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„Die $ Welt"
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Berichte.
Oesterreich-Upgarn.
Mitteilungen des innerösterreichischen D.-K,
Für den Kultuswahlfonds sind weiters eingeflossen:
Sammlung von Gesinnungsgenossen im 10. Bezirke.
Dr. Schwarz K 2.—, Unterschrift unleserlich 1.—,
M. Faltitschek 1.—, D. Weis 1.—, Lampel l.-S H. Fisch¬
mann 1.—, Baumgarten 1.—, Klein 1.—, St. 5.-—, Max
Berger 1.—, Carl Seligmann 2.—, P. R. T. 1.— , Dr. Ernst
1.—, Dr. Kr. —.40, Eibusch 1. — , Unterschrift unleserlich
1.—, Unterschrift unleserlich 1.—. Summe: K. 22.40.
Sammlung in der Vertrauensmänner-Versammlung im I. Bezirke
am 6. November.
Rudolf Pick K 10.—, Dr. Severin Landesberger 10.—,
S. Friedmann 10.—, Altschul 5.—, Dr. Deutsch 4.—.
Summe: K 39.—.
Sammlung in derWahlleiier-Conferenz am 9. November. (Congresssaal.)
Jizchak H—n aus Anlass erfolgreich bestandener
Staatsprüfung (1. Rate) K 2.—, Dr. Lauterbach 2.—, Ignaz
Weber 2.—, J. Königsberg 2.—, D. H. —.40, Epstein —.40,
Meisl —.20, Encunt —.50, Strauss —.40, Weldler 1.—,
Schuberth —.20, Rosenzweig —.20, Buchbinder —.50, Neu¬
bauer —.20, Thau —.20, Unbenannt —.20, Hahn —.30,
Pick —.20, Ehrlich —.20, Unterschrift unleserlich —.40,
Unterschrift unleserlich —.20, Unterschrift unleserlich —.20,
Unterschrift unleserlich —.30, Unterschrift unleserlich — ,40.
Summe: K 14.60.
Mariahilfer Zionisten.
J. L. Pollak K 4.-, S. E. Michelstädter 10.-,
M. Knöpfelmacher 5.—, J. Apfelbaum 4.—, Moriz Wohl
1. —, Samuel Zeisler 2.—, Dr. Franck 2.—, W. Gehorsam
2. —, Heinr. Zollschan 5.—, N. Färber 4.—, Leop. Zollschan
2.—, Jos. M. Landau 1.—. Gesamtsumme: K 118.—.
Wien. (Theologischer Verein der Hörer an
der isr. theol. Lehranstalt.) In derGeneralversamm-
lung am 6. November 1902 wurden folgende Herren in die
Vereinsleitung gewählt: M. G. Mehrer, Präsident,
G. Fischer, Vizepräsident, M. Tauber, I. Schriftführer,
H. Alp er in, II. Schriftführer, V. Kurrein, Kassier,
S. Arje, A. Beck, J. Stössler Ausschussmitglieder.
Wien. (Vereinigung zionistischer Hoch-
schüler.) Die »Vereinigung zionistischer Hochschüler"
hielt am 29. Oktober im Saale der „Ressource 0 eine öffent¬
liche Studentenversammlung ab, die einen ausserordentlich
starken Besuch aufwies. Gesinnungsgenosse Dr. Egon
Zweig sprach über das Thema „Die Stellung der jüdischen
Studentenschaft zum Zionismus 0 . Indem er von dem
Gedanken ausging, dass vor allem der Student, der
Intellektuelle, unter der gegenwärtigen psychischen und
physischen Judennot zu leiden hätte und die Notwendigkeit
seines Anschlusses an den Zionismus begründete,
kam er auf den derzeitigen Stand der zionistischen
Bewegung unter der Wiener Studentenschaft zu sprechen.
Er schloss mit einem Appell, sich lebhaft an den bevor¬
stehenden Kultuswahlen zu beteiligen. Die Ausführungen
des Dr. Zweig wurden von dem grössten Teile der
Versammlung mit lebhaftem Beifalle aufgenommen. An
der sich anschliessenden Debatte, die mitunter sehr bewegt
wurde, beteiligten sich die Herren Dr. Ehrlich, Kauf,
Herszlikiewicz, Wischnitzer. Tartakower,
Hausmann und Dr. Zweig. Die Herren Dr. Fi sch 1
und Dr. Zweig beantragten, in der Angelegenheit dör
Anerkennung der jüdischen Nationalität seitens der
akademischen Behörden energische Schritte zu unter¬
nehmen. R. K,
Wien. (Lese- und Redehalle jüdischer
Hochschüler.) Samstag den 8. November 8 Uhr
abends las in der Lese- und Redehalle jüdischer Hoch¬
schüler Schriftsteller Dr. M. Feuerstein vor einem
zahlreichen Auditorium eine eigene, bisher unveröffentlichte
Novelle vor. In dieser schildert der Verfasser die Seelen¬
kämpfe eines vor der Taufe stehenden Juden und dessen
überzeugte Rückkehr zum Judentum in überaus drastischer
und von scharfer Beobachtungskraft zeugender Weise. Noch
zwei Kapitel aus seinem Buche „Jünglinge* gab der
Vortragende zu. Reicher, anhaltender Beifall ward dem
Autor zuteil.
Wien. Samstag den 1. November fand in dem Saale
der „Ressource* vor einem zahlreichen Publikum der dies¬
jährige Eröffnungs-Kommers der akademischen Verbindung
»Ivria* statt. Unter den Gästen befanden sich die Mit¬
glieder des Aktions-Komitees Arch. Marmorek, Dr.
