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SMtittt MorWenzertnns
23. April 192C
Nr. 2674
30 Millionen für eine Niederlage?
Sine nrse SnSapefter SkandalaffSre. — Sin Rachsviel in« Match »wo-r«mvereln
S. Sezikk.
lvon unserem Korrespondenten.)
Budapest hat wieder seinen Sporistanbal. Eine angeb¬
liche Bestechungsaffäre beschäftigt die Fnßballwelt,
offiziell und inoffiziell. Bei dem sonntägigen Meisterschafts¬
spiel zwischen dem Turnverein des dritten Be¬
zirkes und dem Vivo soll es nicht ganz korrekt zugegangen
sein. Der Vivo konnte das Wettspiel durch ein in den letzten
Minuten erzieltes Tor 2:1 für sich entscheiden und damit
den ersten Sieg in der Meisterschaft überhaupt feiern. Der
Verein hat sich dadurch seine kritische Situation in
der Abstiegszone etwas verbessert, während der' Turn¬
verein in der Meisterschaftstabelle gut placiert ist.
Nunmehr hat am Dienstag der Buchhändler Alexander
Polgar in der Redaktion des „Esti Kurir" mitgeteilt, daß
die Mannschaft des Turnvereines das Match geflissent¬
lich verloren hat, wofür der Tormann Neuhaus und
der Kassier für die Entlohnung der Spieler vom Vivo
3v Millionen bekommen
haben. Diese Tatsache werde noch dadurch bekräftigt, daß in
den letzten Tagen nach dem Match die Spieler des Turn¬
vereines ihre verschiedenen Schulden überraschenderweise aus¬
zahlen konnten. Der Buchhändler gab seine Behauptungen
auch schriftlich zu Protokoll.
Die Anschuldigungen haben ungeheure Sensation er¬
regt und hängen mit der Person des bekannten Vivospielers
Breuer 2 zusammen, der mit einigen Spielern des Turn¬
vereines in der Woche vor dem Match gesprochen haben soll.
Ueber die Affäre liegen folgende Aeußerungen vor:
Ludwig S p o r k o, der Sek.tionsleiter des dritten
Bezirkes, erklärt, Sonntag erfahren zu haben, daß Breuer
seinen Spielern Anträge gemacht, jedoch schärfste Zurück¬
weisung erfahren habe. Was den zweiten Treffer betreffe, sei
schwer zu entscheiden, wieviel Leichtsinn und wieviel die
übliche Pose bei Neuhaus Schuld daran habe. Auch der
Hakoahs zweites Tvcnningsspiel in Arnerikn.
(Eigendienst der „Wiener Morgenzeitüng".)
New-Pork, 22 . April. Die Wiener haben geistern hier das
zweite Trainingsspiel ckbsolviert. Es dauewe nur eine Spiel-
Hälfte und blieb unentschieden. Als Gegner stellte sich die
Mannschaft des New-Aorker Cityklubs. Für das erste
Match am Sonntag herrscht regste Kartennachfrage.
HalHern kommt nach Wien.
WM H a l p e r ti, deir langjährige Tormann der Hakoaih-
Fußballmannschcvft, weilt bekamMch seit dem Herbst des
vorigen Jahves beruflich in New-Aovk. Nunmehr rüstet er,
wie wir erfahren, zur Heimreise. Cr will noch das am Sonn¬
tag in Netw-Uarck stattfindende erste Match der Hakoah mit¬
ansehen, woraus er sich Montag den 26. tz. einschrffen wird.
Holpern dürfte am 6 . oder 7. Mai in Wien eintrefffen.
JntermEonal—Akademisch^ Team 5:3 ( 2 : 2 ). Die Aka¬
demiker mußten mehrfachen Ersatz stellen und wurden auch
durch den Schiedsrichter Graf benachteiligt. Bei International
zeichnete sich Kostasch aus, bei den Akademikern war im Sturm
der Hakoahne» Grünfeld 2 der beste Mann. Cr schoß auch ein
Tor. 500 Zuschauer wohnten dem Spiele bei.
