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Hrgan der Zionisten.
Herausgeber und Chefredacteur:
Ke Ar. Walhan Wrnbaum. ^
Erscheint Anfang und Mitte eines jeden Monates.
Redaktion
Adm iir ist v it t i « «
Wien, II./3, Miesbachgaffc 12.
(Sprechstunde: Täglich nurvon 1 bis
2 llhr Mittags.)
ltnfrnnfirte Briese werden nicht
angenommen und Manuscriple nich
retournirt.
Nr. 17 Wen, 1. Uovrmber 1893. VI. Jahrgang.
Mittheilnnq. — Das neue Statut der Wiener jüdischen Gemeinde — Die Wcihlreform und die Zionisten. — M. L. Lilicnblnin
. — Ans Palästina: Jaffa. Notiz. Ans den Colonien. Eingesendet. — Änö anderen Ländern: Inland, Deutsches Reich,
Nordamerika, Argentinien. 'Notizen. — Eingcsendet — Correipvndciiz der Redactivn. Inserate. ■*:.
. Unseren geehrten Abonnenten und freunden beehren wir uns dih Mittheilung
zu wachen, daß die „Lelbst-Lmancixation" vom 1. Januar 1894 als
erscheinen wird, ohne datz eine Erhöhung des Abonnementspreises eintritt.
Mr werden auch in Zukunft unserem Principien mit nnerschiitterlicher Trene
dienen, aber wir werden zugleich alle Ereignisse tm Leben der )udenheit aufmerk¬
sam verfolgen nmd berichten, sowie dem nnterhaltenden Theil sorgfältige pflege
angedeiheri lassen.
Die Administration.
DasttetteStlrttttderWienerjttdischen
Gemeinde.
Die Zionisten sind eine national-sociale Partei.
Sie haben, sich daher zur Pflicht gemacht, in die Streitig¬
keiten der religiösen Parteien sich Inicht zu inengen. Diese
. .'Pflicht Haben s bisher ängstlich erfüllt und werden dies auch
weiterhin thün. Nur dann, wenn in Form religiösen oder
antireligiösen Eifers ein' Angriff gegen das jüdische Volks-
. thum erfolgt, erhebt - der Zionismus seine tadelnde,
warnende Stimme. Und ebenso darf die zionistische Partei
sich nicht gleichgültig gegenüber allen jenen Institutionen und !
Vorkommnissen im jüdischen Volksleben verhalten, welche in
Folge der eigenthümlichen Stellung, der Judenheit einen con-
fessionellen Charakter erhalten haben, aberin Wahrheit von
tiefer, einschneidender Wichtigkeit für die Nation als solche
. sind. So sind zum Beispiel die sogenannten Culttksgemeinden
Körperschaften, welchen der Zionist die allergrößte Auf¬
merksamkeit entgegenbringen muß, da sie ja nichts anderes
sind als Organisationen, bestehend aus den in einer Ort¬
schaft wohnenden Söhnen des jüdischen Volkes. Was sie zu¬
sammenhält, ist zum allerwenigsten der Cultüs,dem die
Juden je nach der religiösen Ueberzeugung, die einen in
dieser, die anderen in jener,- manche in gar keiner Form ob¬
liegen. Pielmehr werden die modernen Cultusgemcindcn,
wenn auch nicht durch das jüdische National-Bewußtsein,
so doch durch das unvergängliche nationale Gefühl der
Juden zusammengehalten. Das Schwergewicht dieser jüdischen
Vereinigungen liegt in den Werken der Liebe, welche Ange¬
hörige des jüdischen Stammes gegen ihre Stammesbrüder
als solche üben. Die „Cultus-Gemeinde" ist nichts anderes,
als die officielle Form, welche das europäische Judenthnm
finden mußte, um das Märchen von der eiitiiatioiiasifirten
„mosaischen Consejsion" anftecht zu erhalten. Diese Form
wurde. gewählt, weil sie eben in Folge des Umstandes, daß
das jüdische Volk eine eigene nationale Religion besitzt, am
nächsten lag. Umsomehr ist es aber Pflicht der Zionisten,
mit allen Mitteln darnach zu strebe», daß innerhalb der
Cultusgemeinden eine wahrhaft jüdisch-nationale Erziehung,
eine wahrhaft jüdische Nächstenliebe Platz, greife. Soll die
jüdische Gemeinde diesen Namen verdienen, so muß sie
ein Brennpunkt jüdischen Nationallebens, ein Hort jüdischen
Wissens, eine Pflegestätte jüdischer Vergangenheit und eine
Arbeitsstätte für die Zukunft unseres Volkes sein. Wir
können diesen Wunsch noch am. verständlichsten in Worte
kleiden, wenn wir sagen: d.ie jüdischen Gemeinden müssen
wieder zu „jüdischen Gemeindet gemacht werden, und auf¬
hören, blos „israelitische Cultusgemeinden" zu sein.
Dies ist aber besonders bezüglich jener Gemeinden,
welche einen großen Ruf in Israel genießen und .durch die
Anzahl ihrer Angehörigen den Juden der ganzen Welt