Kahn, Dr. Kokesch, Dr. K1 ee, Dr. Kornhäuser, in
Vertretung des Distr.-Kom. Dr. Bernhardt, ferner Rev.
Hechler und Vertreter sämtlicher Verbindungen und
Vereine. Nach der Begrüssung durch den Präses M. Kohn
überbrachte Dr. Klee die Grüsse der Verbindung
„Hasmonaea" (Berlin). Die Tendenzrede hielt in bekannt
meisterhafter Weise Bb. Hugo Deutsch. Namens der
alten Herren der Verbindung sprach Ing. E. Fried. Den
Töast auf die Alten Herren sprach der Drittchargierte
H. Kurrein. Hierauf ' ' überbrachte Bb. Jungmann
die Grüsse der Verbindungen, Bb. Kur rein die der
Theologen. Namens der Lesehalle sprach Herr Marco.
Im offiziellen Teile, dessen Arrangement A. H. Dr. I m m e r-
glück übernommen hatte, wurde das humoristische
„Aschantilied" (Text von Ing. Fried, Melodie von
Dr. Hahn) unter grossem Beifalle aufgeführt, womit der
animierte Kommers in später Nachtstunde sein Ende fand. K.
Deutschland«
Köln. In der vorletzten Woche fanden in Berlin zwei
Versammlungen statt. In einer Mitgliederversammlung der
Berliner Zionistischen Vereinigung sprach Rechtsanwalt
Hantke über „Die neuesten Vorgänge im Zionismus" und
in einer Versammlung der Frauen Vereinigung hielt Dr. Löwe
einen Vortrag über das Thema : „Aus der Vorgeschichte
des Zionismus/ Weiter hielt Lübeck eine Agitations¬
versammlung ab und über Königsberg bringt die
„Jüdische Rundschau". Zahlen, die ein dauerndes Zunehmen
unserer Bewegung dort erkennen lassen. Als besonders
wertvolle Tatsache ist zu berichten, dass auch in dem Orden
„B'nei B'rith" endlich reges Interesse für den Zionismus sich
zeigt. Die Furcht, zionistische Diskussionen könnten die
Eintracht gefährden, scheint zu schwinden. Dem Zionis¬
mus kann sich eben auf die Dauer keine jüdische Insti¬
tution, die dem Leben dienen will, verschliessen. So haben
die grossen Berliner Logen, die „Berthold Auerbach"-
Loge und die „Montefiore"-Loge, Dr. K 1 e e - Berlin um
einen Vortrag über das Wesen der zionistischen Bewegung
ersucht, charakteristisch erweise völlig aus . eigenster
Initiative, ohne jeden Anlass unsererseits. In Posen soll
in der „Amicitia"-Loge ein Referat und Korreferat über
Zionismus gehalten werden und in der Liste der Logen¬
brüder, die in deutschen „B'nei B'ritlv'-Logen Vorträge zu
halten bereit sind, findet sich auch, wie uns mitgeteilt wird,
Dr. Schaue r-Mainz mit dem Thema: „Zionismus,
seine Geschichte, sein Wesen und seine Ziele." 1.
Frankfurt a. M. Am 14. Oktober d. J. fand die General¬
versammlung der Frankfurter zionistischen Ortsgruppe
statt, die von etwa 30 Herren besucht war. Der Vorsitzende
Herr G o i t e i n erstattete den Rechenschaftsbericht, dem¬
zufolge die Ortsgruppe 40 Mitglieder zählt, 90 Schekel ge¬
sammelt, mehrere Versammlungen abgehalten und die
Begründung einer Lesehalle angeregt hat. An den Bericht
schloss sich eine lebhafte Debatte an, aus der sich eine Reihe
Anregungen für die künftige Agitation ergaben. Von Seiten
der Herren Sondheimer, Gans und des anwesenden
Mitgliedes des Zentral-Komitees, Assessor F riedemann-
Wiesbaden, wurde lebhaft die Notwendigkeit einer organi¬
satorischen Reform betont und die Wahl eines allen An¬
sprüchen genügenden Vorstandes gewünscht. Es wurde
darauf zur Wahl geschritten, die folgendes. Ergebnis hatte:
Vorsitzende mit gleichen Rechten die Herren Sond-
heimer und Goitein, Schriftführer Herr Fries¬
länder, Kassier Herr Nachmann, Beisitzer die Herren:
Hanauer, Lehrer Sam. Goldmann. Hoffentlich ist
nunmehr der Boden für eine gedeihliche Entwicklung
unserer Idee auf Frankfurter Boden geschaffen.
Mainz. Die Mainzer Ortsgruppe blickt auf einen bedeut¬
samen Erfolg zurück. Nachdem sich bei unserer Schekelfeier
im Sommer eine Anzahl Damen der zionistischen Organisation
angeschlossen hatte; veranstaltete die Ortsgruppe am Samstag
den 18. Oktober im Hotel >fl Mainzer Hof" eine Versammlung mit
der Tagesordnung „Der Zionismus und die Frauen". Es hatten
sich weit über 150 Personen eingefunden. Wir verzeichnen es
mit Vergnügen, dass auch eine Anzahl Gesinnungsgenossen aus
Russland, unter anderen Herr Schmelkin, Direktor der
Moskauer Industrie- und Bandeisbank, mit seiner Gemahlin von
dem benachbarten Wiesbaden sich zu der Versammlung einge¬
funden hatten. Herr Selig legte in kurzen Zügen das Wesen
der zionistischen Bewegung dar. Er schilderte besonders die
traurige Lage der jüdischen Frauen in Osteuropa* sowie die
Aufgaben und Pflichten, welche der jüdischen Frau in Deutschland
aus der zionistischen Bewegung erwachsen. — Als nächster
Redner ergriff unser bewährter Vorkämpfer Herr Assessor.