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Rundschau.
bei Bespreckimg res. dem Herrn vr. R ie sser gegebenen Festessens, den Wunsch
ausgesprochen: ..Mächten cille Brüder drüben wie e,u Ä.'ann der Anti-
Sklav-rei.'Bewec,ung sich anschließeiU»
^ch muß Sie versichern, daß Ihre Worte nnch ichmerzlich berührt ha¬
ben da dikselbm nichts weniger .ils eine Aufforderung zu einer mutier,
mörderisch?» Rebellion in sich schließen! Die Sklavenftage der vkreinig,
tt-, Etagen ist nicht ein- bloße Fracie der Humanität, sondern deö Be¬
standes der Union;die Abschaffung der Negersklave»! kann nur rurch
eine Auflösung der Vereinigten-Staaten. nach den furchtbarsten, blutigste
Bürgerlriegeu erzielt werden. Sich der „Auti-Ä-klaverei-Bewegung
schließen, wie Sie eS nennen, ist daher nichts weniger, als sich der Ver¬
schwörung zu blutigen Bürgerkriegen und der Auflösung dieser glorreichen
und beiliaen Umon anschließen. Nuu frage ich Sie. ist es mcht sündhaft,
an unsere'in diesem Lande lebenden Deutsche Glanbens-Brüder eine piche
eine irvur »tl^r»^». v».»^»»»-»> —? ......../......».»j,,»
dern, Liebt und Sorgfalt augedeihen läßt? Weit frommer ist es für das
lange Leben dieser Mutter, der Union, zu beten und zn wirke», als ihr das
mkuchtlmörderische Messer an'6 Leben zu setzen! Brauche ich Ihnen zu sa¬
gen, daß, sobaiv der Fanatismus, welchen Namen er auch immer «ragen möge,
zur Macht gelangt, die Inden nicht die Letzten sind, welche dieselbe schmerz¬
lichst zu fühle» bekommen? —Auch ich rufe mit Ihnen meinen Deutsche«
ReUgionSgenossen m Amerika zu: ",21 Gedenket der Unterdrückung,
Verfolgung und Hinwiansshung, unter der Ihr in der alten Heimath littet,
und Euere Brüder noch leiden; daher ^2 'N k"^ danket Euerem
Kotte, daß er Eucv dieses edle Land der Freiheit und Gleichheit gegeben.
"j^QI, bleibet treu seiner Vefassung und seinem Gesetze, Q^IW
I^NN. «ttd schließt Euch nicht der Anti-Sklaverei-Bewegung an! —
Verzeihen Sie die Offenheit, mit der ich zu Ihnen gesprochen', wüßte
ich xichl, haß Ihr Wort bei den Deutschen Juden dieses Landes von großm
Gewichte ist, so Häkteich geschwiegen. Lr. M. Mayer.
(Es ist gewiß höchst auffallend, und liefert einen neuen Beweis, wie
schnell und wie innig der Jude in die Verhältnisse und Beziehungen seines
Vaterlandes sich einlebt, daß ein Nachkomme des barmherzigen Abraham, eis
Werknndiger der mofaischen Lehre, ein entschiede» reformatorisch gesinnter
Rabbiner, als ein Vertheldiger der Sklaverei das Wort ergreift! — Niemals
heiligt der Zweck das Mittel; und wenn die Sklaverei, wie sie es sicher ist,
als ein schlechtes Mittel erscheint, so kann sie durch den Zweck der Auf-
rechterhaltung der Union nimmer gerechtfertigt werden. Das humane Gesetz
unserer Tora: ^ 12)) "MON ^ »Du sollst keinen Sklaven a»
seinen Herrn zurückliefen,, der sich zu Dir vor feinem Herrn gerettet hat"
sü. B. M. 23, KH. das in der nordamerkkauischen Union auf so schMt
Weise mit Füßen getreten wird, macht alle Versuche zur Vertheidiguug d«
amerikanischen Sklavenzustände zu Schanden. — Uebrigens spricht der UN-
stand. daß die Vertheidigung der Sklaverei von Süden her ertönet, wo ge¬
wöhnlich nur der Eigennutz solche aufrecht zu erhalten bestrebt ist. nicht fthr
für die. jener Aufrechrerhaltung zu Grunde liegen sollenden humanen G
Ideen, obgleich wir überzeugt sind, daß unser geehrter College zu CharlMsK
nur von solchen durchdrungen und aus Liebe zu seinem neuen VatertaM
in dieser Selbsttäuschung befangen ist. Red.)