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„Die & Welt"
Nr. IS
Mittheilungen des Actions = Comites.
Alle Zuschriften sind an das Sekretariat des Congress-Bureaus, IX., Türkenstrasse 9, zu richten.
Gedenket des Schekels!
Im Sinne des Punktes I, Abschn. I, des Baseler Statutes (Die zionistische Organisation umfasst jene
Juden» welche sich mit dem Programm des Zionisten-Congresses einverstanden erklären und Schekelzahler sind)
fordern wir die Vereine, Ortsgruppen und Vertrauensmänner auf, unverzüglich an die Einsammlung des Schekels
zu schreiten. Oer Schekel soll nur von Gesinnungsgenossen eingehoben werden, da mit demselben das active und
passive Wahlrecht für den Congress verbunden ist Pflicht eines jeden Zionisten ist es aber, alle diejenigen in
seinem Wohnorte, die das Baseler Programm anerkennen, wenn sie auch einer zionistischen Vereinigung nicht
angehören, ausfindig zu machen und sie zur Leistung des Schekels zu veranlassen. Jeder Zionist muss seinen
Schekel zahlen. Dazu die nöthigen Vorkehrungen zu treffen, ist Sache der Vertrauensmänner.
Im Interesse einer beschleunigten Führung der
Angelegenheiten des Jewish Colonial-Trust (Jüdische
Colonialbank) wurde im August 1899 ein Specialcomite
der Directoren eingesetzt. Es bestand aus den Herren
J. Kann (Haag) und G. Lourie (Pinsk).
Schon seit längerer Zeit musste sich aber der
Aufsichtsrath mit Beschwerden über den schleppenden
Gang der Angelegenheiten der Bank beschäftigen. Ins¬
besondere gab die langsame und mangelhafte Versen¬
dung der Allotmentbriefe, sowie die Verzögerung der
Ausstellung der volleingezahlten Shares vielfach zu
Klagen Anlass.
Nun wollte sich das Specialcomite die durch
pflichtgemässe Ueberwachung gebotene statutarische
Einflussnahme des Aufsichtsrathes nicht gefallen lassen.
Herr J. Kann stellte sogar das Ansinnen, der Aufsichts¬
rath solle sich verpflichten, auf die Dauer von fünf
Jahren der Einmischung in die Gebarung zu entsagen.
Selbstverständlich konnte einem solchen Verlangen nicht
entsprochen werden.
Der Präsident des Aufsichsrathes reiste nach
London, um, wenn möglich, ein harmonisches Zu¬
sammenwirken von Aufsichtsrath und Specialcomite
herbeizuführen. Leider waren die beiden nach London
geladenen Mitglieder des Specialcomites nicht erschienen.
Der Präsident des Aufsichtsrathes benützte seine An¬
wesenheit in London dazu, eine Prüfung der gesamm-
ten Gebarung vorzunehmen unter Zuziehung von be¬
eideten Buchverständigen und eines als Vertrauensmann
fungierenden Banquiers. Hierbei wurde die Cassa- und
Buchführung, wie nicht anders zu erwarten war, in
vollkommenster Ordnung befunden.
Dagegen erwiesen sich die Beschwerden über den
schleppenden Gang der Arbeiten als begründet. Um
diesem Uebelstande abzuhelfen ^wurden von den in
London anwesenden Directoren zweckentsprechende Mass¬
nahmen beschlossen und das Special-Gomite um deren
Durchführung ersucht.
Hierauf gab Herr J. Kann seine Demission mit
der Motivierung, dass das Eingreifen des Aufsichts¬
rathes in die Arbeit der Directoren ihn zu diesem
Entschlüsse bestimme.
Der Aufsichtsrath bedauert gewiss das Ausscheiden
dieses ehrenhaften und verdienstvollen Mannes, aber
der Aufsichtsrath konnte und durfte im Interesse der
Sache sich seiner üeberwachungspflicht nicht entziehen.
Durch diesen Zwischenfall erleidet die Führung
der Bankangelegenheiten keinerlei Störung.
Zionistische Bewegung.
