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brachte eine Resolution ein, wonach das Haus sein tiefes Bedauern über
die in Rußland beabsichtigten Verschärfungen der Gesetze ausspricht.
Cummings beantragte ferner, die Resolution möge durch den Ge¬
sandten der Vereinigten Staaten in P eter s b n r g b o m
Kaiser tum R nß land vorgelegt werden.
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Non Nah und Fern.
— Zu innerem jüngsten Berichte über die beabsichtigte Aus¬
schließung der Inden von gewissen Vereinen der frehoifticien
Krankenpflege geht uns heute die aktenmäßig beglaubigte Mittheilnng
zu, daß in dem Kriege von 1870 ei n Jude über 1110,000 ve r-
ivundete Deutsche durch unentgeltliche Verabreichung von Speise
und Trant unterstützt hat. Näheres werden wir unseren Lesern in der
nächsten Nummer mittheilen. — Sanitätsrath Dr. S. Guttmann,
der in letzter ^eit viel genannte Redakteur der „Deutschen Medizinischen
Wochenschrift", ist zum Geheimen Sanitütsrath ernannt worden.
Diese Auszeichnung ist um so großer, als sie sonst nur nach vierzig¬
jähriger ärztlicher Praxis ertheilt zu werden pflegt, Dr. Guttmann da¬
gegen erst seit W Jahren Arzt und vor wenigen Jahren zum Sanitäts¬
rath ernannt worden ist. — Dem Kommerzienrath Ludwig Mar
Goldberger zu Berlin ist das Ossizierkreuz des Ordens der italie¬
nischen Krone verliehen worden. Aus Kur Hessen wird geschrieben,
daß der neulich in den Blättern mitgetheilte Erlaß an die Kreis-
Schu linspektoren bezüglich des Verhaltens der christlichen Schüler den
israelitischen Schülern gegenüber nicht nur von der königlichen Regierung
in Kassel ergangen ist, wie angenommen wurde. Es handelt sich viel¬
mehr um einen allgemeinen Regiernugserlaß, der vom Ministerium
aus an sämmtliche Regierungsbezirke ergangen ist. —
Die vor 2 Jahren in der israelitischen Elementarschule zu Köln be¬
gründete Werkst ä t te für Kn ab en Han darbe i t ist von dem Kölner
städtischen Komitee für Knabenhandwerk unter Vorsitz des Oberregie¬
rungsraths Kick übernommen worden. — Ein Herr Karl Kratz in
Wettsaasen hatte nach einer an die Kaufleute Hermann mtb Leopold
Wallach in Alsfeld geleisteten Zahlung an dieselben eine Postkarte
folgenden Inhalts geschrieben: „Anbei schicke ich Ihnen den Betrag
'mit 221,7) Mark und will Gott danken, daß es das Letzte ist, welches
Sie von mir erhalten, und wünsche Ihnen hiermit eine glückliche
Reise nach Ier usnlem. Achtungsvoll K. Kratz. Wettsaasen, den
17. Juni 1890/ Aus seitens der genannten Kauflente eingereichte Klage
wurde Kratz zu einer Geldstrafe verurtheilt, gegen welches derselbe
Berufung eingelegt hatte. Nunmehr ist die Sache in der Berufungsinstanz
in Darmstadt zur Verhandlung gekommen. Die Strafkammer schloß
sich den Ausführungen des schöffengerichtlichen Urtheils in jeder Be¬
ziehung an und verwarf die Berufung des Angeklagten unter
Vernrtheilung desselben in sämmtliche Kosten. — Der Prinzregent vou *
Bayern f)at dem Lehrer Singet in Frankenthal gelegentlich
dessen 70. Geburtstages die silberne Medaille des Verdienstordens *
der bayrischen Krone verliehen. — Die israelitische Präparanden-
Schule „Talmud-Thora" in Burgpreppach veröffentlicht ihren
fünfzehnten Jahresbericht. Die Anstalt zählte im letzten Jahre
71 Schüler, von denen nach bestandener Prüfung sechs in das
israelitische Seminar zu Würzburg, drei in das israelitische Seminar
zu Köln, je einer in das königliche Seminar zu Würzburg und das
israelitische Seminar zu Hannover eingetreten sind. — In Preßburg
starb am 11. Dezember der Gelehrte David Brüll im Alter von
46 Jahren. — Am 15. November fand im Konzertsaale des Narodny
Dom zu Lemberg die 20jährige Gründungsfeier des jüdischen Hand¬
werkervereins „Jad Charuzim" statt. Die Feier nahm einen
festlichen Verlauf. Unter den geladenen Gästen bemerkte man mehrere
Reichsrathsabgeordnete, Gemeinderäthe und Magistratsräthe der Stadt
Lemberg und fast alle Repräsentanten gewerblicher Genossenschaften. —
Die Anerkennung der jüdischen Religion in Holland als einer
im Staate gleichberechtigten Religion wurde im gewissen Sinne an¬
läßlich des Ablebens des Königs Wilhelm 111. von Holland ausgesprochen.
Dos ständige Komitee für die Vertretung der niederländischen In den -
gemeinden erhielt als repäsentative Körperschaft aller in Holland ansässigen
Inden vom Jnstizminister eine Verständigung von dem Hinscheiden des
Königs. — Der berühmte jüdische Bibliograph, Samuel Joseph Fi nn
in Wilna, ist nach längerem Leiden am 22. d. M. gestorben. —
Nach einer Warschauer Meldung politischer Blätter soll die russische
Regierung entschlossen sein, alle ausländischen Proteste gegen
die Verfolgung der russischen Juden als Einmengung in die inneren
Angelegenheiten Rußlands auzusehen und demgemäß ihre diplomatischen
Vertreter im Anslande zu instruireu. - In derselben Angelegenheit
liegt folgendes Petersburger Telegramm vor: Bekanntlich wird das
Protestmeeting, welches in London anläßlich der von der russischen
Regierung gegen die hiesigen Inden geplanten Ansnahmeregeln abge-
halteu worden ist, von den russischen Zeitungen arg verhöhnt. Es wird
aber mit Bestimmtheit versichert, daß die englischen Proteste in den
höchsten Kreisen einen nicht zu verkennenden Eindruck ge¬
macht haben und wahrscheinlich nicht unberücksichtigt bleiben werden. -
Die italienische Regierung hat nämlich ihren Gesandten bei der Republik
Peru, Herrn David Cavaliere Segrö, znm Gesandten bei der
mexik a nisch e u Repub lik ernannt. Herr Segrü ist ein Sohn des Präses
der jüdischen Gemeinde in Saluzzo lOberitalien), Herrn Zion Segrö.
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