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dierenden überhaupt 21,22 Prozent; sie ist also
etwas zurückgeblieben, war jedoch größer als
auf der Universität. Bedeutend stärker aber
als an der Universität ist ihr Anteil an der
Gesamtzahl der Studierenden. Er betrug
1903/04: 26,76'
r >"; qj. o/
^0,Ott
1904/05: 26,64%
1905/06:
/„, 1906/07: 27,45%; 1907/08: 26,18%.
Mehr als ein Viertel der Studierenden an
der Technischen Hochschule in Wien waren
während der von uns betrachteten Semester
Juden.
An dritter Stelle betrachten wir die
Frequenz der Israeliten an der K. K. Akademie
der bildenden Künste.
Studierende im Wintersemester
Glaubens¬
bekenntnis
1903
1904
1904
1905
1905
1906
1906
1908
1906
1907
KatholiRen
235
239
226
238
238
Gr.-orientalischs .
5
2
2
2
2
Evangelische . . .
20
16
17
18
21
15
13
6
11
13
Zusammen ....
276
272
251
269
274
Die Frequenz war im allgemeinen
schwankend, insbesondere bei den Israeliten.
Ihren Tiefstand erreichte sie bei den letzteren
im Wintersemester 1905/06, wo die Zahl der
jüdischen Studierenden nur 6 betrug. Pro¬
zentual stellt sich die Beteiligung der jüdischen
Studierenden folgendermaßen: 1903/04: 5,43%,
1904/05: 4,77 %; 1905/06: 2,38 %; 1906/07:
4,09%; 1907/08: 4,74%.
Zum Schlüsse geben wir noch eine Über¬
sicht über die Heimat der Studierenden an
der Israelitisch - theologischen Lehranstalt ,
über das Lehrpersonal, Vorlesungen und
Studierenden an derselben in den Studien¬
jahren 1903/04 bis 1907/08. Zweck dieser
1893 eröffneten, vom „Verein zur Errichtung
und Erhaltung einer Israelitisch-Theologischen
Lehranstalt in Wien" erhaltenen Anstalt ist
die Förderung der Wissenschaft des Juden¬
tums , insbesondere die Heranbildung von
Rabbinern und Religionslehrern.
Heimat der Studierenden.
Studien¬
jahr
Nieder-
Oesterreich
Ober-
Oesterreich
RftH t ti f»ti
Li KJ I i 111 ^ : J
Mähren
Galizien
Bukowina
Inland zus«
Ungarn
Bosnien
Sonstiges
Ausland
Ausland zus. |
Summa d, j
Hörer j
1903/1904
1904/1905
1905/1906
1906/1907
1907/1907
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5:1: 6 12: 25
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5 —1 5 JOl 33
4 —i 7 Iii 33
Lehrpersonal, Vorlesungen und
Studierende.
Studien^
jähr
Lehrpersonal
Vorlesungen
Zahl der Studierenden
Zusammen
Ordentliche
Professoren
Sonstige
Lehrer \
S ■ j 4. ! außer-
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E ,. . I ordent-
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n I Hörer
1903/1904
7
4
3
25
27 25 ! 2
1904/1905
6
4
2
24
25; 24 | 1
1905/1906
5
4
I
23
30 28 i 2
1906/1907
5
4
1
21
33! 30 ! 3
1907/1908
6
5
1
23
33| 31 2
Die Tätigkeit des Hilfsvereins der Beutschen Juden ii Jaüre 1SQS.
Während wir im Vorjahre hauptsächlich
über die Tätigkeit des HilfsVereins hinsichtlich
der Errichtung und Förderung von Schulen
in Rußland, Rumänien, Galizien und vor
allem im Orient referiert haben, wollen wir
diesmal über seine segensreiche Wirksamkeit
in der Regulierung der Auswanderung Bericht
erstatten.
Auch heute noch wendet sich der größte
Teil aller jüdischen Auswanderer nach Amerika.
Im Jahre 1909 sind 57 551 Juden in die Ver¬
einigten Staaten eingewandert. Die Zahl
gilt allerdings nur für das Fiskaljahr vorn
Juli 1908 bis Juni 1909 und bleibt somit
hinter der Einwanderungszahl des Kalender¬
jahres 1909 wesentlich zurück. Über New-
York wanderten ein im Jahre 1909 61145
Juden gegen 45 172 im Vorjahre; das bedeutet
eine Zunahme der jüdischen Einwanderer
um 35 Prozent.
Die Einwanderungserschwerungen in den
einzelnen Ländern haben sich im Jahre 1909
vermehrt, so besonders in den Vereinigten
Staaten. Hier sind vor allem zw r ei Maßregeln