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; .... Lundeuburg/. 4. December. -u
, .Den Mchrteyz LAW Her Hllg..'Zeit.. .d., .Judenthums
ul-öchte-L^wdtz.^h.U-xs.-in. deAlben-zum ersten Male viel¬
leicht /Vorkommen ;HxM Wpnhat such Mer Zeit-Berichte
zu. rschxeiSen^. ;Mn E Ä rStMe » die? Avrigen ,-1 dampf-
schnaubendey. Rosse'Mit. den. Zungen rauchigen - Schweifen
in ulmbersehbaren Waggonzügen/ Menschen- aus allen Rich¬
tungen ; EuropasiHon 1 den rnannichfachsten Sitten., und
Trachtenherbeiführen- die nach 15 -dis 30 Min. Rast
ihre Bahn- weiter-^nach 'Wien,/ -Prag;, Brünn, Olmütz/
Krakau, -oder - wo - immer , hin verfolgen.' / Hier findet, der
Müssigereichen. Stoff - zurAbwechslung - undsZerstreuung,
untz der spekulative und -strebsame Geschäftsmann.sieht-sich
ins Centrum des Weltverkehrs versetzt- von- wo- er nach
allen Richtungen stiegen, und 1 für 1 sein . Unternehmen' An¬
knüpfungspunkte und fruchtbaren.Boden suchen kann.
Die, etwa hundert:Familien -starke.jüdische Gemeinde die¬
ses : mährischen. Grenzstädtchens besteht - größtentheils aus
solch strebsamen.Geschäftsleuten,- die nüt dem, vorzüglich
durch die .Bahn so--Mähe/.gerückten- Wien in lebhaftem
Verkehre -stehen- .und; wirklich hat .sich diese-Gemeinde
durch jenen -zu. einem ^ nicht ungewöhnlichen Wohlstände
erhoben. - Aber auch den. Anforderungen der. Zeit- wurde
Rechnung getragen- , und die. Zunahme - der zeitlichen Gü¬
ter that den ewigen des Judenthums durchaus keinen
Eintrag.. Es - i herrscht 1 hier ein: außerordentlicher Wohl-
thätigkeitssinn>/ wovon ich Thiele Beifhiele - erzählen - könnte,
aber mur: eines hiern MfWeulwill.> Ein voriges Jahr
ausgeschriebene Eoncuts-zm Besetzung einer Unterlehrer¬
stelle blieb ohne - i-Ersolg . und'- ^der - - Mängel r an - tüchtigen
Lehrindividuen: wurde. - hier ^ wie - überall im österreichischen
Kaiserstaate: fühlbar-, x Nolens: volens mußten die - ange-
stellten Herren. Lehrer", dieq fehlende' Lehrkraft- durch den
Verlauf.' des. ganzen -WiUtereüLsus ersetzen. Der löbl.
Gemeindevorstand bewilligte, die Aufopferungsfähigkeit
und Leistungen der Lehrer anerkennend, ihnen eine ent¬
sprechende Remuneration dafür. Im Gotteshause, das
der Vergrößerung harret, wird der Gottesdienst auf so¬
lenne Weise von einem fähigen Cantor und gut geschul¬
ten Chore abgehalten; es bestehet hier eine dreiclasfige
hebräisch-deutsche Schule, zu der man soeben vom Fürsten
Liechtenstein für. 800 st..eine Baustätte aequirirt, um ein
- entsprechend schönes und geräumiges Schulgebäude zu er¬
richten, : und Schreiber dieses ist eben im Zuge, einen
äußerst feierlichen Act aus dieser Schule zu erzählen.
Sonntag, den 16. Novbr., wurde -der von Kanitz hierher
berufene und.als pädagogisch -didaktisch gebildeter.Lehrer
rühmlichst bekannte Herr David Löwy in seinem- Amte,
als Oberlehrer, feierlichst einstallirt. Diese Feier fand
im Prüfungssaale statt, wo der ehrwürdige Herr Rabbinet
im/Ornate, der. Gemeinde- und Schulvorstand mit der
Elite der Gemeinde, Lehrer und Schüler in festlichen
Kleidern versammelt waren. Auch war der Herr Bezirks-
Vorsteher eingeladen und nahm an dem Acte Theil. In
Begleitung des Herrn Schulauffeher 2leä. vr. Brumm
trat Hr. Löwy. in -den reich gefüllten und mit den Bild¬
nissen - des Kaiserpaares geschmückten Prüfungssaal, wor¬
auf der Cantor mit seinem Chore mit einem Liede aus
dem kleinen iftael. Gesangbuche des Hrn. vr. Philipp¬
sohn die Feier eröffnet. Der Rabbiner Hr. Wolf Mühl--'
rad hielt sodann eine der Feier angemessene Rede, worin
er/ die Eltern-: aufforderte , durch eine gute und ' stomme
Erziehung ihrer Kinder -dem Lehrer hilfreich zur Seite
zu z steh en; die Schüler zum Gehorsam -' die Lehrer- zur
treuen: Erfüllung ihres Berufes ermahnte und dem ange-
stellten Oberlehrer besonders die Heiligkeit und; Wichtig¬
keit seines Amtes ans Herz legte. 'Diese Rede war in
einem schönen blühenden Deutsch vorgetragen, mit Bibel-
und Talmudstellen, oft - äußerst scharfsinnig angewendet,
gewürzt und verfehlte auch ihre Wirkung nicht. Es fei
mir gestattet, einige Anwendüngen biblischer uttdtalmu-
discher Citate' hierher zu setzen. Als er' die Schüler
ermahnte, dem Hrn. Oberlehrer stets Liebe und Achtung
zu bezeichnen, sprach er auf dessen Namen David änspie-
lende' ^12^1vi'»-- -TOiäh Den Ober¬
lehrer verglich er, auf den Wochenabschnitt anspielend, mit
Elieser, dem Diener Abrahams, der ausgegangen war,
der Lehre Abrahams Nachkommen zu verschaffen; er legte
demselben die Worte ans Herz: py bLv ^22« »TO
•’äKiöb 1 nNÄ*' TO *< 105 « mibi bTO, daß er eine
Quelle des reinsten lebendigen Wassers sein müsse, den
Wissensdurst der Kinder zu befriedigen mb« •»a 1 riVrni