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übrigens noch später zurückkommen werde. So haben Miß- !
erfolge der Colonien und der besprochenen Freizügigkeit unseren!
alten Gegnern nur neuere Waffen gegen uns in die Hände {
gegeben. j
Eine nicht zu unterschätzende -Ursache unserer Noth ist die
geringe Bildung der durchschnittlichen Masse unseres Volkes.!
Zwar mußte die alte Abneigung unserer Brüder gegen allge- j
meine Bildung vor den allgewaltigen Bedürfnissen des modernen !
Lebens und den unwiderstehlich verlockenden Privilegien, welche!
die eben bei uns eingeführte allgemeine Wehrpflicht den Ge-j
bildeten gewährt, weichen. Alles strömt jetzt in die Schulen.!
Selbst die Juden von ganz altem Schlage versäumen nicht,!
ihren Kindern, wenn nicht gerade mit freudigem Herzen, auf
irgend eine Weise moderne Bildung angedeihen zu laßen.
Allein was hilft das Alles! Der fühlbare Mangel an!
Schulen und Lehrkräften, welcher in den erwähnten Provinzen j
dominirt, ist für die dortigen Juden ganz besonders fühlbar, j
Der Jude ist immer, und zwar als etwas ganz Selbstver-!
stündliches, der Letzte in der Reihe der vacanten Plätze bei der!
Aufnahme in eine öffentliche Schule.
Liegt die Ursache der Paupertät hiesiger Juden Haupt-!
sächlich in ihrer politischen Stellung und in den örtlichen Der-;
hältniffen, wo sie zu leben verdammt sind, so läßt sich nicht!
leugnen, daß die Juden an ihrem tragischen Geschick zum^
großen Theil selbst schuld sind. !
In erster Reihe verdient hier die corrupte Erziehung,
der jüdischen Jugend erwähnt zu werden. Der Cheder und
die Jeschiwa haben noch wenig von ihrer alten verderblichen
Wirkung eingebüßt. Sie sind noch immer systematische An¬
stalten, ihre jungen Opfer sowohl in gesundheitlicher als poli¬
tisch-ökonomischer und gesellschaftlicher Beziehung zu verstümmeln
und zu verkrüppeln. Es ist ein altes bewährtes Uebel bei
unseren Brüdern; sie entnehmen dem Talmud gerade das, was
just in ihren Kram hineinpaßt, selten aber was sie sollten.
Wer kennt nicht jenen Spruch der Weisen: “28^2.“ 2*nX
r,N N22*1, oder: Wer seinen Sohn nicht eine Pro¬
fession erlernen läßt, TV,122^ I^JC.
Nichsdestoweniger sieht der russische Jude, mag er auch
noch so arm sein, mit einem gewiffen Stolz auf den Hand¬
werker herab. Unsere jüdischen Eltern denken meist, wie ihre
Söhne zu möglichst tüchtigen Talmudisten heranzubilden seien,
was stcherlich nicht zu tadeln wäre, wenn sie zugleich auch dafür
Sorge tragen würden, ihre Kinder etwas der Art lernen zu
laßen, was ihnen eine selbstständige und achtbare Existenz für
ihre Zukunft sichert. Und wenn die verlassene und verwaiste
Jugend danach greift, so erreicht sie Solches meist halb und
oberflächlich, so daß sie selten die Concurrenz mit ihren christ¬
lichen Rivalen aufnehmen können, und so müßen sie oft zum
Trödel und Schwindel greifen.
Ferner die zu frühen Ehen. Tie Vorschrift JV2 “22*
“2'K Xw' "p “HS* wird auch eben so gut gekannt als unberück¬
sichtigt gelassen. Es fällt selten einem „alten" Juden ein, die
Ehe seines Kindes hinauszuschicben, bis Letzteres sich eine Er¬
werbsquelle geschaffen hat. Solche frühe Ehen untergraben
nicht bloß die Gesundheit, sondern auch den Wohlstand der
Bevölkerung und fördern das schreckliche Unwesen des jüdischen
Bertels in allen seinen Erscheinungen und Nüaneirungen. In
jeder Stadt der besagten Provinzen begegnet man einer zahl¬
reichen Klasse frischer und gesunder Menschen, die nichts thun,
als Tag ein Tag aus herumlungern und auf Anderer Rechnung
leben. Und doch gehören Viele dieser Klasse zu denen, welche
sicherlich den talmudischen Lehrsatz kennen: p*,2*2 ,“y22 212*2
Und nun unser „Kahal", oder wie er jetzt in seiner neuen
Erscheinungsform genannt wird, „der Gemeinde - Vorstand^.
Dies Institut von jüdischen Blutsaugern! Es sind meist Leute,
die nichts treiben, weder Handel noch Gewerbe, und ihr Leben nur
dadurch fristen, indem sie die Hülflosigkeit ihrer arrnen Brüder
auf's Schrecklichste auSbeuten. Ter vermögende und anständige
Jude wird theils zur Verwaltung der Gcmeindeangelegcnheiten
nicht zugelassen, theils hält er sich selbst davon fern, weil sie
mit schwierigen und schmierigen Scherereien verbunden sind.
Diese Herren werden auch begreiflicherweise vom Gemeinde-
Vorstand gefürchtet und verschont, dagegen wird die schütz- und
hülflose große Maße geradezu erbarmungslos geschunden. Tie
Zugänglichkeit unserer Beamten verschafft den Vorständen un¬
beschränkte Macht über ihre Gemeinden, mit welchen sie den
größten Unfug treiben. Diesem Institut haben wir vor Allem
! die gegenwärtige, so erbitterte Stimmung unserer Regierung
i und unserer vaterländischen Preße gegen uns zu verdanken.
; Seinem säubern Treiben ist auch das schöne Verdienst zuzu-
! schreiben, daß man uns neulich die Familien-Privilegien hin-
! sichtlich der allgemeinen Wehrpflicht genommen hat.
> Einerseits die politische Zurücksetzung in der Gesetzgebung,
> andrerseits das äußere Leben und Treiben der Juden selbst
j begünstigen das uralte Vorurtheil des Christen gegen uns,
> wodurch unsere gesellschaftliche Stellung nirgends in Europa,
> es sei denn im hochcivilisirten Rumänien, eine so arge ist, als
I bei uns. Das Vorurtheil ist ein schlimmes Ding. Es ver-
j giftet unsere Seele, erfüllt unser Her; mit Haß und Verach-
j tung, es umnachtet das Licht unserer Vernunft und benimmt
j ihr die Kraft der freien und graden Beurtheilung. Run hat
! selten ein Vorurtheil so tiefe Wurzel gefaßt, wie daS des
! Christen gegen den Juden. Es ist Jahrtausende alt und wurde
! allmälig zu einer unantastbaren Tradition, ja zu einem Glau-
j bensartikel. Dieses Vorurtheil wird mit der Muttermilch ein-
! gesogen und mit der Luft der frühesten Umgebung eingeathmet.
! Früh gewöhnt sich der Christ auf den Juden, wie auf ein
j verächtliches, niedriges Geschöpf herabzusehen. Run tritt er
I in'S Leben und findet, daß auch der Staat den Juden ganz