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Jaden in bezug auf die heiligen Stätten verfolgen. Die
Kommission sagt zwar, sie könne sich nicht vorstellen,
daß der Mufti oder ein anderer gebildeter Araber in
den Bildern so etwas hätte sehen können, begnügt
■ Sieh aber mit dieser psychologischen
' Be st Stellung.
Die Schuld des Mufti
. Der Bericht konstatiert ausdrücklich, daß die Un-
Mhen in der Form eines arabischen Angriffes auf Ju-
!den auf getreten sind, so daß unzweifelhaft die Juden
! an dem aktuellen Ausbruch keine Verantwortung haben.
Die Frage der Verantwortlichkeit der moslemitischen
Behörden behandelt der Bericht in dem Abschnitt «Be¬
schwerden gegen den Mufti» und kommt zu dem Schluß,
daß «der Mufti ähnlich wie andere, die direkt oder in¬
direkt mit dem Gefühl der palästinensischen Bevölke¬
rung ihr Spiel trieben, einen Teil der Verantwortung
für die Unruhen trage». Dennoch hebt die Kom¬
mission sorgfältig hervor, was den
Mufti entlastet.
Zweifellos steht aber fest, daß der Mufti, als Prä¬
sident des moslemitischen Oberrates, ein bezahlter Bc-
' amtet der Palästinaverwaltung, trotzdem bei den anti¬
jüdischen Ausschreitungen von 1929 einen lebhaften
, Anteil hatte und aus seiner schärfsten Opposition ge¬
genüber den im Mandat übernommenen Verpflichtun-
! gen, die Balfour-Deklaration durchzuführen, kein Hehl
i gemacht hat. An dieser Einstellung eines bezahlten
! Regierungsbeamten findet die Kommission offenbar
; nichts auszusetzen.
Zusammenfassend kann aus dem Bericht festge¬
stellt werden: Während der Woche vor den Unruhen
verstärkte sich die arabische Aktivität, die Propaganda,
an der führende Moslems beteiligt waren, verschärfte
sich, Agitatoren forderten in der dritten Augustwoche
die Bevölkerung in verschiedenen Landesteilen auf,
nach Jerusalem tu kommen, von den unbedeutenden
Zwischenfällen des 15. und 16. August wurden übertrie¬
bene Berichte verbreitet, hiedurch wurde der Rassen¬
haß zum Konflikt getrieben, die Wähler der arabischen
Exekutive haben ohne Zweifel eine auf hetzende Tätig¬
keit entfaltet, aber — für all das war niemand
verantwortlich (!).
Die Schuld der Palästina-Regierung — Lukes
Rolle
Es ist zunächst charakteristisch, daß die Kommis¬
sion die Frage der Verantwortlichkeit der Verwaltung
unter dem Titel «Beschwerden der zionistischen Palä¬
stina-Exekutive» behandelt, als ob bei Unruhen, in
denen 450 friedliche Bürger getötet und verwundet wur-
, den, nicht Ohne besondere Beschwerden die Frage eines
' Verschuldens der Verwaltung hätte untersucht werden
müssen. Zweifellos ist der Sicherheitsdienst sowohl nu¬
merisch wie bezüglich der Zuverlässigkeit der arabi¬
schen Polizisten seiner Aufgabe nicht gewachsen ge¬
wesen. Jerusalem mit seinen 80.000 Einwohnern hatte
70 englische Polizisten, und schon die Haycraft-Com-
mission von 1921, deren Mitglied Luke war, hatte fest¬
gestellt, daß die eingeborenen Polizisten, «halb vorge¬
bildet und entweder indifferent oder Mittäter, wenn
nicht Anführer bei den Gewaltakten waren». Jetzt hat
derselbe Luke keineswegs die nötigen Mittel ergriffen,
die verfügbaren verläßlichen Truppen zusammenzu¬
ziehen. Er hatte auch vorher nichts getan, um der ge¬
fährlichen Propaganda ein Ende zu machen. Er hat dien
bekannten Zwischenfall am Versöhnungstag dadurch
verschärft, daß er in taktloser Weise den Gottesdienst
störte, und hat dann, als die Agitation ihren Fortgang
nahm, nicht eingegriffen. Er hat die von der Kommis¬
sion festgestellte hetzerische Pressepropaganda nicht
pbgestoppt. Daß die Vorbereitungen zur Heranziehung
t der verfügbaren Truppen nicht getroffen waren, und
daß selbst an dem Tage des Ausbruchs der Unruhen
kostbare Stunden verstrichen, che Luke sich dazu ent¬
schloß, die im Lande befindlichen Truppen z. B. aus
RamlCh zu mobilisieren, wird von einer großen Anzahl
von Offizieren und Beamten festgestellt. Nach deren
Aussagen darf man es als ziemlich sicher betrachten,
daß, wenn dies geschehen wäre, die Unruhen hätten
mntefdrückt, zumindest aber eingedämmt werden
{können.
