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KHamberlains Besuch in PalSftina.
Grobe »orbereUnngen für de» Smpsang der Außenministers.
(Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".)
London, 31. Dezember. Wie Ihr Berichterstatter erfahrt,
begibt sich Nr Auston Chamberlain von Italien, wo
er zum Besuch seines kranken Sohnes weilt, nach Palästina,
um sich über den Stand des jüdischen Aufbaues
zu informieren.
Nach hier eingelangten Mitteilungen werden bereits in
Palästina großeBorbereitungen für seinen Emp¬
fang getroffen. Die jüdische Bevölkerung Palästinas beab¬
sichtigt, den englischen Außenminister, der anfangs Jän¬
ner in Jerusalem eintveffen soll, feierlich zu begrüßen.
Plunrer im Technikum in Haifa.
Jerusalem, 31. Dezember. Der Oberkommissar Lord
Plumer besuchte das hebräische Technikum in Haifa und
gab bei dieser Gelegenheit seiner besonderen Zufriedenheit über
dm Lchrbetrieb an dieser Hochschule Ausdruck. Er bezeichnete
dar Technikum als ein mustergültiges Institut,
das in der Entwicklung Palästinas eine bedeutende
R ollc sp ielt. Lord Plumer ließ sich nach der Inspizierung
der Anstalt im Kreise'der Schüler und Lehrer photographieren.
NastMa Kemal gegen einen Krieg.
London, 31. Dezember. Der Korrespondent der „W e st-
m r n st e r G a z e t t e" in Angora, meldet: Nach der Diens¬
tag erfolgtm Einweihung des - milüärischen. Klubs hatte
Mustapha Ke mal Pascha, nachdem aste'Fremden sich
zurückgezogen hatten, eine vertrauliche Besprechung mit'seinen
Generalen. In dieser Besprechung erklärte er über die Mög¬
lichkeiten eines Krieges, däßdieTürkei e s si ch nicht
leisten könne, Wegen des Irak einen Krieg zu
beginnen.
Der Bericht des Blattes fügt hinzu. Saß die Entsendung
einer britischen Mission zur Regelung des Mossul-
prMemS mit sorgfältig ausgewählten Mitgliedern, zu denen
jedoch Kolonialsekretär Amerh nicht gehören dürfe,
b^rüßt werden würde.
Der Außenminister Tewfik Ru sch di Bei ist hier
eingetroffen. "
VaniilamWcher Kongreß.
Berlin, 30. Dezember. Der Jerusalemer Berichterstatter
der „Bossischm Zeitung" meldet: Jb n Saud wird in den
nächsten Tagen eine-Delegation nach Aegypten schicken, an¬
geblich, um Aegypten zu dem pan islamitischen
Kongreß einzuladen, der — zum soundsovielten Male
— für Jänner 1926 nach Mekka einberufen wurde, um
über die Zukunftdes Hedschas zu entscheiden. Bei
dieser Zusammenkunft soll auch die Frage behandelt wer¬
den^, wann Aegypten wieder mit der Entsendung der Ge¬
schenke an G e t r e i de und anderen Nahrungsmitteln be¬
gannen wird, die bis vor zwei Jahren ständig nach MM
gingen und einen Gesamtwert von 50.000 Pfund hatten.
Hedschäs ist zu arm, um seine Einwohner ohne diese Unter¬
stützung ernähren zu Onnen. Nun Wt aber Aegypten die
Taschen zu, und die indiskrete V-eiröfsentlichung des ,Mo-
kattam", der angesehensten Zeitung Aegyptens, über die Er¬
richtung eines beinahe formellen Pxotektorates
Englands über Ihn Saud hat ihm geschadet. Der
Vertreter Jbn Sauds i» Kairo, Ibrahim rbn Mamur
el Nekdi, hat zwar entrüstet protestiert und die
ganze Meldung von englischem Protektorat als eine
Lüge des durch Jbn Saud aus MM vertriesbtznen Königs
Ali bezeichnet, aber man glaubt ihm nicht, und dar Emp¬
fang der Gesandten Jbn Sauds im Nilland wich wahr¬
scheinlich sehr kühl sein.
Jbn Sands Reformen.
Paris, 31. Dezember. (Tel.-Komp.) Wie aus Beirut
gemeldet wird, hat Sultan Jbn Saud nach seinem Ein¬
züge in Djeddah das Trinken alkoholischer Ge¬
tränke und das Rauchen ans den Straßen ver¬
boten.
