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September 1857.
4<K Die erste Fruckt des Vertrages zwischen den
Vereinigten Staaten und der Schweiz.
(Von vr. Mayer in Charleston.)
Wir geben hiermit aus dem soeben empfangenen „Courrier
«oii Chartcston" (tl,e LnarlLston äai!^ (Zourier) vom 13. August
d.J. in deutscher Uebersetzung einen Artikel, welchen Herr Rab¬
biner Or. Mayer daselbst unter obigem Titel in jenem Blatte ab¬
drucken ließ, in der sicheren Voraussetzung, daß unsere Leser
diesem Gegenstände, welcher die, so viele Phasen durchmachende
Juden frage auch in der Spiegelung nordamerikauisch-schweize-
uscher Freiheitszustände erscheinen läßt, ihre volle Aufmerksamkeit
und Theilnahme schenken werden. Herr I)r. Mayer schreibt:
„Man wird sich erinnern, daß der obige Vertrag unter dem
Ii. November ^355 in der „Washington Union" als Gesetz pro-
rlinnitt wurde, nachdem über denselben mehrjährige Verhandlun¬
gen stattgefunden hatten, da dessen erster Artikel, wie er ursprüng¬
lich von der Schweizer Regierung vorgeschlagen worden war, eine
derartige rücksichtslose Beleidigung auf unsere freien Institutionen
und die liberalen Principien amerikanischer Bürger enthielt —
darauf berechnet, mittelbar Intoleranz und Fanatismus in unsere
Gesetzbücher einznschmnggeln — daß cS einem amerikanischen
Staatsmann? Schande gebracht haben würde, seine Annahme zu
tinpfehlen. Zuletzt kamen die verbündeten Regierungen der Schweiz
und der Vereinigten Staaten über die folgende Fassung des frag¬
liche» Artikels ub-rein; „Die Bürger der Vereinigten Staaten
von Amerika und die Bürger der Schweiz sollen tn den beiden
Ländern auf dem Fuße wechselseitiger Gleichheit zuge¬
lassen und behandelt werden, insofern solche Zulassung und Be¬
handlung nicht mit grnndgesctzlichen oder gesetzlichen Bestimmun¬
gen, sei es der Bundes-, Staats- oder Cantonalverfassung, der
cvnttahirenden Theile widerstreitet." —
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