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vollführt und an das sich so viele Erinnerungen und so viele
freundschaftliche Beziehungen knüpfen. Das Centralcomite
fordert die Mitglieder des Vereins, die Comites, die Bor--
stände, die Rabbinen, welche es mit ihrem Vertrauen und
ihren Sympathien unterstützt haben und die mit ihm so viele
schwere und schmerzliche Kämpfe durchgemacht, diesen Termin
durch ein Fest zu feiern, das dazu bestimmt ist, die freund¬
lichen Bande, die sie unter einander verbinden, noch fester
zu knüpfen, den Geist der Wohlthätigkeit und der Brüderlich¬
keit zu wecken und zu stärken, der den Verein belebt, diesem
eine Extrasubscription veranstaltet, wie es seit mehreren Jahren
die Israeliten Amerikas thun. Die Präsidenten der Comi¬
tes, die Rabbinen, die Vorstände werden selbst die geeignet¬
sten Mittel an jedem Orte finden, um ihr Ziel am besten
zu erreichen und ihre eigenen Ideen werden güustiger wirken
als alle Rathschläge, welche das Centralcomit« ihnen geben
könnte. Sie werden gegen Ende des Monats Januar eine
Druckschrift erhalten, welche sie am Jubiläumstage an die
Mitglieder vertheilen können und in welcher sie die Ge¬
schichte der Alliance und einige Mitthcilungen über ihre Ber-
durch eine besondere Propaganda eine neue Entwickelung zu! gangenheit und ihre Zukunft finden werden. Das Central¬
geben, welche den Bedürfnifien und der Ausdehnung der j comite zählt auf ihre Hülfe, auf die Hülfe der jüdischen
Aufgabe entspricht, welche ihm gestellt ist. Dieses Fest ist! Presse, die ihr niemals gefehlt hat, um dieses Fest würdig
auf den nächsten Purimtag, Sonntag den 1. März 1885,! zu feiern, welches das Fest der jüdischen Wohlthätigkeit und
festgesetzt. Es wird ein Fest der Sammlung sein, das jede Zusammengehörigkeit sein wird.
geräuschvolle Aeußerung ausschließt und das nur Werth haben , -
wird durch die edlen Gefühle und moralischen Empfindungen, >
welche es in den Herzen erwecken wird. Das Centralcomite!
glaubte, indem es dem Festtag der Esther den Vorzug gab, >
daß dieser, mehr als jedes andere Datum, das Zusammen- -
kommen in jeder Stadt seitens der Bereinsmitglieder und
der ganzen Gemeinde erleichtern und zu Gunsten des ganzen!
Unternehmens wirken werde. Die Comites werden diese Ge-!
Vermischtes.
Ein jüdischer Oberst im dreißigjährigen Kriege.
Wir haben in einem früheren Jahrgang die vorhandenen
allerdings spärlichen Notizen über einen Juden zusammenge¬
stellt, der sich im dreißigjährigen Kriege zum Range eines
legenheit ergreifen, um Versammlungen zu organisiren, in' Oberst emporgeschwungen. In diesen Tagen trafen wir noch
denen sie die Geschichte der Alliance in ihrer Stadt dar- j auf folgende Notiz. Im jüngsten Hefte der Westermann'-
legen, ihre eigene Tbätigkeit beleuchten, ihrer Entwickelung schen Monatsschrift ist eine Abhandlung „der Bodensee und
folgen, sich zu energischerer Thatkraft ermuthigen, neue An- seine Umgebung" von Theodor Stromer enthalten. Bei der
Hänger gewinnen, die Mittel berathen, neue Mitglieder im Beschreibung der kleinen Stadt Meersburg heißt es: Auch
Orte selbst wie in der Umgegend zu gewinnen. Die Herren im dreißigjährigen Kriege hatte die Stadt durch Plünderung
Rabbinen können das Purimfest, das die Frommen im Tem-; und Brandschatzungen viel zu leiden. Noch wird im Archiv
pel versammelt, oder den Tag vor Purim, der ein Samstag eiu Zettel aufbewahrt, der an allen vier Ecken angebrannt
ist, benutzen, um von der Kanzel herab die Alliance zu em- ist und lautet: „Gleichwie das Zettel an allen vier Ecken
pfehlen, die Dienste hervorzuheben, welche sie leistet, die hohe angezündet, also sol eur stat an alle vier Ecken angestecket
Bedeutung des Werkes und seine Notwendigkeit. Purim ist werden, wenn ihr euch nicht einstellet, wornach ihr euch zu
der Tag der Geschenke und der Subscriptionen: man wird richten habet. Vale. Sämmtliche Regimentsquartiermeister
einer alten und rührenden Tradition folgen, wenn man an des ersten Flügels. Ravensburg den 8. Jenner 1647.
diesem Tage zu Gunsten des Vereines sammelt und für ihn Israel Jsakson, Obristleutnant vom Harnischen Regiment."
Anzeigen.
Ty% werden mit 20 Ff. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet and müssen für die nächst-
-XXAöCA folgende Wochennnmmer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich
an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zn adressiren.
Ein junger (unverheirateter)
Lehrer und Borbeter
wird von der hiesigen jüdischen Gemeinde zu
engagiren gesucht. Näheres durch den Bor- j
steher [L.6:3 j
Adorf i. Waldeck. I. Mosheim.
Keifender - Gesuch.
Für ein Preisen- u. Cigarrenspitzenfabri- [
kationsgeschäst wird per Neujahr ein tüch- |
tiger, militärfreier junger Mann, der wo- !
möglich Branchekenntmß besitzt als Reisender
gesucht. Offerten unter Chiffre B. 250 an
Haasenstcin & Vogler, Leipzig. [S. 74 !
Zum 1. März 1885 suche für mein Manu-
factur- u. Colonialwaaren-Geschäft einen
Lehrling
mit guten Schulkenntnissen. [L. 704
Ph. Coblenzcr, Wehdem in Westfalen.