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ME STIMME
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Zlmdsdsdi« Leben ln Wien
ganze AMfvttif auf Arbeit für Pafiatfna konzentfieren, geben
sie doch daran, eine Aktion für das Kuchelauer Bad durch'
Zuführen. (Wir sind gerne bereit, Spenden für dieses über'
aus wichtige Unternehmen entgegenzunehmen und auszu-
weisen, Anm. d. Red.)
Ankündigungen und
Mitteilungen
Kbmoraüve Teilnahme an der Gesellschaftsreise der
Wiener. Zionisten nach Bratislava hat die Ziön. Sektion Innere
Stadt in ihrer letzten Sitzung beschlossen. Sie ersucht auf
diesem Wege alle Mitglieder, ehestens ihre Teilnahme an der
Reise anzumelden. Telephonische Anmeldungen bei- Herrn
). M. Waltuch (U 23-6-62) und bei Herrn Friedmann
(A 41*642).
Hlstadruth Iwrith. !!., Kleine Mohrengasse 3. Dienstag,
um 8Uhr: Lesezirkelhebr.'Uteratur; Donnerstag, um 8Uhr:
Signon iwrl, Daniel Perski; Samstag, um y 2 l Uhn’Mischnah,
Dr. N. Goldstein; Samstag, um %8 Uhr: Dfkduk, Prof. A.
Wiesen; Samstag, um Uhr: II., Zirkusgasse 33, Vortrag.
Thema und Vortragender wird am Abend bekannt gegeben
werden.
Schmuet Chafm Landau-Gedenkfeier. Dienstag, den
14. Sivan (10. Juni) I. J., 8 Uhr abends, findet im großen
Saale des Misrachi-Heimes, Wien,. II., Praterstraße fl, die
Gedenkfeier anläßlich des «2. Jahrzeitstages» für den ver¬
storbenen Führer des Hapoel Hamisrachi Schmel Chaim Lan¬
dau sl. statt. Ehret das Andenken unseres unvergeßlichen
Führers durch zahlreiches Erscheinen. .
Brith Hanoar Hamisrachi, Wien. >
Rabbi Meir Berlin-Feier. Dienstag, den 27. Mai I, J.
fand im Misrachi-Heim die 50-Iahr-Feier des Präsidenten de»
Misrachi-Weltorganisation und Mitglied der Exekutive der
Jewish Agency Rabbi Meir Berlin, statt, welche einen zahl¬
reichen Besuch'äufzuweisen hatte. Es • beteiligten sich auch
die szt. wegen Unstimmigkeiten ausgetretenen Mitglieder,
eine Folge des letzthin mit der Opposition geschlossenen
Friedens.. Ansprachen hielten: Herr M. D. Groß, Herr Rabb.
M. Horowitz und Herr Dr. M. Rosenberg: Namens der Mis-
rachi-Jugend sprach Herr Schmuei Hakohen Weingarten
(Jerusalem). Alle Redner hoben die hohen Qualitäten und
die großen Leistungen des Jubilars hervor. Zum Schlüsse
hielt Herr Löbl Taubes eine längere Rede, in welcher er die
politische Lage im Zionismus beleuchtete und auch die her¬
vorragenden Eigenschaften des Rabbi Meir Berlin hervorhob.
Bei dieser Gelegenheit wurden auch namhafte Beträge für
das zu errichtende «Beth Meir» in Jerusalem gezeichnet.
Misrachl-Zentrale, Wien, U., Praterstraße 1!
Sonntag, den 8. Juni L J., 10 Uhr vormittags,
findet im Misrachi-Heim, II., Praterstraße 11, eine
P r o t e s t v e r s a m m I un g . . .. .
wegen der Sperre der AJfjah statt, wozu alle Mit¬
glieder und Gesinnungsgenossen eingeladen werden.
Der jüdische Hochschüler
Be! der Generalversammlung des J, A. V. «Theologien»
vom 21. Mai 1930 wurden folgende Herren Kollegen in die
Vereinsleitung gewählt: Samuel Schönblum, Präsident; Selig
Margulies, 1. Vize-Präsident; Mechel Patron, II. Vize-Präsi¬
dent; Oskar Rosenberg, Schriftführer; Moses Hirsch, Refe¬
rent; David Ochs, Kulturreferent; Heinrich Kaufmann,
Kassier.