Hinsichtlich der Politischen Reformen erklärte er, er
wolle nicht der Beherrscher Arabiens werden, sondern er
toerde einen muselmanischen Kongreß nach
Mekka einberusen, der Arabien eine Regierung und ein
Parlament gelben soll. Jbn Saud betonte, daß er keinen
panislamitischen Feldzug gegen irgendeine
europäische Macht führen werde.
stonvenrlr Friedenrverhnndlmlgen.
Paris, 31. Dezember. (Wolfs.) „New-Iork Herald"
meldet aus Kairo, daß die FriedensverhaMungen zwischen
-e I o u v e n e l und den D r u s e n gut sortschreiten.
In Beirut sind 4000 Mann französische Truppen als
Verstärkung eingetroffen. Weitere 10.000 Mann werden bin¬
nen kurzem erwartet.
Neue SlrabeMmpfe in Santastos.
Paris, 31. Dezember. (Tel.-Komp.) Wie aus Beirut
gemeldet wird, haben in 'der vergangenen Nacht Banditen
von der Plattform eines Straßenbahnwagens aus das
Feuer auf die Gendarmerie eröffnet. Zwei Gen¬
darmen wurden getötet, mehrere verwundet. Infolge der
Schießerei entstand eine Panik.
»riand emtffttgt nicht den delegierten
. _ Abd el Mm». ..... ,
Pavis, Ä. /TMmber! (Tel-Komp.) Das MnHGche
Aȧenminlsteriunr - hat dem Mgesan-dten Ahd el. Krims,
Hauptmann Govdon Eunning,, ein Äntwo-rtschreiben zu
Hauptmann Gordon C u u n t n g, ein Antwortschre,iben zu-
Außenminrfter B r i a n id a b g e l e h n t wird.
Aus den Tag!
Berlin, 30. Dezember. Das seinerzeitige Frühstück des
russischen Außenministers Tschitscherin lbeim Chef
'der Reichswehr, General v. Seeckt, soll, wie in diplo¬
matischen Kreisen behauptet wird, noch ein Nachspiel
gehabt haben. Der englische Botschafter soll wegen
dieses Frühstückes beim deutschen Auswärtigen Amt vor¬
stellig geworden sein, und zwar ans Grund der beim Früh¬
stück gehaltenen Reden.
Tschitscherin soll ungefähr folgende Gedankengämge
entwickelt halben: Die englische Politik sei heute nicht mehr
die frühere -des Mächtegleichgewichts, vielmehr gehe die
englische Politik heute einerseits darauf aus, Frankreich
und Deutschland jeweils gegeneinander auszusprelen,
andererseits will England durch den Londoner Vertrag die
Westmächte gemeinsam gegen Rußland zusammechühren.
Die deutsche Armee, habe Tschitscherin dargelegt, sei
zwar klein, könne aber als solider Kern durch die M a f s e n
der russischen Heere im Falle eines Krieges gegen
den Westen aüsgesüllt werden. Gegen Ende des Frühstücks
habe Tschitscherin fern Glas erhoben und Seeckt ironisch
lächelnd zugetvunten. ,Kuf die Eventualität,
v.on der wir hoffen, daß sie nicht eintreten
w i r d." Von zuständiger Stelle wird der behauptete Schritt
des englischen Botschafters dementiert.
Me man in den Wald mit.
Prag, 31. Dezembeir. Die „Rar. Politika" nimmt das
jüngst vom österreichischen Nationalrat genehmigte Gesetz
zum Schutze des heimischen Ar'beitsrnaEes zum Anlaß,
um Repressalien von tschechischer Seite zu fordern.
Das Blatt behauptet nämlich, daß dieses Gesetz sehr fühl¬
bar die zahlreichen tschechischen Arbeiter treffen werde, die
in Wien beschäftigt sind und die auf Gvuud diese« Gesetzes
nunmehr allen möglichen Chikanen, ja auch Aergerem aus-
gesetzt sein werden. Bei uns, sagt das Blatt, sind 160.000
Ausländer in Stellung, die zum größten Teile schöne lei¬
tende Posten haben, die sie mißbrauchen. Wir dulden sie
hier, obwohl sie wirklich lästige Ausländer sind.
Bisher hat niemand bei uns.gegen diese ausländischen Arbeit¬
nehmer auch nur den Finger gerührt. Wer das wird Mt
so weiter gehen.
Ser Sturm neuen Stephen Me.
<$itt Schreiben Undermeyers.
