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Jahrgang.
Zeitung
Allgemeine No. 11 .
-es Zudenthums.
Ein
unpartheiifches Organ für alles jüdische Interesse.
Redakteur:
Dr. Ludwig Philippfon,
Geistlicher der israelitischen Gemeinde zu Magdeburg.
Verlag von
Baumgärtners Buchhandlung
zu Leipzig.
(Mit König!. Sächsischer allergnadigsrer Concession)
Leipzig, den 13. März 1841.
Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers», .w.
umfassen. Ln Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig:
mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhand¬
lungen, Postämter und Zeitungsexpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sachs.
wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen.
Zeitungsnachrichten.
Frankreich.
Paris, 17. Februar. Sonnabend hatte Sir
Moses Montefiore die Ehre, eine Privataudienz
bei Sr. Majestät dem Könige zu haben. Sir Mo¬
ses wurde vom britischen Gesandten, Lord Gran-
ville vorgestellt. Er überreichte dem Könige eine
Uebersetzung des Firmans, den der Sultan Abdul-
Meschid den. Israeliten seines Reiches bewilligt, und
der König nahm sie mit vieler Befriedigung entge¬
gen. Sir Moses hatte auch die Ehre, der Königin
vorgestellt zu werden, und war vom Doktor Löwe
begleitet.
Dänemark.
Von der jütländischen Grenze, im Febr.
Die Viborger Stände haben ebenfalls Anträge auf
Veränderungen in der Konstitution an Se. Majestät
den König gelangen lassen, aber sie sind dem Bei¬
spiele der Roeskilder Stände nicht gefolgt, auch die
Wählbarkeit der Mosaiten zu beantragen.
Preuße«.
Magdeburg, 1. März. (Privatmitth.) Aus
besonderer Quelle erhalten wir eine Mittheilugn fol-
| genden Circularschreibens, das übrigens, nach ge-
! nauererBetrachtung, nur die Form betrifft, und das
z Wesen der Verhältnisse nicht im Geringsten ändert.
! Den, aus dem Großherzogthum Posen ge-
j bürtigen jüdischen Medizinal-Personen ist seither, in
j Gemäßheit des §. 20. der Verordnung wegen des
! Judenwesens im Großherzogthum Posen vom 1. Juni
! 1833 nur eine, auf den genannten Landestheil be-
l schrankte Approbation ausgefertigt worden. Da die
! Kontrolle der bestehenden Beschränkung der bezeich-
- neten Medizinal-Personen auf das Großherzogthum
Posen nicht zur Competenz des mir anvertrauten
Ministeriums gehört, so werde ich von jetzt ab, die
Approbation für dieselben ganz in derselben Art, wie
die, der anderen Medizinal-Personen ausfertigen las¬
sen. Da aber hierdurch die Bestimmung nicht auf¬
gehoben wird, nach welcher die, aus der Provinz
Posen gebürtigen jüdischen Medizinal-Personen in ei¬
ner anderen Provinz ohne höhere Erlaubniß sich
nicht niederlassen dürfen, so beauftrage ich die König¬
liche Negierung hierdurch, denjenigen aus dem Gro߬
herzogthum -Posen gebürtigen jüdischen Kandidaten,
welche dort die Zulassung zu den Staats-Prüfungen
für Wundärzte zweiter Klasse, oder für Zahnärzte
nachsuchen, sofort bei ihrer Admission zur Prüfung
zu eröffnen, daß ihnen, nach bestandenem Examen,
zwar eine unbeschränkte Approbation werde ertheilt
werden, daß sie jedoch, um sich in einer anderen
Provinz niederzulassen, die Erlaubniß dazu bei dem