Verein zionistischer Hochschüler Z. P. Chajes. Samstag,
den 7. Juni,, findet um y 2 9 Uhr abends eine Aussprache über
«Die gegenwärtige Si tu a tio n im Zionismus
statt. Das einleitende Referat hält Chawer Weinstock. Im Ver¬
einsheim, II., Untere Augartenstraße 35, II. Stock, liegen stän¬
dig hebräische und zionistische Zeitungen aus aller Welt auf.
Jüdischer Sport
Aus dem Makkabi
Der Betrieb des 1. W. S. T. V. Makkabi IX Und det
Makkabi II findet bereits in vollstem Umfange auf dem
Sommerturn-Platz im Augarten, Eingang XX., Rauscher-
Straße—Lampigasse, statt. Das Boxen des Boxklubs Makkabi
wird bis auf weiteres im Saale IX., Liechtensteinstraße 20,
durchgeführt Die Turnzeiten am So mm er turn¬
platze sind: Kinder: Mittwoch und Samstag 4 —6 Uhr;
Mädch eh- Zöglinge: Mittwoch und Samstag V 2 7~-
y 2 9 Uhr; Damen (Geräteloses Turnen unter Leitung von
Frl. Pepi Schallt): Dienstag und Freitag 7—8 Uhr;
Damen-Geräteturnen: Dienstag und Freitag V 2 7—
V 2 9 Uhr; Knaben-Zöglinge: Mittwoch und Samstag
£47-449 Uhr; Herren und Alte Herren: Montag und
Donnerstag 147—149 Uhr.
Dr. Thun-Hohenstein hält Freitag, den 6. d. M., 148 Uhr
abends, im Saale des Makkabi, IX., Liechtensteinstraße 20,
einen Vortrag über sein Turnsystem. Die Vorturner und
Turner aller Makkabi-Vereine werden aufgefordert, diesen
Vortrag zu besuchen. Gäste willkommen.
Schulschluß-Kinderfest. Die Makkabi-Jugend veransaltet
wie im Vorjahr auf dem Sommerturnplatze im Augarten ihr
beliebtes Schulschluß - Kinderfest. Gäste will¬
kommen. Es fiedet Mittwoch, den 11. d. M., 4 Uhr
nachmittags am Sonimerturnplatze im Augarten, statt. —
Regiebeitrag.
Sommerlager. Das Sommerlager der Makkabi-Jugend
findet in diesem Jahre voraussichtlich im Salzkammergut
statt. Zu diesem Zwecke wurde für Dienstag, den 10. d. AL
eine Elternversammlung einberufen. IX., Liechten¬
steinstraße 20, 8 Uhr abends.
Jüdischer Sport- und Schützen-Verein «Menorah». Mitt-
wöch,.den 4. Juni, 20 Uhr Regelmäßiger Heimabend, diesmal:
.11., Rembrandtstraße 18 (nicht Jägerstraße!). — Donnerstag,
den 5. Juni, 19 Uhr: Boxkurs, IX., Liechtensteinstraße 20- —
Mittwoch, den 11. Juni, 20 Uhr: Heimabend, II., Rembrandt¬
straße 18. — Donnerstag, den 12. Juni, 19 Uhr: Boxpkürs. —
Die nächste Schießübung findet am Sonntag, den 15. Juni
statt.
E Grand Hotel Bellevue, Bad VÖslau. Zimmer mit
Pension. — Mäßige Preise.
Iflieraiur und Munsi
Verlautbarung des Zionistischen
Landeskomitees für Oesterreich
Der ordefitUdie Delegiertet)tag Büdet
am i4. und 15. Juni im Festsaale des Nleaeröster-
reichisctieu Gewerbeverdnes statt Beginn: 14. Juni,
halb 9 Uhr abends.
