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OIE STIMME
• Nr. 488 — 4. Oktober 198»
Billige
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PALÄSTINA
kostenlose Beratung in allen Reise-
Angelegenheiten, welche Palästina
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Dr. S. Tocker
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Feder unterschriebenen Kellog-Vertrages
entwickelt England seine riesige Seemacht
im Mittelmeer, sperrt es bei Gibraltar und
Port-Said ab, sondern zum Schutze seiner
Interessen. Und es ist für uns, für das
Judentum, eine fast unerträgliche Situation,
daß nun auch der Mandatsvertrag beiseite
fliegt und Palästina in das eiserne Netz mi
litärischer Vorbereitungen einbezogen ist
aber auch in das diplomatische Spiel. Schon
ist vom Sender in Bari ein Rundfunkvor
trag in arabischer Sprache hinausgegangen
der von der Unterdrückung der Araber in
Vorderasien handelte und dabei auch Pa
lästiua nannte, von einem Sender Italiens
also, das selbst seine Unterschrift unter das
Abkommen von San Remo gesetzt hat..
Vielleicht ist es ein Zufall, vielleicht auch
nicht, daß gerade jetzt der ehemalige Se
kretär der Palästinaregierung, Herr Cust
in „Near East and India“ die Frage des
palästinensischen Status vom Gesichtspunkt
Englands aus prüft und von der festen An
schauung ausgeht, daß Palästina für lange
hinaus in Englands Hand bleiben muß. Das
ist wohl für den Fall eines englisch-italieni
sehen Krieges geschrieben. Aber entspricht
das dem Sinn des Mandats oder auch nur
seinem Text? Haben wir nicht von Hoare
lind Eden gehört, daß ein Pakt seinem
Buchstaben und Geist entsprechend gelten
muß? Wir glauben, daß die Zeit kommen
wird, in der wir an diese Reden erinnern
werden.
Es ist leider eine Notwendigkeit ge
worden, daß England das palästinensische
Gebiet militärisch sichert und daß es recht
zeitig alle Maßnahmen trifft, um ein Über
greifen des afrikanischen Feuers auf Ara
bien zu verhüten. Der Hafen von Haifa wim
melt von Kriegsschaffen, der Berg Karmel
soll befestigt werden. Es wird in versohiede-
men Zeitungen, besonders in reiohsdeutschen
viel von der Aufstellung einer Freiwilligen¬
armee in Palästina gesprochen. Authentische
Nachrichten liegen hierüber zur Zeit nicht
vor. Aber es versteht sich wohl von selbst,
daß für den Fall der Organisierung der
Landesverteidigung die Juden nicht über¬
gangen werden dürfen, die ein sehr heißes
Interesse daran haben, das jüdische Land
vor den Schrecken eines Krieges oder einer
Insurrektion zu bewahren und die das Ein¬
zige, das sie besitzen, mit Zähnen und
Klauen schützen würden.
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Generalvertretung für Oesterreich : Nordisches Reisebüro
(Reiseleitung N. M. Racker)
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tief erschüttert und zutiefst beleidigt durch
die deutschen Judengesetze, welche eine
offizielle Diffamierung des Juden¬
tums und eine in der Geschichte allein da¬
stehende Beleidigung des gesamten jüdischen
Volkes darstellen, schließen sich dom Pro¬
teste der jüdischen sowie der ganzen Kultur-
weit gegen diese Gesetze an und appellieren
an Sie, Herr Präsident, in Ihrer Eigenschaft
als treuer Deuter demokratischer Grund¬
sätze und Mitarbeiter des großen Masaryk,
für die Verteidigung der so schwer ver¬
letzten elementaren Menschenrechte einzu¬
setzen.
Englischer Gruppen- und
Einzel
bei staatlich geprüfter Lehrerin.
Englische Stenographie. Broczyner,
II., Adambergergacse 10. Telephon A 45-4-63.
Protest der jugoslawischen
Juden gegen die Nürnberger
Judengesetze
Beograd, 30. September.
Die deutschen Judengesetze haben eine
große Protestwelle im jugoslawischen Juden¬
tum ausgelöst. In einer Kundgebung der
Zionistische Ortsgruppe in Zagreb brachte
der Präsident des Jugoslawischen Zionisten¬
verbandes, Dr. Alexander Licht, die Ge¬
fühle des Protestes aller jugoslawischen
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Dr. S. Tocker. Wien, IX.
