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Die Autorität drr Tora
Diesem nun tritt unser geehrter College zu Mühlhausen ein.
gegen. Cr weiß nichts für die innere Herrlichkeit der Opfer vor¬
zubringen, wobl aber liegt ihm der äußere Pomp am Herzen,
wovon deren Wiedereinführung zu Jerusalem begleitet wäre,
damit dieß eine Solenrmat gäbe, gleich jener zu Rom (Z) bei
der Feier der höchsten Feste der Christenheit. Wir müssen
eingestehen, daß wir, durchdrungen von der Hoheit unserer Gottes¬
lehre, gerade in die Einfachheit, und wir fügen noch nachdrücklikher
hirtW, in die Offenheit, unserer GotteSverehrung in der Svug,
zöge, unseren besonderen Stolz und die Errungenschaft eines großen
Fortschritts setzen, und den mysteriösen Pomp der kathot. Kich.
der mehr blendet als erleuchtet, keineswegs mir neidischen Blicky
ansehen. Wenn wir auch, in völliger Uebereinstimmung mit unfern
Herren Collegen, von ganzem Herzen die Wiederherstellung eimr
glorreichen Gomsverehrung zu Jerusalem wünschen und erflehen:
werm der Herausg. d. Bl. es war, der in seinem betreffenden
Votum über die messianischen Gebete bei der hiesigen Rab¬
biner-Versammlung die Ansicht aussprach, und in d. Zeitschrift
(Volks!. I. S. noch näher ausführte, es sei die Bitte um
die Wiederverherrlichung des Gottesdienstes zu Jerusalem in dm
Gebeten aufrecht zu erhalten, so geschah dieß keineswegs mit dm
Nebengedanken, daß wir es dereinst in Jerusalem durch ein ge,
steigertes pompöses Ceremoniell anderen Religionsgenossenschaftts
gleich oder gar zuvor thun möchten, sondern das ist die messianischt
Hoffnung und das die universelle Glaubensansicht, die wir dabei*)
angesprochen haben: „Die Bekenner aller auf die Bibel sich grün-
denden Bekenntnisse wenden voll Pietät nach Jerusalem den
Blick. Und so glaube ich, wenn einst das GotteSreich auf Erden
eintreten und die ganze Menschheit im Glauben an den Einzizm
sich verbrüdert fühlen wird, daß dann auch Jerusalem auS seium
Schutte erstehen und daselbst, als sichtbares Zeichen jener geistigen
Verbrüderung, ein großartiger Tempel werde aufgebaut werde»,
*) S. Prot. d. II. Rabb.-Vtrsamml. S. 99. — Frankfurt a. M. bei
Ullmakm. 1S45.