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heirateten Personen vollkommenes Gleichgewicht der
Geschlechter herrscht.
Der Altersaufbau ergibt folgendes Bild :
Altersklasse
männl.
weibl.
zus.
0— 1 Jahr
132
91
223
über 1-6 „
634
644
1 278
6-10 „
537
530
1067
, 10—15
677
719
1 396
„ 15 20 „
915
952
1867
, 20-30 „
2 107
2 271
4 378
, 30—40 „
1 942
2 043
3 985
„ 40-50
1 583
1 794
3 377
h 50 - 60 „
1 266
1 460
2 726
* 60-70 „
736
791
1 527
70
259
408
662
unbekannt
2
2
Zusammen
10 788
11 720 22 508
Der Altersaufbau
weist die
typischen Züge
einer
zugewanderten Bevölkerungsinasse auf, schwache Be¬
setzung der unteren Altersklassen, dagegen außer¬
ordentlich kräftige Besetzung der produktiven Alters¬
klassen von 20—50 Jahren. Da ferner nach Charlotten¬
burg auch sehr viel Juden aus Berlin und den
preußischen Provinzen im vorgerückten Alter ziehen,
um dort ihren Lebensabend zu verbringen, sind auch
die höheren Altersklassen stark vertreten
Über die Zusammensetzung nach der Gebürtig¬
keit sind wir sehr genau unterrichtet. Nach großen
Gruppen geordnet befanden sich unter der jüdischen
Bevölkerung in Charlottenburg
1 552 in Charlottenburg selbst Gebürtige . ( 6,9 %)
5 918 in Berlin Gebürtige........(26,3%)
238 in einer d. and. 43 Nachbargemeinden ( 1,0 %':
10 357 sonst in Preußen ......... (46,0%)
1 447 sonst im deutschen Reiche.....( 6,4'%)
2 996 im Auslande...........(13,3 %)
22 508 (100,0 %)
Die Zahl der rechtlichen Ausländer ist natürlich
nicht identisch mit der Zahl der im Auslande Ge¬
bürtigen, da ja auch von den in Charlottenburg oder Berlin
oder sonst in Preußen und im deutschen Reiche ge¬
bürtigen Kindern der Ausländer viele Ausländer sind,
während umgekehrt von den im Auslande Gebürtigen
ein nicht unerheblicher Teil die Reichsangehörigkeit
besitzt. Es ist daher besonders ausgezählt worden,
wieviel innerhalb der einzelnen Gebürtigkeitskategoricn
staatsrechtlich betrachtet Reichsausländer sind. Es
hat sich ergeben, daß unter den
in Charlottenburg Gebürtigen 206 Reichsausländer,
in Berlin Gebürtigen .... 305 Reichsausländer,
in einer der 43 anderen Nach¬
bargemeinden Gebürtigen . 24 Reichsausländer,
sonst in Preußen Geb. . . . 249 Reichsausländer,
sonst im deutschen Reich Geb. 64 Reichsausländer,
im Auslande Gebürtigen . . 1433 Reichsausländ sind.
Demnach gibt es in Charlottenburg 2 281 recht¬
liche Ausländer. Ihre Zahl bleibt also um 715 hinter
jener der im Auslande Gebürtigen zurück. —
Zum Schlüsse noch einige Zahlen aus einer
Tabelle, die auf besonderen Wunsch der jüdischen
Gemeinde hergesteilt wurde. Die Zahl der jüdischen
Ehepaare in Chariottcnburg beträgt 3 772, darunter
sind 1 002 ohne Kinder (im Haushalt der Eltern).
Von den 5 384 Kindern, die im Haushalte ihrer jü¬
dischen Eltern leben, sind 116 = 2,2% evangelisch,
3 römisch-katholisch und 6 konfessionslos.
Taubstumme in Heiland«
In No. 19 dieses Jahrganges der Tijdschr. voor
G e n e e s k. finden sich interessante Angaben von
P. A. de Wilde über die Zahl der Taubstummen in
Holland. Danach sind dort im ganzen 2305 Taub¬
stumme, 1228 Männer und 1077 Frauen, zu finden.
Auf 100000 Einwohner kommen im allgemeinen 39,3
Taubstumme. Unter den Juden ist die Zahl der
Taubstummen reichlich fünfmal stärker vertreten als
unter den Christen. Auch mehrfache Taubstummheit
kommt bei den Juden —- mit 23 e , 0 gegen 16% bei den
Christen — häufiger vor. Erblichkeit ist entschieden von
Einfluß, besonders wenn beide Eltern taubstumm
sind. Die Erblichkeit ist besonders ausgesprochen
bei den Juden, wo sie dreimal stärker ist als bei den
Protestanten; sie fehlt bei den Katholiken. Dabei ist
aber zu berücksichtigen, daß Ehen unter taubstummen
Katholiken Seiten sind, dagegen zweimal häufiger bei
taubstummen Protestanten und viermal häufiger bei
taubstummen Juden angetroffen werden. S. W.