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Juli 4857.
SS. Wagener, Stahl, die Inden und die prote¬
stantischen Dissidenten,
von vi-. I. Wcil,
(Mit bksvndexer Beziehunz auf Wagener: Das Judcnthum und der Staat;
Z kahl: Rede über christliche Toleranz, und: wider Bunsen.)
Gott schitf die Menschen grade. Sie aber suchten eitle Künste.
Prrd. Salom. 7, 20.
Herr Wagener, der bekannte Rittergutsbesitzer und frühere
Hauptredacteur der Krcuzzeitung, liebt die Juden zärtlich und
gönn» ihnen alles Gute — in Patastina. Auck weiß et, der fromme
Christ, ganz bestimmt, daß sie, hoffentlich recht bald, alle dahin
zurückkehren werden. Er erwartet nämlich, als Jrvingianer, den
Messias, der zum zweiten Male erscheinen, und wie es in dem
Vorworte heißt, „das gelockerte Liebesband zwischen den glaubi¬
gen Juden und Christen neu verknüpfen wird." Bis dahin soll
ein doppeltes Palästina im Abendlande für die Juden geschaffen
werden. Einmal ein raumliches." Preußen hat so gut wie Nu߬
land noch Raum genug für eigene Judendörfer, jüdische Acker-
hancolonie» und Ansammlung der Juden in großen Gemeinden
kiriner Städte." Dann auch ein geistliches Palästina. Ihren „or¬
thodoxen Rabbinen" soll „der religiös-rituelle Theil ihrer Ge¬
richtsbarkeit und namentlich das Bannrecht, (Seite 70)."
wohl auch, wie ziemlich verständlich angedeutet wird, die Juris¬
diction über ihre Glaubensgenossen, eingeräumt werden. »Ihre
esrpvratme Verfaffnng" soll „verstärkt", und ihren Vorständen,
natürlich nachdem sich der christliche Staat erst ihrer Mischen
Orthodoxie vergewissert, verstattet werden, allenfallsige obrigkeit-
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