Philadelphia. Unter den Auspicien der „B e t h -1 s r a 1"-
Association fand am 15. April in der Adas-Jeschurun-
Synagoge eine grosse Festversammlung statt, bei der
Das Protokoll des III. Zionisten-Congresses ist durch das Bureau des Zionisten-Congresses, IX., Türkenstrasse 9,
zum Preise von 40 kr. excl. Porto zu beziehen.
Rev. H. Illiovitzi über den Effect der zionistischen
Idee aut Israels nationale Unabhängigkeit referierte. Rev.
E i c h 1 e r sprach über die Notwendigkeit des Zionismus
vom humanitären und ökonomischen Standpunkte. —
„Priends of Zion" hielten eine Versammlung am
22. v. M. Redner Dr. J. J. Bluestone, Rev. Eichler
und Levinthal. — Die „Zionist Organisation" in
Hartford veranstaltet eine Sammlung zugunsten der
südrussischen Juden. — Vor der „Education AUiance" in
Boston wurde über die Frage discutiert: „Ist der Zionismus
die wahre Lösung der Judenfrage?" — In New-York
veranstaltete der Verein „Jung-Zion" am 15. v. M. eine
hochinteressante Soiree, bei der Scenen aus „Judas Macca-
bäus" von Longfellow zur Aufführung kamen. Die Festrede
hielt Rev. Stephen S. W i s e. — Am 29. April beabsichtigte
Prof. R. Gottheil im Vereine „Hadassa K einen mit
Vorführung von Bildern aus dem heiligen Lande begleiteten
Vortrag zu halten.
Im „Verein jüdischer Studierender" zu Paris sprach
am 3. April Herr Nathanson aus Sofia über den
Zionismus in Bulgarien. Am 7. April sprachen im gleichen
Vereine Herr D. Jacobson über die nationale Bedeutung
des Pessach-Festes und Herr E. Eberline über das
zwischen den zionistischen Ideen und dem Befreiungsfeste
bestehende Verhältnis. — Am 14. v. M. fand eine grosse
Seder-Feier statt.
.An die Vertrauensmänner und Vereinsvorstände!
Es ergeht hiermit an alle Vertrauensmänner und Ver¬
einsvorstände die Aufforderung, von jeder neuen Druck¬
sorte ein Exemplar an das Zionistische Archiv in Basel,
eines an das Wiener Secretariat des Congress-Bureaus und
eines an die Redaction der „Welt" abzuliefern.
An die zionistischen Vereine!
Hiermit ergeht an sämmtliche zionistischen Vereine
(Colonisations-, Literatur-, Geschichts-, Turn-, Gesang- und
Studentenvereine) die Aufforderung, eine kurze, aber genaue
Angabe ihres derzeitigen Standes umgehend einzusenden.
Jeder Verein hat das Gründungsjahr, die Mitgliederanzahl,
Statuten, die Namen der Functionäre, den Zweck des Ver¬
eines und die diversen Veranstaltungen mitzutheilen.
Diese Mittheilungen sind zu richten an das Bureau
des Zionisten-Congresses, Wien, DL, Türkenstrasse Nr. 9.
Diese Aufforderung ist zu verbreiten.
Das Actions-Comite.
Gaiizien.
Zionistisches Landes-Comite.
Alle Zuschriften, die zionistischen Angelegenheiten
Galiziens betreffend, sind an das Landes-Comite,
Lemberg, Ringplatz Nr. 17, zu richten. Die Adresse
für Geldsendungen (Schekel und Spenden) lautet: Max
Sprecher, Lemberg 15 (Fabrik). Die Geldsendungen
haben den Vermerk zu tragen: „Schekel" oder „Zionistische
Spende".
An unsere Vertrauensmänner!
Wir ersuchen unsere Gesinnungsgenossen, wichtige
Pressstimmen über den Zionismus oder die zionistische
Bewegung, namentlich aus Zeitungen, die in entfernten
Gegenden erscheinen, uns gütigst übermitteln zu wollen. Die
Zeitungsausschnitte sind mit genauer Angabe des Namens
des Blattes und des betreffenden Datums an das Secretariat
des Congressbureaus, Wien, DL, Türkenstrasse Nr. y,
zu senden.
Herausgeber: P. Naschauer. Verantw. Red.: Erwin Rosenberger. Buchdruckerei .Industrie* (S. Bergmann), VIII., Schlösselg. 11.