Hakoah .spielt am Sonntag mit drei Mannschaften gegen
W. A. C. aus dem W. A. C.-Platz.
Kein« Krise bei HaSmpnea. Wie uns der Sportklulb
HaSmonea mitteilt, entbehren die über den Verein verbreiteten
Mitteilungen über eine Krise jeder Grundlage. Der Leiter
(der FußballsEon. Hermann Lilien, hat im Einvernehmen mit
.der Leitung und den Spielern sein Mandat zuvückgelegt.
Spieler Schwitzer hat auffallend schwach gespielt. Der
Mannschaftskapitän Szabo bemerkt, daß besonders
vor der Pause einige seiner Kollegen
auffallend schwach gespielt
haben. Der Tormann Neuhaus weist die gegen ihn
erhobenen Anwürfe auf das entschiedenste zurück. Breuer habe
mit ihm über Privatangelegenheiten gesprochen und ihm
weder einen Antrag gestellt noch Geld gegeben. Da¬
gegen gibt der Verteidiger M a y h e r r an, daß Breuer ihn
Samstag abends auf der Straße angesprochen und ihm
anderthalb Millionen in Aussicht gestellt
habe, wenn er beim Spiele des kommenden Tages largiere.
Cr habe aber den Antrag zurückgewiesen.
In V i v o - K r e i s e n ist man über diese Behaup¬
tungen aufs höchste bestürzt. Man bezeichnet sie offiziell als
böswillige Ausstreuung.
Der Verein selbst hat mit solchen Affären, wiewohl ihm von
verschiedener Seite des öfteren derartige Angebote gemacht
worden sind, nie etwas zu tun gehabt. Der Sieg im letzten
Spiel sei vollauf verdient gewesen. Wenn Breuer tat¬
sächlich das ihm Vorgeworfene begangen habe, so habe er
lf eigene F a u st und Verantwortung gehandelt.
Der Verein hat damit auf keinen Fall etwas zu tun.
Der Schiedsrichter des Wettspiels, Julius
Schiller, hat während des ganzen Spieles nichts
Außergewöhnliches bemerkt. Nur ist ihm aus¬
gefallen, daß Horvath, der Goalgetter des dritten Bezirkes,
besonders schlecht bei Schuß war. Den kritischen Ball hat
Nenhans in der letzten Minute des Spieles, statt ihn einfach
zu halten, irgendwie kunstvoll mit einer Hand abwehren
wollen, wodurch er ins Netz siel.
Ter Vivospieler Breuer selbst hat sich über die An¬
gelegenheit noch nicht geäußert.
Hagibor—Novdmark 1:1 (0:0).
Bei diesem Treffer: zeigte es sich abermals, daß die
jüdische Elf zu kämpfen versteht. Nordmark, die mit der Po-
lizei-Sp. Vg. in der Gruppe führt, mußte an Haigi>bor einen
Punkt abgeben. Das Resultat ist um so mehr höher einzu-
schätzen, da Hagibor abermals mit Ersatz für den verletzten
Hun sowie ohne Hahn und Schutzmann antreten mußte. Die
S woritner jüdische Mannschaft hat im Frühjahr noch kein
piel verloren und sich vom, Tabellenende an die fünfte Stelle
emporgearbeitet.
In der ersten Hälfte ist das Spill affen, beide Vereine
arbeiten fair, so daß Schiedsrichter Langenau wenig Anlaß hat,
einzüschreiten. Nach Seitenwechsel kommt Nordmark durch
einen Fehler Löwys. der sonst in dies.mi Spiele viele kritische
Situationen klärte, durch Klaus in die Führung.
Kurz nachher übernimmt Stadler volley von Weigert und
sendet unhaltbar ein. Beide Vereine spielen auf Sieg, Nordmark
versucht dies durch Wucht und Schnelligkeit, Hagibor durch
technische Feinheiten;, doch sind die beiderseitigen Verteidiger
unüberwindlich. Baudy Teicher wird bei einem Zusammenstoß
an der Nase verletzt und muß abtreten. Bis zum Schlußpfiff
ändert; sich nichts und Hagibor hatte abermals einem starken
Gegner einen Punkt abgenommen. Kertecz und Schorr be¬
friedigten, Schwarz mußte infolge Verletzung den Rechtsaußen,
beziehen, Heller, das „Mädchen für alles", zeigte auch auf
diesem Posten sein Können., Drechsler, der seiner^eitige Goal¬
getter. spielte nach langer Panse wieder, doch fehlt ihm noch
Training. Der kleine Stern befriedigte, so auch Neigert, der
durch seine raschen Durchbruch; angenehm auffiel
Vorher Hagibor-Reserve gegen Columbia 10, Erste 2:0
(0:0). Im Tor stand Fingerhut, der das Training wieder aus¬
genommen hat; der „Old Boy" Frankl zeigte in diesem Spiele
sein; alte Routine.