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Die Wirkung des Ostafrika-Konflikts in Palästina
Wie berichtet, hat die Unsicherheit, die
sich in Palästina vor etwa zwei Wochen im
Zusammenhang mit dem italienisch-abessi-
nisohen Konflikt ergeben hat, bei einejr Reihe
von Banken zu Depositenabhebungen ge¬
führt und übt zweifellos einen ungünstigen
Einfluß auf das Wirtschaftsleben aus. Über
den Umfang der Depositenabhebungen von
den palästinensischen Banken in den Tagen
der Unruhe sind genaue Ziffern nicht be¬
kannt. Nach den Schätzungen informierter
Persönlichkeiten belaufen sich die Abhebun¬
gen auf ungefähr VA Millionen Pfund. Ein
kleiner Teil der Abhebungen ist zu den Ban¬
ken wieder zurückgeflossen, der
große Teil derselben ruht in Safes oder in
den Wohnungen der Abheber. In jedem Falle
ist dieses Geld dem Wirtschafts¬
lebenentzogen.
Alle Banken legten m der ganzen Zeit
eine große Stärke und Festigkeit an den
Tag. In keinem einzigen Fall wurde die
Auszahlung nicht auf sofortiges Verlangen
getätigt. .. . „ .
In Bankkreisen schweben Verhau dlungeh
über eine Aufhebung sämtlicher Kreditbe¬
schränkungen, die bereits in den nächsten
Tagen wirksam werden soll. Es wird er¬
wogen, mit zusätzlichen Krediten
der herrschenden Unsicherheit entgegenzu¬
treten.
Auch auf dem Gebiet der Lebensmit-
el machen sich Preiserhöhungen fühlbar;
da die Detailhändler von den Grossisten
größere Mengen als gewöhnlich kaufen. Die
Grossisten haben daher die Preise erhöht
und den Detailkaufleuten die Kredite be¬
schränkt. In anderen Branchen macht sich
teilweise eine Abschwächung der
Umsätze geltend.
Der Absatz von Pfandbriefen und
anderen Wertpapieren hat sich verringert.
Teilweise macht sich ein gewisses Angebot
palästinensischer Wertpapiere
geltend, das zu einer Kursermäßigung ge¬
führt hat. Als Folge der in Palästina ge¬
schaffenen Situation, deren Echo natürlich
das Ausland erreicht hat, verminderte sich
in der letzten Woche der Zustrom aus¬
ländischen Kapitals nach Palästina
in starkem Maße.
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Aus dieser Darstellung ergibt sich;' daß’ das
Wirtschaftsleben des Landes in Begriff ist,
Schäden zu erleiden. Wenn die Nervosi¬
tät sich nicht bald beruhigt, wird die Schä¬
digung ernsthaftere Ausmaße annehmen,
ohne däß dafür wirklich Gründe vorliegen.
Aus Nervosität und’Urteilslosig¬
keit heraus schädigen die Einwohner des
Landes sich selbst und das Land. (Palnews.)
nachdem sie allen Möglichkeiten des inneren
Marktes erschöpft hat. Der Binnenmarkt
muß alle allgemeinen Unkosten der Fabrik
decken, Erst dann kann die Industrie zum
. Export und zur Konkurrenz mit ausländi¬
schen Industrien übergehen. Das trifft im
besonderen für die palästinensische Industrie
zu, die nicht einmal den lokalen Markt er¬
obert hat. Man muß berücksichtigen, daß
die palästinensische Kaufkraft viel größer
Ist als es der Einwohnerschaft des Landes
entspricht, da eine große Anzahl von Immi¬
granten sich ständig neu im Lande nieder¬
lassen und ihren Bedarf hier aus mitge¬
brachten Kapitalien decken.
Die palästinensische Industrie muß auf
zwei Wegen geschützt werden: 1. Durch
Schutzzölle und das Kontingentsystem,
2. durch Loyalität gegenüber inländi¬
schen Erzeugnissen.
Es gibt kein Land in der Welt, dessen
Angelegenheiten in einer so freien Weise,
ohne Programm und ohne zen¬
trale Leitung verwaltet werden, wie
das in Palästina der Fall ist. Es gibt Leute,
die sagen, daß Schutzzölle die Preise
steigern. Diese Leute vergessen, daß jedes
industrielle Unternehmen die Kaufkraft des
Landes erhöht. Der Einwand ist grundsätz¬
lich falsch: Schutzzölle erhöhen
die Preise nicht. Der Fall Nesher
kann als ein gutes Beispiel hiefür angesehen
werden. Als die Zementfabrik „Nesher“ ge¬
gründet wurde, fielen die Preise für impor¬
tierten Zement. Als Nesher einen Schutzzoll
erhielt, erhöhten sich die Zementpreise in
Palästina etwas, aber trotzdem blieben sie
viel billiger als sie vor Errichtung der
Zementfabrik in Palästina waren.
Meines Erachtens sollten in erster Linie
diejenigen Industrien unterstützt werden,
die p a 1 ä st in ensische Rohstoffe
verarbeiten, da diese Industrien dem Lande
äini meisten* Nutzen bringen. Vor allem istr
es eine Lebensnotwendigkeit, eine Institut
tion zu schaffen, die eine leitende
Kraft der palästinensischen
Wirtschaft ist.