Es hat sehr böses Blut gemacht, daß während der
pnruhen plötzlich die jüdischen Mannschaften entwaff¬
net wurden, und zwar auf Vorstellungen und Drohungen
n seitens der Araber. Die Entwaffnung und die Zurück¬
ziehung der versiegelten Waffendepots der jüdischen
i Kolonien wird vollends unverständlich bei der Fest
[Stellung, die die Kommission wiederholt m^cht, daß die
Juden ständig in der Defensive waren.
(Politische Fragen — Einwanderung und Roden
Bekanntlich ist es der Standpunkt der Kommission,
V*ß, während die unmittelbaren Ursachen der Unruhen
in den Ereignissen liegen, die sich an den Klagemauer-
Zwischenfall anschließen, die wirklichen Ursachen tiefer
liegen, nämlich in den Fragen der Einwanderung, der
Siedlung und der Schaffung einer Volksvertretung.
Um die Auffassung der Kommission nachzuprüfen,
werden in den Agency-Memorandum drei Fragen ge¬
stellt: a) Haben die Araber tatsächlich die ihnen zuge¬
schriebenen Anschauungen? b) Spielten diese Anschau¬
ungen wirklich eine Rolle bei den Unruhen? c) Sind sie
richtig?
Die Hauptunruhen fanden in Orten statt, die weit
entfernt von den Zentren der modernen jüdischen Kolo¬
nisation liegen. Von den 132 jüdischen Toten wurden
nur 13 in den jüdischen Kolonien getötet und selbst von
diesen fiel die Mehrheit in den Kolonien Beer Tuwia,
Art uff und Moza, die längst vor dem Krieg bestanden
haben. Von den Städten wurden am meisten Jerusalem,
Hebron und Safed mitgenommen und gerade dort waren
es Juden des alten Typus, die die Opfer waren. Der
Kriegsruf der Plünderer war auch nirgends: «Gebt uns
unser Land zurück», sondern: «Weg von unseren heili¬
gen Stätten», oder «Rache an den Juden für vergossenes
moslemitisches Blut».
Nicht eine einzige Person, die als enteigneter
Pächter sich ausweisen konnte, ist der Kommission
präsentiert worden.
Ebenso ist der Jewish Agency kein einziger Fall
bekannt, wo Araber, die im Zusammenhang mit den
Unruhen gestanden haben, solchem depossedierten Pro¬
letariat angehören. Somit sind für die psychologischen
Spekulationen der Kommission keine Beweise erbracht
worden.
Was nun schließlich die Landfrage anbetrifft, so
lassen sich zu den Befürchtungen, die die Kommission
hegt, ebenfalls einige Grundfragen stellen: a) Ist zu be¬
fürchten, daß die jüdische Kolonisation in der Zukunft
zu einer Verdrängung der Araber führen wird? b) Sind
landwirtschaftliche Elemente der Araber tatsächlich ver-
KONKURS
In der Israelitischen Kultasge-meinde Graz gelangt
■die Stelle eines
der auch die Befähigung eines Vorbeters und Kareh
besitzt u. womöglich auoh Mohed ist, zur Besetzung.
