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DIE WAHRHOT
Seite Hl
Kundmacbofls. Vom Rabbinate der israelitischen Kultus¬
gemeinde Wien wird hiermit bekanntgegeben, daß die Fleisch¬
lank der Wiener Fleischbanke-Qes, rcu b, fL. II.» Tabor-
straße 51, ab 1, Dezember nicht mehr unter seiner Auf¬
sicht steht.
Judisches ans aller Welt»
Iii Prag werden jetzt Schritte unternommen, um eine
jüdisch-theologische Fakultät in der Tschecho¬
slowakei zu errichten. Die Kosten hierfür würden sich nur auf
etwa Kc 30.000 belaufen, da ein großer Teil der Disziplinen
der neuen Fakultät von ihren Hörern auf der philosophi¬
schen Fakultät gehört werden würde. — Die Agudas-
J i s r o e 1 - Ortsgruppe in Jerusalem und ihr Organ, der
„Kol Jisroel", trat für die Stadtratswahlen in Jerusalem am
5. d. M. für die Bildung einer gemeinsamen jüdischen Liste
ein, um unter allen Umständen eine Zersplitterung der jüdi¬
schen Parteien gegenüber der nichtjüdischen Mehrheit zu ver¬
hindern. — Der Rechtsanwalt B. Ben-Aharon in Jeru¬
salem erhob beim Obersten jüdischen Schiedsgericht Ein¬
spruch gegen die weitere Amtierung des jetzigen Ober-
rabbinats, welches seinerzeit für einer Zeitdauer von nur
drei Jahren gewählt worden ist; die Funktionsdauer wäre
Schon im Februar 1924 abgelaufen. — Ueber das Thema „Das
Judentum in seinen geschichtlichen Grundlagen" hält im Laufe
des Wintersemesters Gemeinderabbiner Dr. Kober an der
Kölner Universität eine öffentliche Vorlesung.
— Am Weissenseer Friedhof in Berlin veranstaltete der
Reichsbund jüdischer Frontsoldaten zum Ge¬
dächtnis der 12.000 in den ehemaligen Gebieten Westpreußens,
Posens und Oberschlesiens gefallenen jüdischen Soldaten eine
T r a u e r f e i e. r, an der 15.000 Personen teilnahmen. — In
Berlin fand vor kurzem eine Konferenz der radikalen
Z i o n i s t e n statt.; es wurden drei Resolutionen gefaßt, in
welchen Verhandlungen mit der M-andatarmacht zur Verwirk¬
lichung der Forderungen des Aktionskomitees, zentrale Rege¬
king und bewußte Lenkung der Immigration verlangt und die
Erweiterung der Jewish Agency nach wie vor ab-
gelehnt wird. — In Heddernheim, einer Vorstadt von
Frankfurt am Main, wurden bei einer Renovierung der
Synagoge wichtige Zeugnisse jüdischer Kulturarbeit aus
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Wien IL, Malzgasse 12 j
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Diese nun einzige jüdische Volksküche ist trotz der »
schweren Lage, in der sie sich befindet, beflissen, möglichst J
vielen Gästen beste Mahlzeiten in gefälligster Art zu bieten. 5
t Die „Einheit" hat stets den Bedürfnissen der Jüdischkeit m
m Rechnung getragen uud auf die Verhältnisse des arbeitenden
| Mannes und der Angesteliten größte Rücksicht genommen- •
1 Wir haben bekanntlich zwei Ausspeisungen, eine m
i Mittelstandsküche im ersten Stock und eine allgemeine £
{ Ausspeisung im Parterre. i
J Für die Mittelstandsküche gelten folgende Preise: S
• Suppe, Gemüse und Mehlspeise.....S —.50 §
g Suppe, Fleisch, Gemüse und Mehlspeise „ —.95 £
J| Eine Fleischportion..........„ —.50 •
Ein Wochenabonnement, bestehend aus *
Suppe, Fleisch, Gemüse und Mehl¬
speise an 7 Tagen......• • „ 6__V**»?«
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im Ti|e
Für die allgemeine Ausspeisung:
Suppe, Gemüse........— 25 i
Suppe, Gemüse und Mehlspeise • • ■ • „ —.43
Mehlspeise allein „ —.18
Fleisch allein............. n —.50
Möchte es dem Vorstand der „Einheit" vergönnt sein,
allen Bedürftigen zu helfen und sie zu erfreuen. W
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dem 18. Jahrhundert entdeckt. — Die B. B.-Loge in New.
York widmete zwei Millionen Dollar für die Aufklärungs¬
arbeit gegen den Antisemitismus in den Vereinigten
Staaten, der jetzt besonders stark auftritt. — Einem Mit¬
glied der Mündener (Hannover) jüdischen Gemeinde, Pro¬
fessor Dr, Richard Falck vom mykologischen Institut»
der auf Veranlassung der Abteilung Wohnung und Siedlung
und der Abteilung für Pflanzenkrankheiten in beiden Abtei¬
lungen das Gebiet Hausschwamm, Holzzersetzung und Holz¬
schutz sowie Baumkrankheiten zur Darstellung gebracht hatte,
wurde von der Großen Ausstellung Düsseldorf 1926 für
Gesundheitspflege, Fürsorge und Leibesübungen (Gesolei)
die Goldene Medaille der Stadt Düsseldorf verliehen. —
Ornate fürs Ausland. Die Hauptsynagoge in Johannes¬
burg (Südafrika) bezog kürzlich von der bestbekannten
Wiener Spezialfirma Rudolf Goldstein, Wien IL, Tabor-
straße 54, die in nächster Zeit ihren 60jährigen Geschäfts¬
bestand feiert, einige Prachtornate. Ein neuer Beweis dafür,
daß sich die Erzeugnisse dieser Spezialfirma wegen ihrer ge¬
schmackvollen und soliden Ausführung im In- und Auslande
großer Beliebtheit erfreuen.
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m laden Sie höflichst zur =
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ihres Sohnes ,"3n2£* (Ernst)
welche JT'X Samstag, den 18. Dezember 1926
YH n^iS um V28 Uhr früh im Tempel, II,
Große Schiffgasse 8 (Schiffschul) stattfinden wird.
Wien, im Dezember 1926
Gratulation (Ht^lD um 3 Uhr, II., Große Mohren¬
gasse 38, Mezzanin.
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Anläßlich des 50jährigen Bestandes
unseres Tempelvereines und des 25jährigen
Dienstjubiläums Sr. Ehrwürden des Herrn
Rabbiners Prof. Dr. A. L. Man d el sind uns
so viele ehrende und hocherfreuende Beweise
von Freundschaft und Verehrung zuge¬
kommen, daß wir außerstande sind, hierfür
jedem einzelnen geziemend Dank zu sagen.
Wir sprechen daher auf diesem Wege
dem verehrlichen Präsidium der israelitischen
Kultusgemeinde, dem ehrwürdigen Präsidium
des Rabbinerverbandes in Wien, dem ver¬
ehrlichen Präsidium der Vereinigung der
Wiener Tempelvereine, sowie allen Vereinen
und Korporationen und allen unseren
Freunden und Gönnern unseren wärmsten
und tiefgefühltesten Dank aus.
Wien, im Dezember 1926.
Professor
Dr. A. L. Mandel
Rabbiner
Mai Berger
Obmann des Tempel¬
vereines Favoriten
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