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Selbst- ErntmcMlion.
Avypnrmrnts-Prrise
lZuskndunz inbegriffen)
Für Oesterreich-Ungarn gcmzj. st. 4
„ Deutschland „ Mk. 8
„ Rußland ,, Rbl. 4
„ Amerika „ Doli. 2
„ die übrigen Länder „ FrcS. 10
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zu den entsprechenden Thcilbeträgen.
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Hrgan der Monisten.
Herausgeber und Lhefredacteur:
Kt Pr. Wathan Mirnbaum. ^
Erscheint Anfang und Mitte eines jeden Monate-.
Kedartio«
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Wien, N./3, Miesbachgaffe 12.
(Sprechstunde: Taglichnurvon 6 bis
7 Uhr Abends.)
Unfrankirte Briefe werden nicht
angenommen und Manuskripte nicht
retournirt.
Mt. 6
Wien, 18. Mai 1888. VI. J-Hrgmz.
. Organisation der Colonisationsthätigkeit. — Erste Conferenz der Nationaijuden in Galizien. — Aus Palästina: Jaffa. Jeru
^UIJWU. salem; Verschiedenes: — AnS anderen Ländern: Wien, Wien,Wien, Lemberg, ftrntau, Berlin, Bukarest; Notizen. — Recen-
sion. — Subscription. — Correspondenz der Redaction. — Correspondenz der Administration.— Jnsesrate.
Fortan befindet sich die Redaction nnd Ad¬
ministration unseres Blattes:
II.!,, Mieslmchsaste \%
An unsere geehrten Leser!
Die vvn uns eingeleitetc Action zur Verwandlung der
„Selbst-Emancipation" in ein Wochenblatt nimmt einen
sehr erfreulichen Fortgang. Nach dem gegenwärtigen Stande
der Unterhandlungen ist das wöchentliche Erscheinen
unseres Blattes ab I. Januar 1894 gesichert.
Bis dahiu wird die „Selbst-Emancipation" pünktlich
zil Anfang und Mitte eines jeden Monates erscheinen.
Die Administration.
Organisation der Colonisations-
thätigkeit.
Allmälig organisirt sich unsere Gesinnungsgenossenschaft.
Während die galizischen Zionisten, die vereinigten Vortheile
eines fruchtbaren Bodens und voller Bewegungsfreiheit ge¬
nießend, sich als politische Partei auf dem jüngst statt-
gehabten Delegirtentage galizischer Zionisten orgamsirten,
entstehen neue Organisationen vvn Vereinen, welche der
praktischen Colonisationsthätigkeit gewidmet sind, in Ru¬
mänien und in Oesterreich. Auch ertönt wieder der Ruf
nach Centralistrung der gesaminten zionistischen Sache von
verschiedenen Seiten her.
In Oesterreich speciell ist der Verband „Zion" der
Colonisationsvereine in seiner Constituirung begriffen. Durch
den Beschluß obenerwähnter Delegirtenversammluug, überall
in Galizien für die Bildung von Ortsgruppen desselben
einzutreten, wird er ivohl mächtig gefördert werden. Hoffent¬
lich wird bald eine stattliche Anzahl von österreichischen
Colonisationsvereinekt im Verbände eine erfolgreiche Thätig-
keit entfalten, gleich den ähnlich organisirten Vereinen „Esra"
in Deutschlai d, „Chovcve Zion Association" in Gro߬
britannien und „Verein zur Unterstützung jüdischer Ackerbauer
und Handwerker in Syrien und Palästina" in Rußland.
Alles hängt nur von dem Eifer der Gesinnungsgenossen
ab. Diese werden nicht übersehen dürfen, welche gewaltigen
Vortheile eine vernünftige und maßhaltende Colo¬
nisationsthätigkeit, wie wir sie mehrfach im vorigen Jahr¬
gang« unseres Blattes empfahlen, unserer Sache dringen
muß. Durch eine solche wird einer beträchtlichen Anzahl
unglücklicher Brüder dauernd geholfen und die wirthschaftkichc
und sittliche Atmosphäre im Lande unserer Bätet von Mias¬
men gereinigt werden, welche die größten Gefahren für das
Endziel unserer Bewegung in sich bergen. Durch ununter¬
brochene Bemühungen auf dem Gebiete der praktischen Co-
lonisation wird ferner an alle unsere Mitkämpfer in Folge
stets neuer unvermeidlicher Schwierigkeiten die Nothwendig-
keit herantreten, auch nach Behelfen anderer, mehr ideeller
oder politischer Natur Umschau zu halten. Schließlich hat
die von Colonisations-Verbänden, -Vereinen und Genossen¬
schaften entwickelte Propaganda auch die Bedeutung, daß
sie die jüdischen Bolksmaffen disciplinirt, organisirt und
nothwendigerweise zum großen Theile die Kosten einer aus
Weckung des jüdischen Volksbewußtseins hinzielenden Agi¬
tation mitbestreitet.
Alles das sind Gründe, welche jeder national gesinnte
Jude würdigen muß, wobei wir freilich unter national
Gesinnten nicht jene verstehen, welche mit dem leeren Schalle
des Wortes „national", alles gethan glauben, sondern jene,
die das jüdische Volk aus dem zweitausendjährigen Elend
des Mangels einer schützenden Heimstätte für seine jedes¬
maligen Verfolg en befteien möchten.
Es gibt, wie aus den Berichten hervorgeht, noch sehr
viel zu thun im heiligen Lande. Nicht die Natur ist es,
die in Palästina mit ihren Schätzen kargt, im Gegentheile
wie könnten alle die Fluren in tropischer Pracht blühen,
wie könnten hier große Industrien sich entfalten! — Nein,
wir selbst sind die Schuldigen, wir waren die Kargen, wir
Juden überhaupt und wir Zionsfreunde speciell. Wir haben
nur zum kleinsten Theile unsere Pflicht erfüllt; wir müssen
nun das Uebrige nachholen.
Darum, Gesinnungsgenossen inner- und außerhalb
Oesterreichs, tretet überall den Ortsgruppen der in
Eueren Heimatsländern bestehenden Verbände für Palüstina-
Colonisatio» bei und sucht ihnen auch andere Mitglieder