Seite
IV. Jahrgang. ÄtlHemerne No. 4.
Zeitung des Zudenthums.
Ein
unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse.
Redacteur: - Verlag von
Dr. Ludwig Philippfor», Baumgartners Buchhandlung
israelitischer Prediger in Magdeburg. - ^ Leipzig.
- (Mit Königs. Sächsischer allergnadigster Concession)
Leipzig, den 25. Januar 1840.
Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u.s.w.
umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig:
mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate— 18 Gr. für das Vierteljahr angefetzt worden. Alle Buchhand-
lungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs.
wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen.
Erklärungen.
; Wir ersuchen die löblichen Redaktionen einiger jüdischen Zeitschriften, nicht mehr lange
Spalten aus unsrer Zeitung abzudrucken, oder die darin gegebenen Artikel zu verarbeiten. Der Kreis der
jüdischen Literatur ist zu einfach, um einmal Gegebenes drei oder viermal vor dem Publicum zu reproduci-
ren. Wir haben es uns deshalb unsrer Seils zum strengen Grundsatz gemacht, aus jüdischen Zeitschrif¬
ten Nichts zu entlehnen.
Wir bemerken, des Mißverständnisses halber, noch einmal, daß die Redaktion mit Annoncen
Nichts zu thun habe, außer bei etwaigen durch sie geschehenen Empfehlungen von und zu Stellen. Darin
vorkommende Ausdrücke fallen daher der Redaktion nirgends zur Last. Es ist dies der Fast bei allen
Zeitschriften, und man sollte sich endlich einmal daran gewöhnen.
Es sind drei Entgegnungen wider das Sendschreiben des Herrn Dr. Frankel, Oberrabb. zu
Dresden, uns zugekommen. Da dieses Sendschreiben, in Hamburg aus Kosten des Herrn Alexanders-
son gedruckt, nur als Gratis - Beilage gegeben worden, so können wir nur darauf Hinweisen, daß auf
dieselbe Weise Gegner ihre Arbeiten drucken, und der Zeitung als Beilage gegen die bestimmten Beilagege¬
bühren beilegen können, daß wir aber keine Entgegnung in den Text der Zeitung ausnehmen, wie wir
Nur zwei kurze Aufsätze des Herrn Rabb. Alexandersson als nothwendige Erklärung zu jenem Sendschrei¬
ben aufnahmen, und Nichts weiter.
Zeitungsnachrichten.
Türkei.
Smyrna, 14. Dez. Vorgestern fand hier die
öffentliche Verlesung des Hattischeriffs vom 3. No¬
vember auf dem großen Kasernen-Platze statt. Der
Gouverneur Selim Bei hatte die hier residirenden
Konsuln der befreundeten Mächte, Se. Kaiser!. Ho¬
heit den Erzherzog Friedrich von Oesterreich, den Ad¬
miral Bandiera, die Befehlshaber der fremden Kriegs¬
schiffe, so wie alle Behörden der Stadt, zu dieser
Feierlichkeit eingeladen. Der Beamte, welcher den
Hattischerif überbrachte, .war am Tage vorher in
dem Dorfe Budscha angekommen, von wo er mit
großem Pompe abgeholt wurde. Seit dem frühen
Morgen hatte sich eine zahllose Menschenmenge nach
der Karawanen-Brücke begeben, die der Zug passi-
ren mußte. Eine kurze Strecke vor der Brücke, auf
einer Art Amphitheater, befanden sich die türkischen
Frauen. Unter der ungeheueren Volksmenge, die