Tagesordnung:
1. Eröffnung. ■*— Wahl derBureaus.
2. Bericht des Landeskomitees.
3. Referat über die Lage im Zionismus.
4. Referat über Alijah und Hachscharah.
5. Wahl der Kommissionen.
6. Debatte.
7. Beschlußfassung Über den Antrag des Lan¬
deskomitees auf Einberufung eines außerordentlichen
Delegiertentages, mit der Tagesordnung: Landes-
polltlk.
8. Neuwahl des Landeskomitees und der sonsti¬
gen Parteifunktionäre.
Die Delegiertenkarten und Gastkarten sind ab 11. d. M.
kn Zionistischen Bureau« L, Kirntnerstraße 28, erhältlich.
Für entere Ist eine Gebühr von S 2.-— zu entrichten. Gast*
ikarten für alle Sitzungen S 3.-*- (Jugendliche $ 1.50), für
einzelne Sitzungen S 1.-—.
Die Arbeit des Keren Kajetneth
Baller-Aktion. Wir erhalten die Nachricht,
daß das British Museum sich bereit erklärt hat,
ein feemplar des Balfour-Bandeä des Goldenen
Buche« des Keren Kajemeth dort' aufliegen zu
lassen.
Großer Ertrag einer Büchse. Bei der letz¬
ten Leerung einer Büchse des, Gg. Ing. Johann
Kremenezky wurden in ihr S 206.50 vorgefun¬
den.
Der Bund Gdud Zirim hat als Ertrag der
eingeschalteten vierten Leerung den Betrag von
S 353.61 abgeführt .
Erfüllung der Selbstkontingentspflicht.
Frau Dr. Marianne Hamburger hat ihr Selbst¬
kontingent (S 500.—) erfüllt.
Bäruch Schor-Garten. Der „Verein der in
Wien wohnenden Lemberger“ hat dank den Be¬
mühungen der Gg. Frau Ottilie Gröbel und Gg.
Leon Schräge eine Sammlung Gingeleitet,. um
auf Namen des Oberkantors Schor s. A. einen
Garten zu stiften- Der erste Betrag von S 50.—
wurde bereits erlegt.
Rabattsektion des Keren Kajemeth. Die Ra¬
batte der letzten (März) Verrechnung mit den
Finnen wurde den Mitgliedern bereits gutge¬
schrieben. Die Mitglieder können sich also im
Keren Kajemeth-Bureau ihre Rabatte beheben;
Ein neues Heft „Lanoar“ erschien. Ada
FisC&nanh: Die Chalüzab in Palästina. Vbrher
erschien von Sch. Benzion „Bilu“. Diese sowie
alle übrigen Büchel sind zum Preise von S 1.50
erhältlich. Nur Sch. Benzion: Kotei Marawi
kostet S 3.—.
Zünder. Blau-weiße Zünder sind außer bei
den bereits angegebenen Grafiken erhältlich:
Trafik Berger, II.» Taborstraße 55.
Ring des Keren Kajcmetb
Dr, Grete 5eidner fpendet S z.-r und ruft auf:
Gift Spitz, Emme Altmann, Dr.. Straßer, Blanka Brück, Maria
Gehler, Hadcir.
Steffi Diamant fpendet S a.— und ruft auf: Pepi
Schächter, Elfe Steiner, Martha Brandweiner, Dr. Paula Achten¬
tuch. ' \ • \
Salome« Rottenbera fpendet S 2 ,— und ruft auf:
Ftni: Schreiner, Dr. Mancs Diamant, Rebekka ' Weiner, Frau
SdiUdmich, Frau Dir. Lazarus.