Schulz für die Industrie Palästinas
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Juden zum Ausdruck. In allen Orten Jugo¬
slawiens werden Protestversammlungen ab¬
gehalten.
Das Großrabbinat und der J ü d i-
sche Gemeindebund Jugosla¬
wiens sandten das folgende Telegramm
an den Präsidenten der Völkerbund versamm-
lung, Dr. BeneS, nach Genf: Das Gro߬
rabbinat und der Jüdische Gemeindebund in
Jugoslawien, als zentrale Vertreterschaften
.des gesamten jugoslawischen Mentumsj
In Palnews äußert sich ein führender
Industrieller über die Lage der palästi¬
nensischen Industrie,
Die schwierige Lage einer Reihe palästi¬
nensischer Indußtrieunternehmungen ist
keine Zufallssache, sondern das Resultat
einer längeren Entwicklung. Es
muß die bedauerliche Tatsache in Betracht
gezogen werden, daß neues Kapital, das in
großen Beträgen ins Land fließt, der Linie
des geringsten Widerstandes folgt: es wird
im Häuserbau und in Bodenkäufen inve¬
stiert — aber nicht in genügendem Umfang
dei Industrie. Die palästinensischen Ban¬
sen unterstützen diese Investierungstenden¬
zen und lenken die Kapitalinvestition nicht
in die schwierigere industrielle Richtung.
Dabei kann kein Zweifel darüber bestehen,
daß das Kapital, das in der Industrie inve¬
stiert ist, das lebendige und schöpferische
Kapital ist — nicht nur weil jede Fabrik
eine bestimmte Anzahl von Arbeitern be¬
schäftigt, sondern weil jedes industrielle
Unternehmen indirekte Beschäftigungsquellen
erschließt: Neben- und Hilfsindustrien,
Transporte, Agenten usw. Aber da Palästina
über keinen lokalen Effektenmarkt verfügt,
ist das Problem der Industriefinanzierung
•— sowohl für alte wie neue Unternehmun¬
gen — ein sehr schwieriges.
Die palästinensische Industrie ist außer¬
dem nicht genügend gegen fromde Kon¬
kurrenz geschützt. In anderen neuen In
dustrieländern, wie der Türkei, Ägypten und
anderen, unterstützen die Regierungen die
Entwicklung der Industrie durch Zahlung
von Zuschüssen usw. In Palästina ist nicht
nur keine Rede von derartigen Unter¬
stützungen durch die Regierung, sondern
die Industrie hat auch keinen Schutz gegen
die Konkurrenz der großen, entwickelten
europäischen Industrieländer.
Die Unterstützung der Industrie durch die
Regierung, die für unsere Industrie nötig
ist, soll der Industrie nicht den Export er¬
möglichen, sondern sie in den Stand ver¬
setzen, den lokalen Markt bis zum
Maximum zu durchdringen. Die
Erfahrung vieler Länder zeigt, daß die In¬
dustrie erst dann für den Export produziert,
AUCH IM WIENER RATHAUSKELLER
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OK
Alt-Wien im Grinzinger Keller. Täglich Musik der
® Kapelle Auerbach. Konzert, Jazz,- Stimmung. Mitwir¬
kend: Stiminungssänger Hans Blnsdhek und Violinvirtuose R. Ohlensdiläger
Wieder eine Fabrik in
Ramath Can geschlossen
Jerusalem, 80. September,
Infolge des Importes aus der Tschecho¬
slowakei mußte die Wirkwarenfabrik
„G e r e b“ in Ramath Gau geschlossen
werden. Es ist dies bereits der zweite Be¬
trieb in Ramath Gan, der dem ausländischen
Dumping zum Opfer fällt. Bekanntlich mußte
vor kurzem die Kunstseidenfabrik „Meshi‘*
wegen Überflutung des Marktes mit billiger
japanischer Ware den Betrieb einstellen. Die
Palästina-Regierung hat eine Sitzung ihres
Industriebeirates einberufen, um
Maßnahmen zum Schutz der palästinensi¬
schen Produzenten zu erwägen.
Statistisches Amt der Palästina*
Regierung
Die Palästina-Regierung hat Professor
Cadmour vom Statistischen Amt in Ka¬
nada beauftragt, im Rahmen des Immigra-
tionsdepartements der Regierung ein Stati¬
stisches Amt einzurichten. Das neuo Amt
soll sich mit der statistischen Erfassung der
wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse
dos Landes befassen. Eb heißt, daß die Auf¬
stellungen des neuen Amtes auch zur Bestim¬
mung der jeweiligen Aufnahmefähigkeit des
Landes und dementsprechend zur Fest¬
setzung der Einwanderungs¬
quoten benutzt werden sollen.
Wir machen unsere geschätzten Leser auf
das Inserat Erika Hofbauer, I., Bauernmarkt
Nr, 18 (Landskronga&ae 1), aufmerksam,