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Selbst-Emancipation
wird der Lernende allmälig dein Lehrziele zugcsiihrt, die hebräische
Zprachr lesen, schreiben und sprechen zu können.
Die hebräische Grammatik. Stylistik und Conversation
werden in abwechslungsreicher Vcrthciluiig dem Lernenden bcigebracht.
Uebcrflüssigc Regeln werden vermieden, die gegebenen sind kurz und
klar. Die nothwcndigcn Erklärungen und Abhandlungen enthalten
in gedrängter Kürze die Quinteffcnz der bisherigen Resultate der hebräischen
Sprachforschung.
In den späteren Briefen wird der Lernende auch mit der hebräischen
Literaturgeschichte vertraut gemacht und lernt hiebei zum besseren
Verständnisie eine Auslese der besten Leistungen der hebräischen Clasiikcr
der verschiedenen Epochen kennen.
Am Schlusic des ganzen Unterrichtes verfügt der Lernende über
einen ungemeinen großen Wortschatz, wird aber wol dennoch freudig das
hebräische Wörterbuch begrüßen, welches den ganzen Bcgriffe-
vorrat der modernen Menschheit umfassen soll und dcsicn
Herausgabe nach derjenigen des „Brieflichen Sprach- und Sprech-Unter-
richte" beabsichtigt ist.
. Der Lernende ist davor behütet, durch alberne und pnulo>e
Uebungssätze, wie sie in anderen Sprachbüchcrn im Gebrauche sind, die
Lust am Lernen zu verlieren. Er treibt vielmehr von allem Anfang an
klassische, anmuthigc und fesselnde Lectüre, indem sich durch den ganzen
Unterrichts-Cursus eine herrliche Erzählung eines berühmten
hebräischen Romandichtcrs der Neuzeit hindurchzicht. Jede
Fortsetzung derselben bildet die Grundlage für die sprachwissenschaftlichen
Ausführungen und Erörterungen des betreffenden Briefes.
Gewisse Einseitigkeiten und Jrrthümcr anderer Sprachbüchcr werden
dadurch vennieden, dass der „Briefliche Sprach- und Sprech-Unterricht",
wie oben ersichtlich, zwei gemeinsam arbeitende Verfasser hat,
von welchen der Erstangeführte die hebräisch-sprachliche, der Zweite
die deutsch-sprachliche Seite des Unternehmens in, wie wir hoffen,
vertrauenswürdiger Weise vertritt. Das Deutsche nicht vollständig
beherrschende Schüler werden, was jedenfalls crtvähnenswcrt ist, durch die
Unterrichtsbriefe auch in der deutschen Sprache sich zu vervollkommnen
Gelegenheit haben.
Der „Briefliche Sprach- und Sprech-Unterricht" ist für ettvachsene
Personen — und diese allein haben die zur Erlernung einer ihnen fremden
Sprache nothwendige Geistesrcife — bequcnier und gründlicher, als der
mündlich erthciltc; zugleich verursacht er weniger Kosten.
Jeder Brief (V, Bogen stark) kostet 20 Kreuzer öst. Währ,
(für Abonnenten der „Selbst-Emancipation" 17 Kreuzer) und kann
einzeln bezogen und bezahlt werden.
Zahlstellen werden auf geeignete Weise bekannt gemacht werden.
Der erste Brief erscheint Mitte Oktober 1892.
Durch Einsendung des bezüglichen Bcttagcs vor 31. August
1893 erhält man:
1. den ganzen Cursus (mindestens 60 Briefe) um . fl. 10.—
2. die ersten 40 Briefe (mit Einräumung gleicher Er¬
mäßigung bezüglich des Restes bei rechtzeitiger Einsendung des
Bcttagcs) um. fl. 6.—
3. die ersten 20 Briefe (mit analoger Einräunmng) um fl. 3.20
4. die ersten 10 Briefe (mit analoger Einräumung) um fl. 1.65
5. die ersten 5 Briefe (mit analoger Einräumung) um fl. —.85
Abnehmer von mindestens 10 Exemplaren erhalten 10°/« der
durch ihre Vermittlung einlausendcn Gelder.
Gesinnungsgenossen! Durch das Erscheinen des „Brieflichen
Sprach- und Sprcchunterrichtes" ist Euch, soferne Ihr die hebräische
Sprache noch uich?könnct, die Gelegenheit geboten, sieleicht und gründlich
zu erlernen. Ebenso habet Ihr die Gelegenheit, durch eifrige Pro¬
paganda für das neue Sprachwerk, durch Aufnahme von Subscriptionen
auf dasselbe, zur Verbreitung der hebräischen Sprache wesentlich beizu-
ttagen. Nützet beide Gelegenheiten reichlich aus!
