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„ den weißen,J ,mit.^einechStrick, von^ ^ameelhaarenUmwundenen
v Turban. antegt? M^Nrme untf. Unterschenkel -unbekleidet läßt,
woher die kaffeebraune Hautfarbe nicht unangenehm-gegen-das
Weiß der Kleidung absticht.
'.. Während hier im jüdischen Skadttheil unter dem Schmutz
ein heimlicher Reichthum sich verbirgt, sieht es ganz anders aus in
- den armseligen Wohnungen des arabischen Viertels. Ein fran¬
zösischer Gouverneur hat die Ueberreste der eingebornen Stadt¬
bevölkerung und die in der Nähe Orans wohnenden Stämme, deren
ärmliche'Zelte früher überall wie Vogelnester an die Stadtmauer
angeklebt waren, hier zu einem umfangreichen Dorfe vereinigt,
dessen Wohnungen jedoch nur aus - einstöckigen Lehmhütten be¬
stehen, nach arabischer Sitte stets mit einer Lehmmauer zum
Schutze gegen neugierige Blicke umgeben. Die Hautfarbe der
Bewohner wechselt, wie ich schon bemerkte, vom Kaffeebraun bis
zum dunkelsten Schwarz, während ich in Algier und mehr im
Innern des Landes vornehmer Araber von zuweilen nicht dunk¬
lerer'Hautfarbe, wie die eines Südeuropäers sah. Die Unregel¬
mäßigkeit der Gesichtszüge, dje man hier bemerkt, wirkt wahrhaft
erschreckend. . Bald hat die Nase, bald der Mund, bald die ganze
Gesichts- und Schädelbildung eine so abnorme Gestalt, daß man
glauben sollte,, die Kinder würden schon bei der Geburt absichtlich
verunstaltet. Die Frauen, die man bemerkt/ so sehr sie auch
durch abschreckende Häßlichkeit und starrenden Schmutz entstellt
sind, tragen doch stets das Gesicht nach muselmännischer Sitte
von unten herauf bis zu den Augen verschleiert, und wo man
etwa unversehens eine ohye Schleier überrascht, da läuft sie ent-
. weder schreiend : und fluchend davon? öder. wirft ; das erste beste
Kleidungsstück über den Kopf, ohne Rücksicht, ob hierdurch andere
Körpertheile bloßgestellt werden oder nicht.
-I a p an. In einer zu Sacramento von dem früheren
^ amerikanischen Vertreter am' Hofe des Micado, Herrn De Long,
gehaltenen Vorlesung übe r Ja pan kam Redner ausführlich
auf die auf der Insel Jesso und den Kurilen ansässigen,-Ainos"
oder /haarige Männer" zu reden/ welche von den Japanesen als.
die Urbewohner Japans angesehen werden. Die Ainos, sagte
* der Redner, unterscheiden sich gänzlich.in Sitten, - Sprache und
Aussehen von den Japanesen, Chinesen, Mantschus und anderen
Nationen des Ostens./ Sje haben-, .vplle/wallende, schwarze
Bärte, die in vielen Fällen bis über die halbe Brust reichen.
Sie sind' außerordentlich gutmüthig, milde in ihren Gewohnheiten,
geschickte Jäger und Fischer, intelligent' und tapfer. Verbrechen
sind fast unbekannt unter ihnen, doch aber sind sie so uncultivirt,
daß sie keine Ahnung von ihrer Abstammung haben, von Zeit¬
rechnung nichts wiffen, den Werth des Geldes nicht kennen und
nicht einmal Eigennamen besitzen. Sie nennen ihre Kinder
„Eins",' „Zwei"^ „Drei" u. f. w. Höhergestellte' begrüßen sie,
indem sie mit gekreuzten Beinen sich auf die Erde; setzen, das
Haupt verbeugen, die Hände Zusammenlegen- und dreimal gegen
ihr Gesicht heben, als wenn sie Erde und Wasser über sich aus-
schülteten; hierauf streicheln sie sich mit beiden Händen dreimal
wohlgefällig den Bart. Diese Art der Begrüßung ist., glaube
ich, analog derjenigen der alten Hebräer, und auch der Bart und
die Physiognomie 'sind meiner Ansicht nach sehr denen der Juden
ähnlich. Alte Bergwerke von sehr großartigem Maßstabe finden
sich auf der Insel Jeffo, wo die Ainos wohnen, und werden von
Profeffor Pompelly, der sich dort aufgehalten, in 'seinem Werke
„Eine Fahrt um die Erde" erwähnt. Redner giebt dann fol¬
gende Hypothese: Wir wissen, daß Salomo Schiffe nach einem
Lande, das Ophir genannt wird, aussandle, um Gold zu holen.
Die primitive Art der Seefahrzeuge jener' Periode verbietet die
Annahme, sie seien nach Australien oder Californien gegangen.
Sie segelten, wie uns mitgetheilt wird, von. Arabien ostwärts
und würden- da sie gleich allen kleinen Fahrzeugen sich in. der
Nahe der Küste hielten, nach Passirung des nördlichen Theiles
des indischen Oceans, • den Golfstrom der Südsee erreichen, der
ohne ihr Hinzuthun sie zu den japanischen Inseln bringen würde.
Mit dem Tode Salomos oder, dem Sturz und der Gefangenschaft
der Nation hat dieser Handel mit Ophir vermuthlich plötzlich-
aufgehört. In solchem Falle darf man mit ziemlicher Sicher¬
heit annehmen, daß die ausgesandten Arbeiter in Folge dieses
Unglücks dort gelaffen wurden oder lieber freiwillig dörtblieben,
als zurückkehrten, um die Unterjochung ihres Volkes zuHeilen.
Nur mit Hülfe dieser Theorie läßt .sich eine Erklärung--finden
für diese merkwürdige und interessante Race, für ihre, . Sitten,
die oben erwähnt worden sind, und für die Existenz jener alten
Bergwerke/ (Dies sind freilich noch wenig stichhältige Gründe
für eine so kühne Hypothese! Nedaction.)
U.« zeigen.
Für etwa 40 Kinder suchen »wir^ bei .30<j. Thaler Gehalt
und freier' Wohnung, einen examinirten Lehrer zum Unterricht kn
der Religion.und in der hebräischen Sprache.
Ortelsburg in Ostpreußen. ,
Der SyNWgen-Borstaud.
Mine Kindergärtnerin , welche gleichzeitig
befähigt ist in den Anfang »gründen des Cta*
vierspieles Unterricht zu ertheilen 9 xuchiper
•t. Januar /S7S Sfellungineiner Familie . I
i Gef. Offerten mndunter C/nffie JR //. # 50
durch die Exped. d, Zig. erbeten. ,