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Ankündigungen.
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den wollen. Es ist hier nur d«s Mindeste, überall Erreich-
bare bestimmt worden.
Die Betheiligung der ehrwürdigen Herren Rabbiner an
dem Jugendunterrichte der Religionsschule werden dieselben
hoffentlich aus dem Gesichtspunkte würdigen, der uns bei die¬
ser Bestimmung leitete, welche, wie alle übrigen die Rabbi¬
ner betreffenden Bestimmungen dieser Verfassung nur geeignet
ist, diesen Dienern der Religion eine würdige und geachtete
Stellung, und eine heilsame und segensreiche Wirksamkeit in
ihren Gemeinden zu sichern.
Daß der religiöse Unterricht der hohern Volksschulklassen
der Würde und Stellung eines Rabbiners nicht unangemessen
sei, braucht wohl keiner Erläuterung; daß auf diese Weise
der Rabbiner die willkommenste Gelegenheit hat, Ln die
empfänglichen Jugendgemüther den Keim der erleuchteten
Gottesfurcht und des reinen religiösen Lebens zu pflanzen,
ist wohl unbestreitbar; daß aber die ganze Stellung der Rab¬
biner nur gewinnen könne, je wesentlicher und augenfälliger
der Nutzen ihrer Wirksamkeit, je unentbehrlicher sie selbst
werden, ist gewiß einleuchtend, und eben so gewiß ist es, daß
bei den vorhandenen beschränkten Mitteln, die Gemeinden nur
eine möglichst geringe Zahl von Angestellten anständig und
würdig zu besolden im Stande sein können.
Alle diese Motive sprechen vereinigt dieser Bestimmung
das Wort.
Uebrigens soll auch durch diese Bestimmung keiner der
jetzt fungirenden Herren Rabbiner, die ja kraft ihrer An¬
stellung nicht zu einer solchen Betheiligung an der Schule
verpflichtet werden können, und deren Studien in den meisten
Fällen gar nicht für eine solche Wirksamkeit berechnet waren,
irgendwie zu einer solchen genöthiget werden. Es ist hier
nur die Bestimmung für künftige Anstellungen getroffen.
Jedoch hoffen wir, daß unsere würdigen, jetzt fungtrenben
Herren Rabbiner, so weit sie Neigung und Beruf dazu in
sich fühlen, und sich hinreichender Befähigung dazu bewußt
sind, gerne zu ihrem und ihrer Gemeinde wesentlichem Heile
sich erbieten werden, auch auf diesem Felde ihre segensreich!
Wirksamkeit zu verbreiten, wenn etwa bei der Neuorganisa-
tion der Schule diese als wünschenswerth erachtet werden
möchte.
Ein Gleiches glauben wir hinsichtlich des Predigeramtrs
bemerken zu müssen. Wir halten es für überaus wünschend
werth, daß das zu Herzen dringende, aus dem Herzen ftr-r
wende Wort des Religionslehrers den Gemeinden öfters als
bisher, und zwar von den Rabbinern gesprochen werden möge;
können aber auch diese Bestimmung als Pflicht nur für fünf*
tige Rabbiner und Religionsweiser stellen, und ebenfalls von
unfern jetzt fungirenden ehrwürdigen Herren Rabbinern die
Hoffnung ausdrücken, daß dieselben, wo möglich auch auf die»
sem eindringlichsten Wege die Saat der Gottesfurcht und
Religion auszustreuen bemüht sein werden, so weit sie sich
der Fähigkeit und des innern Berufes dazu bewußt fein mögen.
Die Stellung der Vorbeter ist im Laufe der Zeiten weit
unter die Stufe gesunken, die dem Scheliach Zibbur ursprüng¬
lich angewiesen war. Indem wir eine gehörige Heranbildung
derselben für ihr Amt vorbereiten und zugleich die Bestim¬
mung treffen, daß das Vorbeteramt in der Regel mit einem
andern Synagogenamte verbunden sein soll, glauben wir zu¬
gleich die ganze Stellung des Vorbeters zu heben, und bit
Gemeinde in den Stand zu setzen, ihren Vorbeter so zu be¬
solden, daß er nicht genöthiget werde, nebenbei noch eine mit
seinem Amte nicht wohl verträgliche bürgerliche Handtirung
zu treiben.
(Fortsetzung folgt.)
Ankündigungen.
An diesen Ankündigungen werden Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Ge'chichle
und Literatur betreffen, gegen Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen.
[9] Bei C. L. Fritzsche in Leipzig ist zu haben: *
3P'N : Hiob. Pr aktis ch e Philosophie oder
klare Darstellung der im Buch Hiob oblvaltenden
Ideell; nebst wortgetreuer, rhythmisch gegliederter
Uebersetzung und fortlanfendem Kommentar. Allge¬
mein faßlich bearbeitet von Dr. Ntomtz Lö¬
wenthal.
Dieses Buch enthält, rieben der von namhaften Gelehr¬
ten gerühmten Uebersetzung, einen sehr korrekten hebräi¬
schen Text, und dürste demnach auch jedem christlichen Theo¬
logen zu empfehlen sein. Der Preis für ein Lroschirtes
Exemplar ist 1 Thlr. 16 Ngr. oder 2 fl. 42 3£. auf Druckp.
und 2 Thlr. oder 3 fl. 30 A. auf feinem Maschinenpapier.
Verlag von C. 8, Fritzsche.
) V'r d'dd-id 1 ? mrpn -idkd.- Abharrdlrrng über die
Einheit. Ans dem Arabischen des R. IWoses
ben Maimorr hebräisch von R. Isaak bell
Natan. Zum ersten Mal herausgcgeben, ncbjt
sachlichen und sprachlichen Erläuterungen und eintt
deutschen Inhaltsübersicht von 2SJ* Sternschnest
der« Nebst einem Sendschreiben an den Heraus¬
geber von Sr. Ehrw. Hru. Rabb. S. T« .Na-
paport. Brosch. Pr. .10 Ngr.
Den Freunden der mittelalterlichen Philosophie, den Ver¬
ehrern des großen Maimuui übergeben wir eine bis jetzt un¬
bekannt gewesene Schrift des Cordovaischen Aristoteles mit
interessanten Erläuterungen versehen.
Redakteur: Dr. Zul. Fürst.
Druck von I. H. Nagel.