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Miscrllen.
— Heber B i s ni a r ck il n d Bleichröder erzählt der frühere Bot¬
schafter Robert v. Keudell irr seinen Erinnerungen: „Zu den Personen,
die Bismarck näher standen, gehörte schon damals (1864) Herr Gerson
Bleichröder. Chef des Bankhauses S. Bleichröder, ein Mann von unge¬
wöhnlichen Fähigkeiten. Sein Verstand war solebendig wie durchdringend,
sein Gedächtnitz zuverlässig, sein Herz fest und treu. Das bei ihm
depouirte Kapitalvermögen des Ministers gab ihm fast nichts zu thun.
weil Spekulationen irgend welcher Art mit dessen Werthen verboten
waren; aber seine Stellung zu dem Pariser Hause Rothschild führte
ihm mitunter einen politischen Auftrag zu. Die Frankfurter Familie
Rothschild ist bekanntlich in Wien, Paris und London verzweigt; ihr
Vertreter iu Berlin aber war Bleichröder. Nun hatte der damalige
Chef des Pariser Hauses, Baron James Rothschild, jederzeit freien
Zutritt zum Kaiser Napoleon, der ihm nicht nur über Finanzfragen,
sondern auch über Politik ein freies Wort zu gestatten pflegte. Dies
bot die Möglichkeit, durch Bleichröder und Rothschild an den Kaiser
Mittheilungen gelangen zu lassen, für welche der amtliche Weg nicht
geeignet schien. In jenen Jahren hielt Bismarck für geboten, die
Beziehungen zu dem mächtigen Monarchen mit allen verfügbareil
Mitteln sorgfältig zu Pflegen, und legte daher Werth darauf, auch
diesen Weg vertraulicher Mittheilungen mitunter benutzen zu können.
Durch mich sind derartige Aufträge nie vermittelt worden; doch erhielt
ich die Anweisung. Herrn Bleichröder über die Lage der auswärtigen
Politik, soweit sie nicht geheim zu halteu war. auf Befragen fort-
; laufend zu unterrichten, damit er Eröffnungen der bezeichneten Art,
! die der Minister sich selbst vorbehielt, schnell und richtig ausfasseu
! könnte. Herr Bleichröder pflegte daher mehrmals in der Woche am
; frühen Morgen zu mir zu kommen und einige Minuten zu verweilen,
au warmen Tagen im Garten, sonst in meinem Wohnzimmer. Ich
lernte ihn auf diese Weife genau kennen und aufrichtig schätzen. Die
gelegentlichen Aufträge des Ministers au Bleichröder hatten zur Folge,
daß dieser sich als Hilfsarbeiter des Auswärtigen Amtes fühlte und
^ demnach, wenn er von Bismarck sprach, ihn „unfern hochverehrten
Chef" zu neunen pflegte. Weiteren Kreisen durfte der politische Grund
seiner öfteren Besuche im Auswärtigen Amt natürlich nicht bekannt
! werden. Es erhob sich daher manchmal das Gerücht, daß Bismarck
durch Bleichröder für sich Börsengeschäfte machen ließe, was thatsäch-
lich niemals geschehen ist. Er hat oft genug ausgesprochen, es sei
völlig unerlaubt, seine Keuutuiß der politischen Lage zu Spekulationen
zu benutzen; ein Minister, der sich damit befasse, müsse in Versuchung
kommen, seine politischen Entschlüsse durch Rücksichten ans persönliche
Vortheile oder Nachtheile beeinflussen zu lassen und könne daher
keine gute Politik machen."
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