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beschauendes und betendes Leben ist nicht Judenthum. Thauroh
und Awaudoh find nur Weg zum Wirken! M22D blia iT»n
■**rö, ist Ausspruch unserer Weisen; und Blüthe und
Frucht aller unserer T'fillauß (Gebete) find B'rochaus, Entschlüsse
zu einem gotrdurchdrungenen thätigea Leben; dies allein
also überall Ziel.«
Wäre es nun nicht Sünde, hierüber nur noch ein Wort zu
verlieren? '
- Doch am Ende ist HSr '.Recensent so gefällig, sich die MaLke
selbst abzunehmea.
»Juden,« sagt er, »find weiter nichts als ein historisches Mo¬
nument einer Borwelt.«
Wie fiun - und begrifflos stellt hier der Recensent diesen so
oft nachgeschriebenen Gemeinsatz durch sein »weiter nichts« heraus
Eine Masse von fortlebenden, denkenden, fortwirkenden-Wesen ein
starres Monument?! Eine^versteinerte Mumie? Nein! Eine von
Willkür errichtete Stanchaule, die jeder steche Bube,, nach Be¬
lieben Umstürzen kann? Ja! Ja diesem Sinne, oder vielmehr
Unsinne mag es sich freilich Herr Recensent erlauben, sich aus
seinem Judenthum ein Spielzeug zu machen, um sich in müßigen
Stunden die Zeit damit zu vertreiben. Jeder wahrhafte Jude
aber wird mit Verachtung auf den herablickeu, der es wagt die
steche Hand nach dem auszustrecken, was ihm als Jude wie als
Mensch die höchste Würde gelten muß, seiner moralischen Existenz;
' der es wagt, ihn nicht nur um seinen, sondern überhaupt um
de» Klauben betrügen zu wollen.
Äkehmet dem Juden das Judeuthum, was ist er, wenn er
nichts anderes ist? — Ein Recensent der psa n*nafi*. —
Cölu', 26. Juli 1837.
Anzeiger.
Zu demselben werde» Slmwnce» aller Akt gegen £ Gr. Gebübren f6r
die gestalte»« Zeile aus Petit» Schrift oder der« Raum aujtzmommm.
Die Derlagshandlung.
So eben ist erschienen:
Harfe und Lyra.
Seitenstück zu den Klagen «ines Juden.
Von .
Joel Iaeuby.
gehestet. Preis 16 gGr.
Die Schriften des Herrn Verfassers haben durch den Glanz
ihrer Darstellung, namentlich aber durch den Ernst und die hohe
Würde ihrer religiösen und politischen Gesinnung, sich einen Ehren¬
platz in der deutschen Literatur erworben. — Mit wahrhafter
Freude übergeben wir auch dieses Werk dem Publikum, ein Werk
des Tiefsinns, der gläubigen und dabei glanzvollen Poesie, durch¬
weht von jenem erhebenden Geiste, wie er allen Schriften Ja-
c oby's eigen ist, und wodurch er bereits so bedeutend gewirkt hat.
Bei dem nahenden Feste ist dieses Werk eiues der fteundlichsten
Geschenke für edle und begabte Menschen, und wir bemerken nur
noch, baß in der Vorrede Herr Jaeoby sich über das moderne
Jodenwesen ausspricht, was für Politiker von Fach und für
Staatsmänner eine willkommene Gabe sein wird.
Hermann Schaltze'S
Verlags-Buchhandlung in Berlin.
Zn BereudfohuS Buch - und Kunsthandlung in H a m -
bürg ist so eben erschienen und durch alle Buch - und Kunst¬
handlungen zu beziehen:
Die Heimkehr des jüdische» Kriegers
gemalt von Oppenheimer, lithographirt von Otto Specter
Das Original ist im Besitze des Herrn Dr. Riesser, dem
es von den Israeliten des Großhcrzogthmns Baden als Ehren¬
geschenk überreicht worden.
Preis auf chioes. Papier 3 Rthlr.
- auf weißem - 2 Rthlr. 12 Gr.
Bei uns ist erschienen und in allm Buchhandlungen, in
Wien bei Mösle's Witwe und Braumüller, in
Frankfurt a. M. in der Herrman'fchen Buchhandlung,
in Prag bei Borrosch und Andre zu haben:
Bibel für Israeliten.
Nach dem masoretischen Texte.
Unter der Redactioa von vr. Aunz,
übersetzt von
H. Arnheim, »r. Inlins Fürst, Br, M. Sachs.
Auf Druckpapier 2 Thlrl, auf Velinpapier 3 Thlr.
Erste bis dritte Lieferung.
Berlin, November 183*. Veit u. Comp.
Bei A. Förstner in Berlin ist erschimen und in
allm Buchhandlungm zu habm:
hjtiäA rnrsa
jüdische Festspiegel
oder Beschreibung des Sabbaths, der festtkchm Zeitm und
der Feiettage der Judm, mit Rücksicht auf ihre Begründung
und Bedeutung. Zur geschichtlichm Belehrung' für unterrich¬
tete Kinder beiderlei Geschlechts; bearbeitet von
Al. Heinemaun.
gr. 8. broch. Sgr.
Vorliegende Schrift, derm Zweck es ist, die israelitische Jugend
über die Bedeutung und Heiligkeit der jüdischen Festlage zu belehren
und zur würdigen Feier derselben zu ermuntern, kann den ftomm-
gefinntm Familienvätern nicht dringend genug empfohlen werden.
Bemerkungen.
Herr L. in P. ist uns als Correspondmt sehr willkommm, und mag seine Nachrichten immer schleunigst einsenden.
Herr D. R. in C. ist uns als Correspondmt sehr willkommm, und wenn auch die eingelaufme Abhandlung noch
eine kurze Zeit anstchm muß, so wärm uns doch seine fottgesetzrm Berichte sehr angenehm.
Auf mehrseitige Anftagm bemerkm wir, daß die Vorbereitungen zu einer großen.historische» No¬
velle, wie die »Marannen,< abermals getroffen werden.
Wmn von dm uns eingesmdtm Schriftm' noch so wenige zur Beuttheilung gekommm, so machm wir auf das
nme »Beiblatt« unserer Zeitung vom Istm Zannuar 1838 an, aufmerksam, wo diese zur Erledigung kommm «erden.
Wir wiederholm eine frühere Bemeckung, alle nicht zurückgesmdete Schriftm werdm eine Recmsion in diesm Blattern erfahren.
Redacteur: Dr. L. Philipps«,». — Bettag von BaumgärtuerS Bachhmrdluug. — Druck von W. Haack.