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Amtlicher Anzeiger
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3. Jahrg.
Frankfurt a. M.. Te;emder 1924. Nr. 4
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Am 7. Dezember findet die Neuwahl des Neichstags und des
preußischen Landtags statt. Dem Wahlrecht der Staatsbürger entspricht
die Wahlpflicht jedes Einzelnen. Es ist ein dringendes Gebot der Zeit,
daß alle jüdischen Männer und Frauen ihre Wahlpflicht erfüllen.
MS der Geschichte der Gemeinde.
Seziehuagen Abraham Geigers zu Frankfurt a. Al.
Zwiefach ist Abraham Geiger, dessen fümzigjährigen
und er wirkte auf dem Höhepunkt seines Schaffens als
Fünfzigjähriger von 1803 bis 1L69 hier als Rabbiner.
Die Familie Geiger wird schon vor dem dreiszig-
jährigen Krieg, seit etwa 1600. als hier ansässig erwähnt.
Vorbete? d^r Gemeinde. Er^war in zweiter Ehe mit
gingen aus dieser Ehe hervor. Der älteste Sohn war
Ealomon, der jüngste .das NMüchelchen^ achtzehn Jahre
der Bater des berühmten Sprachforschers Lazarus beiger.
Aber er war nicht nur der Vater eines derühmten^Sohnes
Persönlichkeit. ^Zu^ seinem siebziasten G-buNstag. im
Jahre 5S62, gab er ein für Frankfurt außerordentlich
wichtiges, von seiner Gelehrsamkeit zeugendes Schriftchen
heraus: 8epner ciivre keni!l«8. welches die Abwei-
chungen des Frankfutter (und von ihm abhängigen süd-
westdeutschen) svnagogalen Minhags auf Grund der
Quelle« behandelt. Neben dem Bater war er der erste
und emflugreichste Lehrer Abrahams. In einem Gedichte
zum sechzigsten Geburtstag des Bruder» bezeugt der
jüngere dem älteren Bruder seine tiefe Perehrung mit
den Worten:
Des Judentums, der heil'gen Sprache Tiefen.
Du hast de» Knaben früh sie schon erschlagen:
Was sväter wach in mir die Geister riefen.
Die reife Frucht ist Deiner Saat entsprossen.
Bei jeder Wand'runa schaute ich auf Dich.
Wenn auch der Pfad oft ?on dem Deinen wich.
^ Wichtiger für^die Heimatbeziehungen Abraham Geigers
zehnjährigen sind di^e aus dem Jahre 18t>4 au» Frankfurt
wunfchschrsiden snZunz zu dessen siebzigstem Geburtstag: