen, einen Unter¬
such u n g s a n 'S s ch u tz einzusttzen, der d i e F.e m e-
o r g a n i sä t i/o u und' die. mit ihr im Zus-ammenhang
stehenden Fem e in o'r de ' u n d 's o n st 'ig e n st r a f-
bare.n.Ha n dlunge n zu untersuchen hat.
Spionage.
Der französische Flugzeugbau.
Paris, 7. Dezember. (Wolfs.) Bor einigen Tagen
wurde in Versailles der Marinoffizier Lionel
W i st, der «sich in dortigen Militävkreisen bejwegte, unter
dem Verdacht verhaftet, seine Uniform und seine Orden
unrechtmäßigerweise zu tragen. Diese Ver¬
haftung hat jetzt-weitere Folgen nach sich gezogen. Auf
Grund von Eingeständnissen des Verhafteten und von
Enthüllungen seiner Freundin ist deren Freundin Marche-
Moreuil unter Anschuldigung der Spionage ver¬
haftet worden, Marche Moreuil soll, wie die Morgen-
blätter melden, bereits ein Geständnis abge¬
legt habe n, daß sie sich bemüht habe, f iii t. eine,
fremde Macht Nachrichten über den französischen
Flugzeugbau zu beschaffen. Fm Lause des gestrigen
Tages sind drei weitere Verhaftungen vorgenommen wor-
Letzte Kurie.
New-Avrk, 8. Dezember. (Tel.-Konw.) Berlin 23.80. London
Kabel 4-.85 6 /, C( London Scheck 4.80 7 / a , Amsterdan, 40.18, Paris
3 81. Brüssel 4.55. Nom 4.05. Madrid 14.26. Zürich 19.29,
Srockliolm 26 76. Oslo 20.32 Kovenbagm 24.97. Wien U l l i6f
Budavest 14V lß , Prag m% Belgrad 1.77V,, Wen 1.83,
Buenos Aires 41V,/Rio de Janeiro 14.08. Bukarest 46 e /i
New-Dorll, 8. Dezember. tTel.-Komv., Weizen roc Winter
1967,. Weizen bart Winter 195 Mais 947$, Hafer 52 8 / s ,
Roggen 118.
Ehikagl». 8. Dezember. s'Tel.-Konw.) Weizen per Dezember
176, Mm 171 Juli 1497*: Mais per Dezember 787»,
Mai 84, Juli So 3 /*; Haler ver Dezember 41 3 /< Ätai 4-7s#
In » 457z'. Roggen per Dezember 106, Atai 119, Just
111 '/..
den, und Kvar wurden verlhaftet der Engländer Lea th e r,
der chemalige Pole und jetzige naturalisierte Engländer
Fisher und der Engländer Philipps. Leathrr soll
Leutnant, Philipps Unteroffizier in der englischen Armee
gewesen sein.
Für England nnd andere Mächte.
Paris, 7. Dezember. (Havas.) Wie die Mütter mel«
den, beteuern die in der Spionageaffäre verhaftetm Eng¬
länder ihre Unschuld, doch haben sie eiugestanden, daß sie
dem Nachrichtendienst angehören, Nach dem ,Matin ver¬
mutet man jetzt, daß diese drei Personen nicht bloß
süx englische Rechnung gearbeitet haben.
Aas Moskauer Schachturnier.
Heute wird die letzte Runde gespielt.
Aus Moskau wird uns vom 8, Dezember berichtet:
Der heutige Tag war der Austragung von Hängepar.
tien gewidmet. Besonders erfolgreich wqr^Reti, der aus
feinen zwei abgebrochenen Partien 1 l /« Z§Dr herausschlag^
konnte. Die Ergebnisie lvayn: Spielmann schlägt No.
man'owski, Reti gewinnt gegen Bogadistschuk, du
Partien o r r e—Fli n md Wer li n ski—R e ti eyde.
icn remis.
Vor der letzten (21.) Runde ergibt sich rmnmchr sol>
gmder Stand: Bogvljnbovv 15, Laster 13Vs, Eapablancc
137-, Marshall 117-, Torre 11% Romanowski 11. Tartu
lower 11, Reti 11, Jlin 10%, Bogadistschuk 10, Grünseld 10.
Rnbinstein 97-, Rabinow'cz 87-, Werlinski 87-, Spiel
mann 87», Löwenfisch 8,' Gotthils 6, Dus-^hotimirsky h
Dates 6, Saemijch & L Zuwarow 47«.