Israel Müller fpendet S a.— und ruft auf: N. Kop¬
pel, Mair Paia, Max Löwy, Paul Gcltncr, Viktor Lemberger,
Dr. W, Bergwerk, David Nebenzahl, N. Kirfchcnbaum, Rudolf
Roth, Heinrldb. Mezer, Emil Gottlieb. f
Prof. Dr. JofefSilbiger fpendet S 2 .— und ruft auf:
Alexander Samek, Prof. Jofef Weil, Samuel Buller, Dir. Alfred
Kollek, lag- Emanuel Berger, Prof. Viktor Spitz-
Frau Martha Bondi fpendet S und ruft auf:
Frau Rofa Schur-Bernilein, Frau Salome« Rottenberg, Frau
Anitta Müller-Cohen*
Zehn Jahre „Kuchelau“
In diesem Jahre ist es das zehnte Mal, daß im jüdischen
Bgd in der Kuchelau der Betrieb eröffnet wird. Seit einigen
Jahren ist e« zum Großteil jüdische Jugend, die »ich be¬
müht, den Betrieb aufrecht zu erhalten. Von anderen jüdi¬
schen Kreisen wird es merkwürdigerweise vollkommen außer
Acht gelassen. Und das ist der Grund, daß die Leitung des
Bades nicht in die Lage kommen kann, die Geldmittel für
notwendige Investitionen aufzubringen. Solche Investitionen
wären, wie die Erfahrung an anderen Bädern beweist, ren¬
tabel, aber.Wenn vom jüdischen .Bade gesprochen
wird, so muß auch der Gemeinde Wien gedacht werden
die bei Uebernahme des Kuchelauergrundes den Pachtzins
aut mehr als das fünffache erhöht hat und trotz Befürwor¬
tung durch Stadtrat Prof. Dr. Tandler es nicht ermäßigt hat. j
Wiewohl die an der Kuchelau direkt Interessierten Vereint- I
gungen, «Zirenu* und «Makkabi Haaaw* momentan ihre (
Abschied der „WHtiaer Truppe“
Die letzten Vorstellungen.
Trotz ihres großen Erfolges kann die «Wilnaer
Truppe» ihr Wiener Gastspiel nicht mehr verlängern, da
sie durch anderweitige Verpflichtungen gebunden ist. An- >
schließend an Wien setzt die «Wilnaer Truppe» ihre Welt¬
tournee fort und beginnt ihr nächstes Gastspiel in Brünn.
Hier gelangen An-skis «Tag und Nacht»,Schalom Alej-
chems «Schwer zu »ein ein Jud» und Dymows;
«Sänger seiner Trauer» ;zur Aufführung. Auf
Brünn werden andere tschechoslowakische Städte, vor allem
Prag und Mähr.-Ostrau folgen. Die administrative
Führung dieser Tournee hat der Direktor der Wiener «Jüdi¬
schen Künstlerspiele» J. G o 1 d f 1 i e ß übernommen und
wird das Gastspiel begleiten.
Die drei letzten Vorstellungen finden Samstag, den 7.,
Sonntag, den 8., und Montag, Heu 9. Juni, y 2 9 Uhr, statt.
Zur Aufführung gelangt* Samstag, den 7.: «Der Sänger
seiner Trauer», von Dyroows; Sonntag, den 8.: «Tag und
Nacht» von An-ski; Montag, den 9, (Abschiedsvorstellung)
«Der Sänger seiner Trauer». So haben die Wilnaer nach
einem kurzen Ausflug in die slawische dramatische Literatur
wieder zum jüdischen Bühnenstück zurückgefunden.
Erich Kuttner: Pathologie des Rassenantisemitismus,
PhHo-Verlag, Berlin 32 $. In dieser interessanten Schrift, zu
der Ministerialrat Dr. Beeger das Vorwort schrieb, wird der
Versuch unternommen, den Antisemitismus, nicht den oder
jener Gruppe, sondern den Antisemitismus als Gesamt¬
erscheinung zu erklären. Und zwar den Rassenantisemitis¬
mus. Deshalb auch hat der Verfasser, der aus der Schule der
Indlvldualpsycholog'e Alfred Adlers kommt, die wirtschaft¬
lichen Fragen des Antisemitismus beiseite gelassen. Erich
Kuttfier sieht im Rassenantisemitismus eine Eitelkeitsneurose
und macht uns mit den uns bereits aus der antisemitischen
Praxis bekannten antisemitischen Erscheinungen als Symp¬
tomen dieser Eitelkeitsneurose bekannt Eitelkeitsneurose —
Abneigungsneurose — Trauma 1918 — Feigheit — Verlogen¬
heit sind die einzelnen Abschnitte dieser Broschüre über¬
schrieben, die die Entstehung des Antisemitismus aus Min¬
derwertigkeitsgefühlen erklärt Diese ernste, kluge, in vor¬
nehmen Ton abgefaßte Schrift will durch die Aufhellung der
unbewußten Triebe der antisemitischen Eitelkeitsneurose
den poden abgraben. Selbsterkenntnis heißt das Mittel, durch
da» die neuzeitliche Psychologie Neurosen heilt. Bleibt nur
noch die Frage, ob die Antisemiten diese Schrift in dem
Maße beherzigen werden, wie dieselbe es im Interesse ihrer
Selbsterkenntnis verdient? t. n.
