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Central-Organ
für die Interessen der Cantoren und
...., fi• 4* ju.K׳ Cultusbramtrn.
lbrährig.fl. 2.—^ ^
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FürCantorenu.Cultusbeamte
in Oesterreich-tlngarn
Ganzjährig
Halbjährig
FürCantoren »CultuSbeamüü^j
im Ausland gÄ
Ganzjährig . . . . . 8 Mq
oder 4 Rubel. ^
Für Private und JnstitntÄ^
Ganzjährig.fl. 6.—y
eint jedeA zehnten Tag.
»Z. ^ ^
Begründer: Obercantor laeob Laus»׳.
Uedactio»
und
Administration j;
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II. Novaragaffe Nr. 27. !!
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betrüge sind in Wie« zahlbar, jj
Nr. 1
Wien, 1. Jänner 1893.
13. Jahrgang.
Wien, 1. Jannrr 1893.
' : n einer der letzten Nummern bet Cantoren-Zeitnng haben
-i.׳-r unserem Bedauern darüber Ausdruck geliehen, dass der un-
Z-.i'ch-israelitische Cultusbeamten-Verein sich gezwungen sah, -seni
׳M-Msorgan den ״Cultusbeamten" aufzulassen, und hieran
einige Bemerkungen geknüpfte die unter ausdrücklicher Betonung
Cantoren-Zeitung bei ihrem Entstehen namentlich aus seinem
Lager erfuhr, zu einer willkürlichen Interpretation, die dahin geht,
dass sich die österreich'ischen Cultusbeamten gegenseitig in den
Haaren liegen. Es ist geradezu komisch, wieviel parenthetischer
Wortverdrehungen und Gedankenentstellungen es bedarf, um zu
diesem, den Thatsachen widersprechenden Resultate zu gelangen,
das bald der Cantorenverein,, bald die Cantoren-Zeitung herbei-
unserer, Sympathien für den Bruderverein in Budapest die Ur-
vom rein kollegialen Stand-
punkte in objektiver und sachlicher Weise beleuchteten. Diese Aus-
lassungen boten nun einem anonymen Artikelschreiber, der jedenfalls
mit dem Präsidium des genannten Vereines in engerer Fühlung
steht, einen, wie es scheint, willkommenen Anlass, um noch in der
letzten Nummer des ״Cultusbeamten" gegen uns in der gehässigsten
Weise loszuziehen und unsere Bestrebungen in den Augen der
Oeffentlichkeit herabzusetzen. Wir könnten füglich über solche An-
griffe mit Stillschweigen hinweggehen, aber in dem beregten
Artikel wird soviel an, Entstellung der Thatsachen und absichtlicher
Verdrehung unserer Aeußerungen geleistet, dass wir durch diese
Kampfesart unwillkürlich an die berüchtigten Talmudübersetzungen
der Antisemiten erinnert werden, und derlei litterarischen Produkten
muß. man, wie die Erfahrung lehrt, rechtzeitig entgegentreten, um
sie ein für allemal unschädlich zu machen.
Es ist eine allgemein anerkannte und erst jüngst von be-
rufener Seite gewürdigte Thatsache, dass die ״Oesterreichisch-ungarische
Cantoren-Zeitung", wenn sie auch zunächst für die publicistische
Förderung der Interessen des Cantorenstandes geschaffen wurde,
jederzeit ein freundliches Zusammenwirken sämmtlicher jüdischer
Cultusbeamten angestrebt hat, und dass seit dem Bestände der
der ״Cantoren-Zeitung" nach dieser Richtung hin ein Wandel zum
Besseren eingetreten ist, findet den offenbarsten Beweis in dem
Umstande, dass wir nicht nur Cantoren, sondern auch Rabbiner
und Prediger, wie überhaupt Cultusbeamte jeder Categorie zu
Mitarbeitern unseres Blattes zählen. Dies alles aber übersieht
der verehrte Autor des Artikels ״Zur Aufklärung und zur Ab-
wehr" und benutzt den Hinweis auf die Anfeindungen, die die I
.-
Ueberhaup^ auf die letztere Ist der famose Herr Artikel-
schreiber schlecht zu sprechen, sie ist ihm ein werthloses Blatt
Papier, das weder den Interessen des österreichischen noch denen
des ungarischen Cantorenstandes dienen kann. Nun denn, wenn
das Gedächtnis des verehrten Autors so schwach ist, so wollen
wir ihm ein wenig zu Hilfe kommen und ihn belehren, was wir
bisher geleistet haben. Die ״Cantoren-Zeitung" hat die
Cantoren Oesterreich-Ungarns aus geistiger Lethargie geweckt und
das Gefühl der Zusammengehörigkeit in der Collegenschaar wach-
gerufen; die ״ Cant oren - Zeitung" hat den österreichifch-un-
garischen Cantoren-Verein ins Leben gerufen und durch publi-
cistische Thätigkeit dahin gewirkt, dass die Cantoreu als gesetzlich
anerkannte Neligionsdiener betrachtet werden; die ״Cantoren-
Zeitung" hat mannigfache, die sociale Stellung sämmtlicher
Cultusbeamten, den Synagogengesang und andere liturgische und
rituelle Verhältniße betreffende Fragen zur öffentlichen Discuffion
gebracht; und wenn dem verehrten Autor dies alles noch nicht
genug ist, so mögeer bedenken, dass die ״Canto ren-Zeitung"
eigentlich auch dem ungarischen Cultusbeamten-Verein Leben ge-
geben hat, denn nicht in Budapest ist die Idee zur Gründung
desselben entstanden, sondern die Herren haben daselbst nur nach-
geahmt, was wir in Wieu ersonnen. Einer einzigen solchen That
sollte der ״Cultusbeamte" sich rühmen können, er wäre
wahrhaftig nicht dorthin gelangt, wohin er jetzt gekommen ist.
Wenn es ferner in dem Artikel heißt, dass wir an unsere
Collegen in Ungarn einen Lockruf ergehen lassen, so 'wollen wir
diesen Vorwurf gerne ertragen. Ja wol, wir rufen unsere un-
garischen Collegen, sich um unsere Fahne zu schaaren, weil *Ä
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