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DIC STIMM!
Nr. 681 Wien, Mittwoch, 16 September 1936
Anläßlich RU»Cll-nA^t.nA^I All wünschen
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JÜDISCHER SPORT
5696: Crfolge ü&uall
Das vergangene Jahr hat dem
Sport in Österreich in allen Disziplinen zahl¬
reiche Erfolge gebracht. Im Schwimmen, in
der Leichtathletik, bei den Ringern und
Boxern, überall haben die Vertreter der blau¬
weißen Farben ehrenvoll abgeschnitben, sie
haben diie Erfolge der letzten Jahre nicht nur
wiederholen können, sie haben auch auf Ge¬
bieten, in denen der Makkabi-Sport noch nicht
festen Fuß gefaßt hatte, neue Siege errungen.
Gleichzeitig wurde aber auch daran gearbeitet,
neue Kräfte zu gewinnen, die auch für die
Zukunft die Erfolge der jüdischen Sportler
sicherstellen. Die neuen Leute sind heute noch
unbekannt, sind sie doch zum großen Teil
Burschen und Mädels, die noch in die Schule
gehen; die Tatsache aber, daß im letzten
Jahr und gerade in den letzten Wochen und
Monaten in allen Sektionen ein Zustrom der
jüdischen Jugend eingesetzt hat, ist minde¬
stens ebenso erfreulich, wie die Spitzenleistun¬
gen einzelner jüdischer Sportler.
Es ist das Ideal jedes Sportvereines, Klasse¬
leute und guten Nachwuchs zu gleicher Zeit
zu haben. Diesem Ideal streben auch die jüdi¬
schen Vereine Österreichs zu und gegenwärtig
scheint ihm der Schwimmklub Hakoah
am nächsten zu sein. Nach dem großen Erfolg,
den ihm die Jugendmeisterschaften brachten,
— er gewann die Damenmeisterschaft und
wurde in der Herrenmeisterschaft knapp
Zweiter — konnten sich die Hakoahnerinnen
vier von sechs ausgeschriebenen Staatsmeister-
schaften holen. Leider wurden die drei besten
Schwimmerinnen wegen ihrer Stellungnahme
zum Start, in Berlin gesperrt,, aber schon
sprangen andere in die Bresche und holten
sich' die Meisterschaften im Stromschwimmen.
Die Wasserballmannschaft gewann heuer so¬
wohl das Sommerrundspiel als auch , das Tur¬
nier um den Preis des österreichischen
SebwimmverbaJides. Gegenwärtig verfügt der
Schwimmklub nicht nur über die ’ besten
Schwimmerinnen Österreichs, er besitzt in
seinen Reihen auch eine nicht geringe Anzahl
von Knaben und Mädchen, die schon jetzt zu
den größten Hoffnungen für die Zukunft be¬
rechtigen.
Auch bei den Leichtathleten ist in
letzter Zeit ein Zustrom von jungen Leuten zu
verzeichnen gewesen. Dieser Sportzweig er¬
fordert aber jahrelanges Training, ehe zähl¬
bare Erfolge zu sehen sind. Deshalb ist es
• nicht zu verwundern, wenn — mit einer Aus¬
nahme — noch immer die alten Namen auf
den Siegerlisten aufscheinen. Leider fehlen
der Leichtathletik-Sektion noch Werfer und
Springer; hoffentlich eignen sich aber einige
der jungen Athleten für diese Disziplinen,
dann werden auch die Klubkämpfe bessere Re¬
sultate erbringen als bisher.
Die Ho ckey man ns oha ft'der Hakoah
hat sich im heurigen Jahr bis in das Cup¬
finale durchgekärapft und gegen Währing
zweimal unentschieden gespielt. Das noch aus¬
stehende dritte Spiel wird in den nächsten
Wochen die Entscheidung bringen. Auch im
der Staatsmeisterechaft liegt die Hakoah her-
vorragend und hat grota dieeen
Bewerb zu gewinnen. Die Damenmannschaft
hat wohl keine so großen Erfolge zu verzeich-
jüdischen nen > doch spielt auch sie eine gute Rolle in
der ersten Klasse.
Im Handball spielt die Hakoah in der
zweiten Klasse. Sie konnte ihr erstes Spiel im
Herbst gewinnen und unterlag in der Meister¬
schaft gegen einen sehr spielstarken Gegner
nur knapp. Die Sektion hat einen neuen Trai¬
ner verpflichtet, dessen Namen allein genügte,
ihre Mitgliederzahl fast zu verdoppeln. Hoffent¬
lich stellen sich jetzt auch die Erfolge ein!
Staatsmeister von Österreich wurden im
Vorjahr die Tischtennisspieler der
Hakoah. Die Chancen, diesen Bewerb auch in
diesem Jahre zu gewinnen, sind gegen 1935
eher noch gestiegen, da die nichtjüdischen
Spitzenspieler sich auf mehrere Vereine aufge¬
teilt haben.
Einen neuen Aufschwung hat die Touri¬
stik- und Skisektion durch den Bau
der Hakoah-Hütte auf dem Semmering ge¬
wonnen. Auch rein sportlich sind schöne Er¬
folge zu verzeichnen gewesen. Bei der Winter-
Makkabiah konnte der Hakoahner Ali Scha-
pira vier Siege erringen und auch die Damen¬
konkurrenzen wurden von Österreicherinnen
gewonnen. Dieser Sektion mangelt es aber
auch heute noch an einer genügend großen
Mitgliederzahl. Der Grund mag darin
suchen sein, daß bisher nur wenig jüdische
Wintersportler den Weg zur Hakoah gefunden
haben. Es sind Verhandlungen im Gange, im
heurigen Winter großangelegte Ski- und Rodel¬
meisterschaften des Makkabikreises Österreich
zu veranstalten, um neue Freunde zu werben.