Hellwag gewann das Freundschaftsspiel gegen -eit
Schönbrunner Sportklub 8:3 ( 1 : 1 ). Tore für Hell-
wag Bohmann, Haslinger, Schweitzer, Pevny Hanel; für
Schönbrunner Sportklub Erbner, Thuniot irud Marousche'k.
Hakoah-Akademiker. Morgen um 1 Mir auf dem Hakoah-
Piah Meisterschaft gegen Akademischer! Sportklub.
Klarfeld, der vorzügliche Ber-teibiger des F. A. C., war
das Opfer eines Straßenbahnunfalles und mußte sich in
Spitalspflege begeben. Seine Verletzungen erwiesen sich glück¬
licherweise als relativ leicht, so daß er bald Wieder spielen
dürste.
Bak-Kochba. Sainstag um 8 Uhr abends findet in unserem
Klubheim, Hoill Palast. ' 6 . Bez., Mariahilferstraße 90, eint
Fest a k ade ni i e mit anschließendem Taug statt. Festrede:
Oberbaurat Ing. Robert Stricker.
Noung Jewish Sporting Club. Heule auß ordentliche Ge¬
neralversammlung im neuen Heint, Cafe Universale, 7. Bez.,
Burggasse 28. Wichtige Tagesordnung. Erscheinen Pflicht. —
Handball- Ab 1 Ilhr Training für Damen und Herren am
Neubau-Platz (10er Wagen). — Fußball: Ebenso.
Schwimmen.
tzar Meeting der 1. W. A. S. fl.
Hakochs Leistungen.
Das sonntägige Meeting des 1. W. A. S. K. brachte der
Hakoah glänzende Erfolge. Die „Meistersektioit" hat während
der Pause fleißig gearbeitet und konnte säst alle ihr; Leute mit
merklichen Stilverbessernngen in das Rennen schicken, was aus
die Zelten von großem Einfluß war: Gleich der Rekordversuch
Fritzi L ö w y s zeigte, was man mit beharrlichem Fleiß erreichen
kann. Fritzi hat momentan die Zeit eines guten österreichischen
Trawlers erreicht-und sich damit an die Spitze aller koniinen-
talen Frcistilschwimmerinuen geschoben. Dabei ist sie sicher noch
verbesstrungsfähig. Freilich soll aber aus ihren Stil gesehen
werden, Ausdauer und Kraft sind bei ihr ohnehin vochanden.
Ihre sonntägige 100-Meter-Zeit läßt von ihr auch auf den kurzen
Strecken viel erwarten.
Ueber 50 Meter schtvamm Nassau Rekord. Er be¬
stätigt dadurch den guten Schwimmer, daß er glänzend.' Zeiten
scheinbar ohne Anstrengung schwinunt. • G o l d b e r g e r ging,
wie gewöhnlich, zu spät ab und hatte nich:s inehr mitzureden.
Wir sind gespannt, wann Goldberger endlich doch den Start¬
sprung trainiert wird! Lichten stein kam zu spät in das
Bad. Er hätte das sicher vermeiden können.
Hastl hielt sich aus 100 Meter Brust brav; wenn er sich
nur aus die Brustlage verlegen würde, und seine Zeit etwas
drücken könnte, hätte Hakoah sogar in der Lagenstaffel Chancen.
Ueber 400 Meter erlitt der Hundert- und Bierhundert-Meter-
Meister Staudinger seine zweite Niederlage seit Jahren.
Die erste brachte ihm Rotziger (Graz) anläßlich der 200-
Meter-Meisterschaft 1925 bei, als Staudinger total außer Form
war. Für Sonntag schien ;r aber glänzend vorbereitet und
Guth war Außenseiter. Beim Kamps aber zeigte Guth seinen
alten Vorzug, das Stehvermögen, mit Speed gut vermengt.
