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Januar 1357.
Ä. Rückblick auf das Jahr R85V
Die Jahre rollen unwiederbringlich dahin; doch ihre Resul¬
tate dauern und wirken fort. Die Schlange der Zeit häutet sich all¬
jährlich ; die Hülle fällt auf immer dahin; ob sie in dieser abgestreiften
Hütte sich als ein Symbol des Heiles oder oeö Unheils erwie¬
sen hat, das ist die Frage, welche der Beurtheiler am Ende ei¬
nes Jahres zu entscheiden hat.—
Wir müssen nnn das abgelegte Jahr der allgemeinen Zeit¬
rechnung, so manches Tröpssein Gift auch die Schlange der Ne-
actiou wieder in unfere Verhaltnisse gespritzt hat, doch im All¬
gemeinen und Großen als ein Jahr des Fortschritts und des
Sieges der welterlösende» Ideen bezeichnen. Unser teilnehmend
umschauender Geist, der in den einzelnen Momenten des Jahres,
in den M on a ts a br ech n u n g e n, wie ein guter Haushälter
auch die kleineu Schäden schmerzlich aufschreibt, welche er da
uud dort erfahren, er übersieht am Jahresschluß, wie ein ge¬
wiegter Geschäftsmann die größeren Conturen und Conjecturen,
und wo ihm ein Gewinn im Großen für die Menschheit resultirt,
da verschmerzt er gern die kleineren Einbußen. —
In unseren Jveenkreis tritt da mit überwiegender Bedeutung
hcrem der Sieg der Westmächte über den gewaltigen Mosco-
wlter. Nußland ist uns immer als der mysteriös geisterhaste
„Gog" erschienen, als der übermächtige Niese im Norden, von
dessen furchtbaren Kämpfen am Ende der Tage der Prophet weis¬
sagt. Sein Sieg in den Ländern des Aufgangs hätte die Länder
des Niedergaugs ganz und gar in die Nacht des rückschreitenden
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