Die jüdischen Schwerathleten sind
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Redaktion und Administration: Wien, I., Marc-
Aurel-Straße 5. Tel.: U 22-3-91. Redaktions¬
schluß Montag und Mittwoch vormittags.
Eigentümer, Verleger und Herausgeber: Zio
nistischer Landesverband für Österreich. Wien.
I., Marc-Aurel-Straße 5. — Verantwortlicher
Redakteur: Alfred Oswald Rosegg. Wien,
zum Teil bei der Hakoah, deren Ringer durch
Jahre hindurch die Mannschaftsmeisterschaften
von Österreich gewinnen konnten, zum Teil im
Turn- und Sportverein Makkabi, der das
Zentrum der jüdischen Boxer ist. Die Ringer
haben vor einigen Wochen ein neues Heim in
der Währingerstraße eröffnet und durch eine
große Werbeaktion neue Mitglieder, vor allem
Jugendliche, gewonnen.
Das neue Jahr wird die jüdischen Sportler
in Österreich auf dem Posten finden, bereit,
neuerlich für den Makkabi zu kämpfen. In
Wien allein sind es über dreitausend junge
jüdische Menschen, die in der Hakoah die blau¬
weißen Farben vertreten. Dreitausend! Eine
große Zahl, und doch klein im Verhältnis zur
Anzahl junger Juden in unserer Stadt. Alle,
die noch abseits stehen, alle, die aus dem einen
oder anderen Grunde noch nicht Sport be¬
treiben oder Mitglieder nichtjüdischer Vereine
sind, müssen begreifen, daß ihr Platz in den
Reihen des größten All-Round-Clubs Öster¬
reichs ist: In den Reihen der Hakoah!
Neuerliche Glanzleistung
Blödys
Der W. A. C. veranstaltete anläßlich seines
40jährigen Bestandes auf seinem Platz ein i n-
ternational beschicktes Meeting,
bei dem die Hakoah-Leichtathleten schöne Er¬
folge erzielen konnten. Den Höhepunkt der
Veranstaltung bildete das Laufen über 5000
Meter; es war das Rennen eines Mannes: der
Hakoahner Arpad Blödy ging vom Start
weg in schärfstem Tempo los, legte die ersten
800 Meter in 2:13 Minuten zurück, durchlief
die 2000 Meter in 6:02 und beendigte das
Rennen in der ganz hervorragenden Zeit von
15:23.4 Minuten, nur knapp über dem öster¬
reichischen Rekord. Trotzdem er die ganze
Woche auf der Reise gewesen war, konnte ei*
seine, anläßlich der Makkabi-Meisterschaften
in Berlin erzielte Bestleistung ganz ge¬
waltig verbessern. Auch in den anderen
Konkurrenzen hielten, sich die Hakoahner aus¬
gezeichnet. Präger placierte sich im Lau¬
fen über 100 Meter in 11 :1 Sekunden an vier¬
ter Stelle; er war der zweitbeste Österreicher
und wurde von Beiger (W. A C.) nur um
Handbreite geschlagen. Der Mittelstreckler
Kaiser endete im 1000-Meter-Lauf auf dem
dritten Platz. Er durchlief die Strecke iu
2 :35.8 Minuten, der besten Zeit, die er je er¬
reicht hatte. Die Schweden-Staffel der Hakoah
wurde von den ungarischen Läufern nur knapp
geschlagen und placierte sich als beste
Österreicher an zweiter Stelle. Alle Ha¬
koahner waren in blendender Verfassung und
hätten diesen Bewerb gewinnen können, wenn
der erste Mann nicht von seinen Gegnern in
Entfaltung seiner vollen Geschwindigkeit be¬
hindert worden wäre. In den Damenbewerben
trat von der Hakoah nur Gerda G o 111 i e b
an. Sie gewann den Hochsprung mit der
ausgezeichneten Leistung von 1.50 Meter und
riß die Latte bei 1.53 nur knapp, so daß ihr
diesmal der österreichische Rekord noch ver¬
sagt blieb. In der 4X100-Meter-Darnen-Staffol
kam die Hakoah auf den dritten Platz. In den
Jugendbowerben konnte die Hakoah mit
H e i 1 p e r n über 100 Meter (12.1 Sekunden)
den zweiten Platz belegen. König n und
Feuer wurden Zweiter und Dritter über
800 Motor in 2:08.4 Minuten. Fred Schwarz
endete in diesem Rennen auf dem fünften
Platz. Bei _ der Damenjugend lief Wertheimer
Sekunde)
100 Meter in 13:7 f
den und wurdo Vierte.
Vago siegt in Palästina
Anläßlich der palästinensischen Sohwimm-
meisterschaften stellte Paul Vago, der erst
vor wenigen Wochon nach Erez Israel aus¬
gewandert war, über 400 Meter einen neuen
palästinensischen Rekord mit der Leistung
von 5:34.2 Minuten auf. Diese Zeit ist etwas
schlechter als seine in Wien erzielte Best¬
leistung, genügte aber trotzdem, um seine Geg-
uDuanioui. auiuu vonewu nuoc^. vriuu, i iciouuug, guiiuguu uiuu^iuuuj, luu öüUJ
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