Er ging 1:17 an, Standinger weit zurück (1:19), 200 Meter
fast gleichzeitig 2:48, dann legte Guth einen Zwischenspurt ein,
4:24 die 300 Meter. Die letzten 100 Meter ein erbitterter
Kampf, in dem Standinger um fünf Sekunden zurückblieb.
Die einzelnen 100 -Meter'-Zeiten Guths verraten eine aus¬
fallende Regelmäßigkeit: 1:17, 1:31, 1:36, 1:33,2.
Der Hakoah-Rekord wurde um volle 12 Sekunden
unterboten. Zwei Sekunden schien noch auf die „antike Zeit"
Schuhs.
In d;r Sprinfftasfel 10 mal 60 schlug der W. A. S. C.
die Hakoah ganz knapp, obwohl Nassau nicht mehr antrat. Der
W. A. S., von dem ein Nachmittagsbl.itt berichtete, daß er in
„heimischen Gewässern" nicht zu schlagen sei, blieb hinter 1 . W. A.
S. K. und Hakoah weit zuruck.
Im W a s s e r b a l l s P i e l unterlag die Hakoah trotz
guten Spieles. Nur Rosenblatt im Sturm fiel durch das Ver¬
geben der besten Chancen aus dem sonst guten Ensemble. Hastl
sollte sich im Spiel mehr beherrschen, seine Ausschlüsse kosten die
Mannschaft viele Si'-ge. Klein im Tor war glänzend in der
Abwehr, im Ausbau von Angriffen aber schwach. Hugo Roscn-
blatt wurde nach Mannwechsel besser. Reiser erwies sich als Back
glänzend; er dürfte bald im Team zu finden sein. Reich und
Flesch arbeiteten brav, besonders Flesch zeigte seine Kämpfer¬
qualitäten, obwohl er krank antrat. Schiedsrichter Neuwelt war
gut; der zweite Ausschluß schien eine etwas zu strenge Auf¬
fassung des Falles. Ein Teil der Zwei- ,und Bier-Meter-
Richter war aber bestimmt nicht objektiv. Vielleicht weil Ha¬
koah an diesem Tag schon genug Siege errungen hatte.
N a t a l o r.
Die Hakoah-Schwimmsektion Hot für beit Sommer zwei
Abende in der Woche im Dianabäd gemietet, von denen einer
(Dienstag) als Familieubad. der andere, zum Training be¬
stimmt ist. Der erste Termin wird noch bekaniffgegebe,,. _
Die Ausgabe von Saisonkairten für das. Militärschwimm¬
bad hat begonnen. Da nur eine geringe Anzahl, speziell für
Damen, vorhanden ist, empfiehlt es sich, dieselben fd>on jetzt
im Sekretariat der Hakoah zu besorgen. Fachleute in allen
Schwimmarten sowie in Wasserball werden den Kartenbesitzern
jedergeit zur Verfügung stehen.
'Theater von heute s
Barfltbtlter Lady WindermereS Fächer 7,8
nkMUMOfteaUT! Der Liebhaber 7,8
S.YaatMW: Die Jüdin 7
ÜOlMeper: Fra Diavolo */*8
Dtltttbei Uolkltbeitff t Hamlet, Prinz
von Dänemark 8
ehester li 4er 30$tfttl4h CristinaS Heim¬
reise 7,8
RaiMltf'Cfctattr Ich Hab' Dich lieb .. 1 7,8
9ta4ttbeater: Der Musikant Gottes 7»8
Reiaiffaacebftbaet Heimliche Brautfahrt 7*8
maaeraet tbeater: Fräulein Josette — meine
Frau 8
£Hftffleltleater r Rund um die Riese 7,8
ehester aa 4tf Ullti: Die Zirkusprinzessin 7,8
garl'Cfttater: Die verbotene Frau 7,8
m. Bflrgertbeatffi Journal der Liebe 7,8
368*4tfaNf$‘Ci)tatth Die spanische Nachtigall 7,8
JI*en*Cfttattf i Haller-Revue 7,8
9l4i»(Ui KlaitlerkaDare tt (Eafü Astor).
II., Praterftraße 60: Die lustigen Schnorrer 7«9
I84!ßt»e SßstRt. ll,. Taborsttaße 12 r
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