Gesinnungsgenossen! Fördert das Llnternrhme« anf
jede Euch mögliche Weisel
Anmerkung: Brief- und Geldpostsendungen sind zu richten an
die Redaktion der „Selbst-Emancipatton", Wien, II/3, Malzgassc 4.
Belletristisches.
Es werde Ächt!
Glcicbwic gebannt, die Hände verschlungen
Liegt Israel, liegt und träumt,
Und harret der Zeit, wo durchdrungen
von Liebe die Ulelt von Glück überschäiimt!
Sieh, wie i»> Gsten der Dämmerschein
Sich durch Ivolkcnschaärcn bricht,
von Stürmen gefegt der Himmel wird rein,
Und Alles ruft: Ls werde Licht!
Genug geträumt in schrecklicher Nacht!
Der Erlösung lltorgensonne in Sicht!
Die Augen geöffnet! Lrwacht! Erwacht!
Es werde Licht! Es werde Licht!
Für die Redoction verantwortlich: Do. Nathan Kienbaum?
Gorrefpondenz der HLedaclion.
Herrn 0. S. in Radautz. Sie scheinen die Nummer des
„Kol. Slachsike Hadass“ vom 16. Juni d. I. nicht gelesen zu '
haben. Es ist geradezu haarsttäubend, was diese Zeitschrift, die sich ohne
jedes Recht als die Verttctcrin des galizischen orthodoxen Judentums
ausgibt, in dieser Nummer an Angriffen gegen den Zionismus leistet.
Nicht bloß zu persönlichen Beleidigungen, sondern sogar zu gemeinen Flüchen
sinkt dieses Organ herab. Schade nur um die hebräischen Lettern, die zu diesem
für das ganze jüdische Volk beschämenden Prcsscrzeugnis, und für ein
Hebräisch verwendet werden, welches eine Sünde gegen die Sprache der
Bibel ist. Mit diesem Blatte polemisiren wir nicht. Aber orthodo-
xerscits sollte man einmal daran gehen, demselben das Handwerk zu legen.
Es ist ja unerhört, dass sich diese Zeitschrift im Namen des orthodoxen
Judentums die Zionisten mit den gemeinsten Beschimpfungen zu belegen
erlauben darf, während hunderte der angesehen sten streng
orthodoxen Rabbinen Russlands, des Orients und anderer Länder
die Zionsbcwegung billigen, zum Theile selbst dem nationalen Er¬
lösungswerke Israels ihr Leben widmen. R. Samuel Mohiliwer in
Bialystock. R. Jsack Elchanan Spector in Kowno, R. Rastatt Zwi Berlin
in Wolosin, Dr. Hildesheimer in Berlin u. s. w. sollen es sich ge¬
fallen lassen müpcn, dass ihre innigsten Ucberzcugungen in den Koth
gezerrt werden? Man soll cs ruhig hinnchmcn, dass dieser Kolh auch
auf die Gräber von R. Zwi Hirsch Kalischer (Thorn) und R. Elia
Gutmacher (Grätz) gespritzt wird? Das darf nicht sein und Pflicht
derjenigen galizischen und bükowinacr Natioualjudcn. welche in religiöser
Beziehung Orhodoxe sind, ist es, gegen diesen Scandal zu protcstiren
Soeben erschienen!
exegetisch-kritische Studien.
JESAIAS
Wilhelm Reich
Miner t israel. MtnspeiMe io Bah bei Wien.
: Verlag von Oskar Frank’s Nachfolger
■VsTie», 1892.
Preis 3 fl. ö. ’W'.
In Wien
finden ein oder pnei Knaben aus anständiger Familie
im Alter von 10 bis 16 Jahren
in einem seingevitdeten Mischen Kaufe
volle Verpflegung, eventuell auch Unterricht in den ver-
schiedenstenDisciplinen, so in den Gegenständen des Gymna¬
siums, der Realschule, der Nornml- und Handelsschule, in
Stenografie, in modemen Sprachen und in den hebräischen
Fächern. Speciell können ausländische Knaben, da der Herr
des Hauses ein anerkannter Schriftsteller deutscher Sprache
ist, dieses Idiom gründlich und bis zur vollkommenen Be¬
herrschung in Wort und Schrift erlernen.
Angemessenes Honorar nach Vereinbarung.
Auskunft in der Redaction.
— Druck von Gtto Keiick, Wien, IX., INaximiliaiiplatz 5.