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Nr. i
Wien, 3. Jänner 1902.
6. Jahrgang
ber fünfte Zionisten-Congress.
Ein Telegramm aus dem Yildiz.
Basel, 27. Deceniber.
Soeben lief beim Präsidium des Gongresses das
folgende Telegramm ein:
Yildiz, 27. Decemb. 1901.
Dr. Theodore Herzl
President du Congres sioniste Bäle.
J'ui soumis au pied du tröne l'adresse d'hommage
du Gongres, contenu dans votre telegramme et d'ordre
de Sa M^ijeste je m'enipresse de vous en exprimer Sa
haute satisfaction Imperiale. Ibrahim.
In deutscher Uebersetzung:
Yildiz Kiosk.
D r. T h eodor Herzl, Präsident des
Zionisten-Congresses, Basel.
Ich habe zu Füssen des Thrones die Huldigungs-
Adresse des'Congresses, welche in Ihrem Telegramme
enthalten ist,- niedergelegt, und beeile mich auf Befehl
Seiner Majestät, Ihnen seine hohe kaiserliche Befriedigung
darüber auszudrücken. Ibra Ii im.
Ibrahim Boy ist der Oberst-Ceremonienmeister Seiner
Majestät des Sultans. (Anm. d. Red.)
*
Der Regierungsrath des Cantons Basel-Stadt an das Bureau des
V. Zionisten-Congresses in Basel.
Basel, den 28. December 1901.
Hochgeachteter Herr Präsident!
Hochgeachtete Herren!
Nachdem der Zionisten-Congress sich entschlossen
hat, seine Tagung in diesem Jahre wiederum — zum
viertenmale — in Basel abzuhalten, ergreift derRogierungs-
rath gerne die Gelegenheit, dem Gongresse seinen Will-
kommen-Gruss zu entbieten und seiner aufrichtigen
Achtun gfürde ss en Bestrebungen Ausdruck zu
verleihen. Er bittet Sie, diesen Gruss mit den besten
Wünschen für die Erspriessiichkeit Ihrer Verhandlungen
der Versammlung übermitteln zu wollen.
Hochachtungsvoll
Der Präsident des Regierungsrathes:
sig. Dr. Heinrich David,
sig. D. Amol d.
Eröffnungssitzung: Donnerstag den 26. December 1901,
9 Uhr vormittag.
Um 9 Uhr war der grosse Musiksaal des Stadtcasiixos
bis auf das letzte Plätzchen gefüllt. Der Andrang zu den
Gallerien war derart, dass die Zugänge bald gesperrt werden
nuissten. Dabei sind die Gäste zum kleinsten Theile Baseler
Juden; die meisten sind aus weiter Feine herbeigeeilt, um
den Verhandlungen des Congresses beizuwohnen. Alle
russischen und rumänischen Golonien aus Deutschland
und der Schweiz waren zahlreich vertreten, und viele
hatten die weite Reise vom äusserst en Osten nicht gescheut,
bloss um als Gäste dem Congress beiwohnen zu könen. Aber
auch aus Deutschland und England waren viele Gäste er¬
schienen. Die Zahl der gegen numerierte Karten einge¬
lassenen Gäste betrug ?00~ aber noch viel mehr warteten
ausserdem dichtgedrängt im Foyer und in den Gängen auf
eine Gelegenheit zum Eintritt.
Die Delegierten gruppierten sieb, nach Landsmann¬
schaften im Saale. Besonders stark waren in diesem Jahre
England und Deutschland vertreten. Die Gesammtzahl der
angemeldeten Delegierten beträgt 287. Man bemerkt unter
ihnen die markanten Gestalten der vorjährigen Delegierten,
umgeben von den jüngeren Landsleuten, die eifrig die
Chancen des Congresses besprechen. Viel bemerkt wird die
Anwesenheit Israel Z a n g w i 11 s, sowie die von Vertretern
aus dem östlichen Sibirien, Neuseeland und Südafrika.
Als Vertreter der Schweizer Regierung wohnte Regie¬
rungsrath Reese den 'Verhandlungen des Congresses bei.
Um 10 Uhr erscheint Herr Dr. Theodor Herzl
an der Spitze, des Actions-Comites, von minutenlangem
rauschendem Beifall begrüsst. Seine Eröffnungsrede haben
wir in unserem Blatte bereits gebracht und fügen noch die