Vladimir Jabotinsky: Feuilleton», herausgegeben von
Karl Baum im Verlag Färber» Mähr.-Ostrau 1930, Die
schmucke Ausgabe verdient beachtet zu werden. Karl Baum
hat .sich Mühe gegeben, einen kleinen Teü der Feuilletons
Jabotinskys chronologisch zusammenzustellen und so den
Journalisten Jabotinsky in seinem Werdegang zu zeigen.
Nicht, den Politiker, der mitten im Leben steht und dessen
Biographie noch zu schreiben ist, will uns der Herausgeber
Vorführern Und doch bilden, diese Feuilletons einen wich¬
tigen Beitrag für das Verständnis des Menschen Jabotinsky
ln seiner Vielfachheit als Politiker, Schriftsteller und faszi¬
nierender Volksführer. Wir sehen ihn bei seiner Tagesarbeit,
wie er zu den Tagesereignissen Stellung nimmt Richtig
bemerkt. Baum in seinem schlichten und schönen Vorwort:
«Das Judentum liegt tief im Zentrum des Bewußtseins Jabo¬
tinskys. Er zeichnet einen gewissen Menschentypus darin:
Mutig, stolz auf sein Volk soll er sein.» Für alle, denen
der Zionismus Lebensinhalt bedeutet, ist diese interessante
Sammlung lesenswert. t tu
Das Gründungskonzert der Wiener jüdischen Konzert-
Vereinigung. Das erste Konzert der neugegründeten jüdischem
Konzertvereinigung, das bei ausverkauftem. Hause im Fest¬
saal des Hotels Kontinental stattfand, war ein wahres musi¬
kalisch-jüdisches Ereignis. Das reichhaltige Programm wird
dem Publikum lange in Erinnerung bleiben. An erster Steüe
muß der glänzend einstudierte Chor und sein Dirigent Herr
Bernhard V a j d a genannt werden, der das zustande brachte,
was man bei jüdisch-lithurgischen Choraufführungen bisnun
vermißte. Die Präzision und die Exaktheit, die Steigerungen
vom feinsten Pianissimo bis zum stärksten Fortissimo waren
wahrhaftig ein musikalisches Ereignis. • Allerdings darf nicht
unerwähnt bleiben, daß dem Herrn Vajda gutgeschulte
Tempelsänger mit schönsten Stimmitteln zur Verfügung
standen. Der langanhaltende Beifall nach diesem Vortrag
wollte kein Ende nehmen. Ein guter Solist im Chor sowie in
den von ihm gebrachten jüdischen Liedern war Herr Ober¬
kantor S. Länderer. Er sang in feinster Manier und in aus¬
geprägtem jüdischen Empfinden. Auch der Klaviervirtuose
Walter Schlesinger und die Koloratursängerin Martha Blank,
die hebräische Lieder und Arien vorzüglich sang, wie auch
die Sopransängerin Frau Kreitler verdienen besonders er¬
wähnt zu werden. Es war ein Abend, der wirklich gelungen
genannt werden kann. Alle Vortragenden ernteten stürmi¬
schen Beifall. Es wäre zu wünschen, daß die neugegründete
Vereinigung öfter vor das Wiener jüdische Publikum mit
ihren Konzerten trete. S. Wei—.
Enthüllung des Grabdenkmals für Alexander Brody.
Unter starker Beteiligung der ungarischen literarischen und
künstlerischen Kreise wurde auf dem Israelitischen Friedhof
ln Budapest das Grabmal des hervorragenden ungarischen
Schriststellers Alexander Brody enthüllt, das die Pester
israelitische Religionsgemeinde dem berühmten Literaten
und treuen Juden hatte errichten lassen.