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Mai 1857.
»7. Die Autorität der Tora und die fragliche
Dauer der Opfergefetze.
(M Erwiederung auf einen Aufsatz im ,!isn a'Isras'l, vom April V. I., unter
der Nusschrift: »0xioiori ä'un lourosl sur rLtsdlissemoot Sö5 S5vriüe«s«.)
Auf dieses Feld hat der verehrt. Herausgeber des obenge¬
nannten Blattes die rubricirte Frage gebracht. Wir haben nämlich,
im Märzhefte v. Zeitschr., in der ..Rundschau", bei einem Curtosum
aus Württemberg, woher uns mitgetheilt wurde, der O.-R. von
London habe an seinen Bruder w Oberdorf über die ventllirte
Wiederherstellung des Opfercultus geschrieben, die Bemerkung hin¬
zugefügt, die wir übrigens in d. Bl. schon oft betont haben, dte
Bitte um Wiederherstellung der Opfer involvire einen Rückschritt,
welchen wir von der Weisheit Gottes, der Israel in seinen Kin¬
de rj ah ren die Opfer gelassen habe, nicht verlangen dürfen*).
Zeder Unbefangene wird in dieser Bemerkung nicht verkennen, daß
wir durch dieselbe dem göttlichen Gesetze, weit entfernt, dessen Au¬
torität anzutasten, im Gcgentheil eine weit größere Ehre vtndi-
ciren wollten, als wenn wir Vorschriften, die so augenscheinlich,
nach den im Gesetze selbst ausgesprochenen Worten den Charak¬
ter eines vorübergehenden Praservativmittels an sich tragen, als
für die Ewigkeit gegeben und in dem messianischen Staate resti-
tNirbar erklart hatten. —
*> Vgl. hierüber da» treffliche Gleichuiß von Maimonideö am An-
ft-ize feiner Abhaubl. über die Opfer klors III. 3S. Wir werden dies« Ab?
handl. im nächsten Hefte folgen lassen.
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