Bewerber wallen ihre mit Zeugnissen von streng
orthodoxen Rabbinern belegte Gesuche unter Angabe
ihres Lebenslaufes, Ihres Alters und ihres Familien¬
standes richten an die
Israelitische Kultusgemeinde Graz.
drängt worden? c) Spielte diese Furcht einen Faktor
in den Augustunruhen?
Daß dies letztere nicht der Fall war, ist schon bei
der Betrachtung der Immigrationsfrage klar geworden.
Die Unruhen sind in den Städten entstanden und nicht
in Orten, in denen landwirtschaftliche Bevölkerung aus¬
schlaggebend war, insbesondere nicht dort, wo die
jüdischen Siedlungen der Jewish Agency liegen.
Für die Verdrängung der Araber von ihren Böden
ist keinerlei Beweis geliefert worden. Zu der Frage,
wie Weit arabische Pächter und Arbeiter ihre Böden ver¬
lassen mußten, gibt Ruppin vor der Kommission eine
Zahl zwischen 700 bis 800 an, von denen die meisten
an anderen Stellen wieder angesiedelt worden sind. Eine
Untersuchung über diesen Gegenstand hat die Jewish
Agency nicht zu scheuen. Sic hat aber andererseits das
Recht, zu verlangen, daß die in der Balf our-Deklaration
fes*gelegte Verpflichtung der Verwaltung, geschlossene
jüdische Landsiedlung zu schaffen und ein System für
Landwirtschaft zu errichten, das eine intensive Aus¬
nützung des Bodens gewährleistet (Art. 11), durchge¬
führt wird, ln diesem Zusammenhang behandelt das
Memorandum die Frage der Beisan-Böden, die, statt
intensiv aus ge nutzt zu werden, in einer zu verschwen¬
derischen Art den arabischen Siedlern überlassen wor¬
den sind. Die zahlenmäßigen Unterlagen der Kommis¬
sion für die Befürchtung, daß der Boden nicht mehr
ausreichen wird, werden in dem Memorandum einer ein¬
gehenden Kritik unterzogen, und es wird gezeigt, in
welcher Weise das Land entwickelbar und aufnahme¬
fähig für eine Fülle von neuen Immigranten ist, wenn
eine richtige Bodenpolitik den Ansiedlern zu Hilfe
kommt.
Das Memorandum der Jewish Agency schließt mit
der Versicherung, daß «die Jewish Agency jede Gesetz¬
gebung begrüßt, die bona fide die Interessen des ara¬
bischen Bauern sichert, seinen Lebensstandard hebt und
ihn von seiner Schuldenlast befreit, die ihn jetzt zum
Sklaven derselben Menschen macht, die sich vor der
Oeffentlichkeit als seine Beschützer aufspielen. Die Je-
rrish Agency will keineswegs die Araber von den Böden
verdrängen, die sie bebauen. Unsere Kolonisation be¬
droht sie in keiner Weise und wir protestieren dagegen,
daß diese Behauptung in die Welt gesetzt wird von
Männern, die in Wahrheit keine anderen Interessen ver¬
folgen, als den Kampf gegen die Nationale Heimstätte
für das jüdische Volk .
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Ein Druck auf England
Die Londoner „Morning Poä t“ bringt
eine sensationelle Nachricht ihres Genfer Be¬
richterstatters folgenden Inhaltes:
Inoffizielle aber einflußreiche Kreise üben
auf England einen Druck aus, daß es auf das
Palästinamantiat verzichte. In diesem Falle
sollte das Mandat unmittelbar dem Völkerbunde
oder einer Staatengruppe, in der auch die Ver¬
einigten Staaten einen Platz haben, übergeben
werden.
Wichtige Beratungen Weizmanns in
Berlin
Prof. Weizmann kam am 6. Juni n Ber¬
lin an und hielt hier wichtige Beratungen mit
der Leitung der zionistischen Vereinigung für
Deutschland sowie auch mit führenden Persön¬
lichkeiten aller zionistischen Parteien ab. Die
Beratungen hatten privaten Charakter gehabt.
Revisionisten, Poale-Zionisten wie aueh der
Scjinabgcordncte Griinbaum, Herr Levin Ep¬
stein, Prof. Otto Warburg u. a. nahmen an ihnen
teil. Prof. Weizmann erstattete einen ausführ¬
lichen Bericht über die gegenwärtige politische
Lage. Nach einem Referat kam es zu einer De¬
batte, in der einige Redner die Zweckmäßigkeit
der Einberufung des zionistischen Kongresses
für September betont haben, da in diesem Monat
die Plenarsession des Völkerbundes tagen soll.
Prof. Weizmann erklärte, daß er sich zu diesen
Anregungen positiv stelle, jedoch fügte er hin¬
zu» daß die Frage der Einberufung des Kon¬
gresses auf der Session der politischen Kommis¬
sion der Jewish Agency am 28. Juni in London
behandelt werden wirdi v
Df. Weizmann über die Lage
Der Präsident der Jewish Agency Dr. Chaim
Weizmann, der einige Tage in Genf, im Zusam¬
menhang mit der gegenwärtigen Tagung der
Mandatskommission des Völkerbundes, geweilt
hat, teilte dem Vertreter der Jüdischen Tele-
graphen-Agentur in einem Interview u. a. mit:
Ich bin in Genf mit einigen führenden Mit¬
gliedern der Mandatskommission zusammenge¬
kommen und hatte auch eine längere Unterhal¬
tung mit dem Generalsekretär des Völkerbun¬
des. Ich schilderte den Herren die Lage, die sich
im Zusammenhang mit den Ereignissen der
letzten Monate, die in der Zurückziehung der
Einwanderungszertifikate für Chaluzim gipfel¬
ten, lierausgebildet hat. Ich versuchte, ihnen
klar zu machen, daß das jüdische Volk die Zu¬
rückziehung der Zertifikate als einen tatsäch¬
lichen Bruch des Mandats auf faßt und die Ver¬
suche, diese Maßnahmen mit rein formellen
Gründen zu rechtfertigen, nicht gelten läßt.
Ich versuchte im Gespräch mit den erwähnten
Persönlichkeiten die Auffassung zu widerlegen,
daß der sogenannte Dualismus des Palästina-
Mandates unüberwindliche Schwierigkeiten mit
sich bringt. Ich erklärte ihnen, daß wir Juden
im Gegenteil von der absoluten Möglichkeit
einer Harmonierung der Interessen der Juden
und der Araber überzeugt sind, indem die För¬
derung des Aufbaues Palästinas und der Nach¬
barländer allen Einwohnern dieser Länder zu¬
gute kommt und einen bedeutungsvollen Bei¬
trag zu der Zivilisation darstellt. Wir glauben
an das Vorhandensein von Kräften, die Zwecken
dienen, w elche weder die Interessen der Juden
noch die der Araber im Auge haben, sondern
das Ziel verfolgen, das bereits begonnene fried¬
liche Zusammenleben der beiden Völkerschaf¬
ten zu untergraben.
Auf die Frage, wie er die Erklärung des
britischen Bevollmächtigten Dr. Shiels in der
Eröffnungssitzung der Mandatskommission auf¬
faßt, erklärte Dr. Weizmann: Ich kann zu die¬
ser Erklärung vorläufig keine Stellung nehmen,
ich muß aber die Gefühle anerkennen, von denen
Dr. Shiels bei der Abfassung eines so schwieri¬
gen Dokumentes sich hat leiten lassen. Wir
sehen mit Sorge, aber auch mit Vertrauen den
Taten der Regierung, die dieser Erklärung fol¬
gen müssen, entgegen.