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erscheint oUe 14 Tage. VI. ^abra.
Prag, W. SepiemSev M0S.
(29. Llul 5665.)
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Lum neuen Jahre.
Aas Alte geht, das Reue Kommt,
Doch-bleibt es stets beim alten;
Was uns im- alten hat gefrommt,
Das soll man treu erhalten.
Was uns zum Schaden hat gereicht,
Das soll man streng entfernen;
So habend die Alten uns gezeigt,
Wir wollenes fürder lernen.
Jung Juda fchan und passe auf:
Ein Jahr ist uns vergossen,
Viel litt die Welt.in feinem Lauf,
Viel Dlut ward da uergoffen.
Was hat's gefrommt, mas hat's genützt;
Welche Vorteil soll es bringen?
Noch steht die Bosheit fest gestützt.
Die Schwachen bezwingen.
Noch spricht mit Hohn der Frechen Mund :
,Aas Übel, find die Juden!.
-Sie find's, die stets, wie noch zur Stund',
Die. Leiden uns aufludcn".
Die Toren! Wollen wissen nicht,
Dafz Leid Kommt nur vom Bösen,
And nur der Menschheit Geisteslicht
Kann ge zum Heil erlösen.
And ist dies Licht nicht unser Teil,
Das uns uon Gott geworden,
Hat Juda ge gesucht sein Heil
Jm Wassenrausch und Morden?
Ans lehrt vielmehr der Weifen Wort:
Vertrau auf Gott und lerne
Zu finden Heil im Heimatsort
And streb' nicht in die Ferne.
So harre aus du treuer Sohn
And bleib bei deinem Stamme,
Veracht' der Feinde Spott und Hohn,
Dich schützt des Glaubens Flamme.
Schau auf das hingefchwund'ne Jahr,
Auf das gewalt'ge Ringen.
Ermattet' liegt der starke Aar,
Der Schwache hebt die Schwingen. ^
Laden. .
So mög' dir dies zur Richtschnur fein .
And denk's am Aeujahrslagc:
Der Menschen Lun, ob groß ob klein,
- Wagt Gott in seiner Wage.
3. Änsrld.