Rew-Aork, 29. Dezember. (I. T. A.) Der Präsident de?
amerikanischen Keren Hajessod, Samuel Und erm eyer,
sprach in einem Schreiben an Dr. W i s e die Absicht aus.
allen seinen Einfluß auszuüben, damit Dr. Wise zur Zu-
rücknah me seiner Resignation bewogen wird.
Erklärungen aus Palästina.
Jerusalem, 29. Dezember. (I. T. A.) Oberrabbine'.,
K n k äußerte, er könne zu diesem Streitfall solange nicht
Stellung nehmen, als ihm nicht der genaue Inhalt
der von beiden Seiten der Oeffentlichkeit übergebenen Mit¬
teilungen bekannt geworden ist. Im allgemeinen aber könne
er sagen, daß wir Juden als die Träger der Idee des rei¬
nen Monotheismus jeden Juden verdammen müssen,
der einen sympathisierenden oder auch nur einen Neutralitäts-
standpunkt gegenüber Jesus, den die Christenheit als eine
göttliche Figur verehrt, einnimmt.
Der hebräische Philosoph
Dr. Joseph Klausner,
der Verfasser des Buches „Das Leben Iesu", welche-
Dr. Wise zum Ausgangspunkt seiner Predigt gemacht hat,
die in Amerika einen solchen Sturm erregt, äußerte
An keiner Stelle meines Buches ist davon die Rede, daß
die Juden in Jesus e i n.e n jüdischen Lehrer sehen
mögen. Ich habe geschrieben, daß in der Lehre Jesu zwei Ab¬
schnitte zu unterscheiden sind: Der eine Abschnitt ist r e i n e
Ethik, ähnlich der Lehre unseres Hillel: Also ganz und gar
jüdische Ethik. Der zweite Abschnitt ist ebenfalls jüdische Ethik,
aber von Jesus zu einem äußersten Extrem gebracht,
so daß der jüdische Nationalismus und die jüdische Religion,
die beide eine Einheit bilden, durch diese Konsequenz der
Vernichtung preisgegeben find. Dieser Teil der
Lehre Jesu entspricht nicht dem Leben und geht auf die Ver¬
nichtung von Staat und Gesellschaft aus. Wir haben deshalb
keinenGrund, in Jesu einen jüdischen Lehrer zu sehen.
Unmöglich aber kann man leugnen, daß Jesu ein
Kind des jüdischen Volkes ist und daß alle seine
Lehren i m I u d a r s m u s ihre Wurzeln haben. Er ist nicht
dafür verantwortlich zu machen, daß seine dem Heidentum
entstammenden Nachfolger seine Lohre nach nichtjüdischer
Richtung ausgebaut haben.
Der Kanonikus der St. Georgs-Kathedrale, Dr. D a n-
b h, der Klausners Buch aus dem Hebräischen ins Englische
übertragen hat, sagte, die Existenz von Klausners Werk be¬
weise den Sieg des Zionismus im jüdischen
Leben. In früheren Jahren hielt sich der Jude ängstlich
vor jeder Erörterung der Person und der Lehre Jesu zurück,
dessen Nachfolger die Existenz des Judentums vernichten
wollten. Jetzt aber, da das nationale Leben der Juden er¬
starkt und gesichert ist, kann der Judo seine alte Waffe des
Berschweigens entbehren. Der nationale Jude in Palästina
ist innerlichund äußerlich freigenug, um sich
in alle Phasen seiner Geschichte versenken zu dürfen, ohne daß
eine Gefahr für seine neue nationale Kultur entsteht. Dok¬
tor Klausner sieht in Jesu eine hohe jüdische Figur; man
wird .zugeben, daß das Judentum den ethischen
Idealen Jesu nähersteht als dem Christen-
t u m, das aus dieser Lehre hervorgegangen ist.
In den Missionskreisen Palästinas wird
das Werk Dr. Klausners als eine Attacke gegen das Chri¬
stentum stark angefeindet.
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Bukarest, 31. Dezember. (Orient-Radio.) Amtlich wird ge¬
meldet: Kronprinz Karl hat in einem Schreiben an den
König seinen unwiderruflichen Verzicht auf die Thron¬
folge und auf alle aus dieser Eigenschaft und aus seiner Eigenschaft
als Mitglied der königlichen Familie erfließenden Vorrechte aus¬
gesprochen.
Der König hat diesen Verzicht angenommen und in
einem heute in Schloß Pelesch abgehaltenen Rat diesen seinen
Entschluß mitgetült und erklärt, daß er seinen Enkel, Prinzen
Michael, zum Thronerben proklamieren werde.
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